Punk im Kuckucksnest
„Happy Burnout“: Therapie-Komödie

Frau Linde, die Dame vom Arbeitsamt (Victoria von Trautmannsdorff), mag er noch bezirzen, doch als die Behörde dem Alt-Punk Fussel (Wotan Wilke Möhring) auf die Schliche kommt, ist es vorbei mit der fröhlichen Kunst, sich charmant, schmarotzerhaft und mit lockeren Sprüchen durchs Leben zu schlagen. Mit einem erschmeichelten Burnout-Attest landet Fussel wider Willen in einer psychiatrischen Luxusklinik, wo er wie eine Witzversion von Jack Nicholson über das Kuckucksnest fliegt.

Donnerstag, 27.04.2017, 15:04 Uhr

Psychiatrie-Patient Fussel (Wotan Wilke Möhring) hat ein Auge auf die gestörte Psychologin Alexandra (Anke Engelke) geworfen.
Psychiatrie-Patient Fussel (Wotan Wilke Möhring) hat ein Auge auf die gestörte Psychologin Alexandra (Anke Engelke) geworfen. Foto: Studiocanal

Da wir in einem deutschen Film sind, wird es nicht tragisch und subversiv wie in Milos Formans Meisterwerk von 1974, sondern klischeebeladen, aber immerhin einigermaßen witzig. Fussel versucht es romantisch mit der gestörten Psychologin Alexandra (Anke Engelke), die ihn durchschaut, und sieht dem Treiben der Insassen mit dem bewährt skeptischen Möhring-Dackelblick zu. Da wären Kinderunterhalter Datty (Kostja Ullmann), Workaholic Anatol (Torsten Liebrecht), Familientier Merle (Julia Koschitz) und ein suizidgefährdeter Sonnenstudiobesitzer (Michael Wittenborn, „Toni Erdmann“), die das Burnout-Syndrom zur Lachnummer machen

Regisseur André Erkau und Autor Gernot Griksch arbeiteten mit dem zurzeit allgegenwärtigen Möhring (Herrenmode, Punk-Album, Fernseh-„Winnetou“, Kino-„Lommbock“) schon in „Das Leben ist nichts für Feiglinge“ zusammen. Gegen Ende der filmischen Routine-Therapien wird es moralisch, weil der Mann, der nicht erwachsen werden will, zu Einkehr und Selbsterkenntnis kommt. Als wäre das in einer deutschen Komödie je anders gewesen.

 

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