Fast & Furious 8
Es regnet Autos in New York

Es ist nicht der erotische Reiz der Cyberterroristin Cipher (ideal besetzt: Charlize Theron), dem Vollgasritter Dom Toretto (Vin Diesel) verfällt, wenn er für sie eine Massenvernichtungswaffe und einen Atomkoffer stiehlt. 

Donnerstag, 13.04.2017, 14:04 Uhr

Warum schauen sie bloß so grimmig? Cyberterroristin Cipher (Charlize Theron) hat Dom Toretto (Vin Diesel) mit einer gemeinen Erpressung in der Hand.
Warum schauen sie bloß so grimmig? Cyberterroristin Cipher (Charlize Theron) hat Dom Toretto (Vin Diesel) mit einer gemeinen Erpressung in der Hand. Foto: dpa

Vielmehr hat das zynische blonde Gift den Hasardeur mit einer gemeinen Erpressung in der Hand, die auf Doms Familiensinn zielt.

Das eiskalte Verhältnis der beiden grimmigen Einzelgänger steht als neue Variante im Zentrum von „Fast & Furious 8“, wenn Dom auf die dunkle Seite gezogen wird und gegen die eigene „Familie“ antritt. Wie in den Vorgängern bilden die Vollgasritter Michelle Rodriguez , Tyrese Gibson, Ludacris, Nathalie Emmanuel und Chris Bridges im Zweckbündnis mit Dwayne Johnson und Jason Statham eine meist unschlagbare Mannschaft, die diesmal die Welt retten muss und im gigantischen Showdown im ewigen Eis gegen Schneemobile und ein Atom-U-Boot antritt.

Bis dahin hat es in New York Autos vom Himmel geregnet, hat eine Abrissbirne in Berlin für Krach und Kummer gesorgt, und in der hübschen Anfangssequenz auf Kuba ist die Altstadt von einem illegalen Rennen heimgesucht worden.

Nach dem realen Tod von Paul Walker hätte das Franchise, dessen Höhepunkt Teil 7 ist, alle Möglichkeiten zur kompletten Neuorientierung gehabt, aber man entschied sich für eine bombastische Weiterführung, in der spektakuläre Materialschlachten und sensationelle Stunts fast nur noch in CGI die Hauptrolle spielen. Die kernigen Sprüche der Machos und ihrer Partnerinnen gehören dazu wie der Verzicht auf eine nachvollziehbare Handlung. Im Zweifel lieber ein Crash und eine Explosion.

Höhepunkt ist eine Verfolgungsjagd durch New York, in deren Verlauf Dom von den Kumpeln wie ein Bronco (ein ungezähmtes Wildpferd) gebändigt werden soll und die den alten Geist der Reihe atmet. Dagegen fällt sogar das U-Boot-Finale ab.

Die zwei besten Szenen gehören allerdings dem guten alten „Transporter“ Jason Statham. In der ersten muss er sich mit seiner Mutter (köstlicher Gastauftritt von „Queen“ Helen Mirren wie in „R.E.D.“) auseinandersetzen, in der zweiten kämpft er sich wie einst Chow Yun-Fat in John Woos „Hard Boiled“ mit einem Baby in der Tragetasche durch die Reihen der Gegner. Chow hat dafür allerdings keine Trage gebraucht.  

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