Weimar-Tatort „Der kalte Fritte“
Unerwartete Wendungen, bizarre Verwicklungen und witzige Dialoge

Willkommen im Weimarer Filz: Die Kommissare Dorn und Lessing müssen im neuen „Tatort“ wieder in die Abgründe menschlicher Seelen schauen und verworrene Verbrechen aufklären.

Sonntag, 11.02.2018, 14:02 Uhr

Heikle Situation: Kira Dorn (Nora Tschirner) und Fritte (Andreas Döhler) fliehen vor der Explosion.
Heikle Situation: Kira Dorn (Nora Tschirner) und Fritte (Andreas Döhler) fliehen vor der Explosion. Foto: ARD

Ausgerechnet in der beschaulichen Klassikerstadt wird ein in ganz Europa agierender Auftragskiller ins Jenseits befördert – nachdem er den Milliardär Alonzo Sassen getötet hatte, erschießt ihn dessen junge Ehefrau Lollo, als er gerade ein berühmtes Gemälde des Bauhäuslers Wassily Kandinsky stehlen will. „Das ist meine letzte Geschäftsreise“, hatte er kurz zuvor am Handy einem Unbekannten angekündigt – was sich nun bewahrheitet.

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Unerwartete Wendungen, bizarre Verwicklungen, witzige Dialoge und Lokalkolorit

Der Fall ruft das Ermittlerpaar Dorn und Lessing (Nora Tschirner und Christian Ulmen) mitten in der Nacht zum Einsatz. Doch so einfach, wie es ihnen scheint, ist es nicht. Die vom Mitteldeutschen Rundfunk ( MDR ) produzierte Krimikomödie bietet wie ihre Vorgänger unerwartete Wendungen, bizarre Verwicklungen, witzige Dialoge und Lokalkolorit.

Lessing lässt auch diesmal seine Goethe-Kenntnis aufblitzen, was das Ermittler-Duo recht schnell in den Ehringsdorfer Steinbruch führt. In dem Kalksteinbruch hat einst der Dichter und Staatsmann geologische und fossile Forschungen betrieben. Martin Schröder und seine Frau Cleo haben dort einen Steinbruch, der kurz vor der Insolvenz steht.

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Goethe-Museum als finanzielle Rettung

Das von der Stadt geplante „Goethe-Geomuseum“ könnte ihre finanzielle Rettung sein, wenn nicht ein zweiter und später sogar ein dritter möglicher Standort auftauchen würden. Den einen in Weimars bester Lage am Frauenplan wollte der Milliardär Sassen der Stadt schenken. Bei dem anderen mischen Schröders Bruder Fritjof „Fritte“ Schröder, Besitzer des Bordells „Chez Chériechen“, und der Architektur-Professor Ilja Bock mit.

Weimarer Tatort: Der kalte Fritte

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    Die Kriminalhauptkommissare Kira Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) am Tatort.

    Foto: MDR/Wiedemann & Berg/Anke Neugebauer
  • Die Kriminalhauptkommissare Kira Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) ermitteln.

    Foto: MDR/Wiedemann & Berg/Anke Neugebauer
  • Fritte (Andreas Döhler, li.) und Lollo Sassen (mi,Ruby O. Fee) im Gespräch mit Lessing (Christian Ulmen, re.).

    Foto: MDR/Wiedemann & Berg/Anke Neugebauer
  • Kira Dorn (Nora Tschirner) und Fritte (Andreas Döhler) fliehen.

    Foto: MDR/Wiedemann & Berg/Anke Neugebauer
  • Kira Dorn (Nora Tschirner) und Fritte (Andreas Döhler) fliehen vor der Explosion.

    Foto: MDR/Wiedemann & Berg/Anke Neugebauer
  • Lollo Sassen (Ruby O. Fee) im Chez Chériechen im Gespräch mit Fritte (Andreas Döhler).

    Foto: MDR/Wiedemann & Berg/Anke Neugebauer
  • Prof. Ilja Bock (Niels Bormann), Kira Dorn (Nora Tschirner) und Cleo Schröder (Elisabeth Baulitz) im Gespräch. (v.l.)

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  • Cleo Schröder (Elisabeth Baulitz) und Martin Schröder (Sascha Alexander Geršak) im Steinbruch.

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  • Lollo Sassen (Ruby O. Fee) wird von Kira Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) befragt. (v.l.)

    Foto: MDR/Wiedemann & Berg/Anke Neugebauer
  • Die Kriminalhauptkommissare Kira Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen, mi.) bei ihren Ermittlungen vor dem Haus von Prof. Bock.

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  • Lessing (Christian Ulmen), Cleo Schröder (Elisabeth Baulitz), Martin Schröder (Sascha Alexander Geršak), Lupo (Arndt Schwering-Sohnrey und Kira Dorn (Nora Tschirner) in der Dienststelle. (v.l.)

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  • Martin Schröder (Sascha Alexander Geršak) nach einem eskalierten Streit im Gespräch mit Fritte (Andreas Döhler) im Chez Chériechen. (v.l.)

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  • Frau Dr. Seelenbinder (Ute Wiekhorst) mit Kira Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) am Tatort. (v.l.)

    Foto: MDR/Wiedemann & Berg/Anke Neugebauer
  • Simone Schröder (Paula Kroh) im Gespräch mit Lessing (Christian Ulmen) und Kira Dorn (Nora Tschirner). (v.l.)

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  • Martin Schröder (Sascha Alexander Geršak) im Gespräch mit Kira Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen). (v.l.)

    Foto: MDR/Wiedemann & Berg/Anke Neugebauer
  • v.l.n.r: Lessing (Christian Ulmen), Udo Stich (Hermann Beyer), Kurt Stich (Thorsten Merten) und Kira Dorn (Nora Tschirner) im Gespräch.

    Foto: MDR/Wiedemann & Berg/Anke Neugebauer
  • Chastity (Lara-Sophie Milagro), Kira Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) im Chez Chériechen. (v.l.)

    Foto: MDR/Wiedemann & Berg/Anke Neugebauer
  • Cleo Schröder (Elisabeth Baulitz) arbeitet im Steinbruch.

    Foto: MDR/Wiedemann & Berg/Anke Neugebauer
  • Lessing (Christian Ulmen) und Kira Dorn (Nora Tschirner) im Gespräch mit Simone Schröder (Paula Kroh, li.).

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  • Martin Schröder (Sascha Alexander Geršak, re.) im Streit mit Fritte (Andreas Döhler, li.).

    Foto: MDR/Wiedemann & Berg/Anke Neugebauer

Bock ist pikanterweise Vorsitzender der Jury, die über den Standort entscheiden soll. Und er hat eine Affäre mit seiner Jugendliebe Cleo, die bei einem Votum für den Steinbruch finanziell aus dem Schneider wäre, aber von den Verbindungen mit ihrem verhassten Schwager Fritte nichts weiß. Für Dorn und Lessing gehört Cleo zum Kreis der Verdächtigen, zumal bei dem ermordeten Killer ein Umschlag mit mehr als 42 000 Euro auftaucht. Auch Bock muss dran glauben – er wird von hinten mit einer Gipsstatue erschlagen.

Lebensgefährliche Ermittlungen

Kira Dorn kommt bei ihren Ermittlungen zweimal selbst in lebensgefährliche Situationen: im Bordell, wo sie ein angeblicher Rollstuhlfahrer vergewaltigen will, und im Steinbruch. Dort entgeht sie – zusammen mit dem Bordellbesitzer Fritte – knapp den Gesteinsbrocken nach einer Sprengung. Zuvor musste Dorn ein sich selbst gegebenes Gelübde brechen: „Niemals im gleichen Puff zu sein wie mein Mann.“

Lollo Sassen ist schon kurz nach der Ermordung ihres Mannes als Verdächtige ausgeschieden. Sie bekommt laut Ehevertrag für jeden Tag ihrer Ehe lediglich zehn Euro. Diese dauerte gerade 163 Tage. Gezwungen wieder im Puff zu arbeiten, trifft sie dort auf Udo Stich, den Vater von Kommissariatsleiter Kurt Stich. Der notorische Betrüger hat fast sein ganzes Leben im Knast verbracht und kann es auch jetzt nicht lassen, das Kandinsky-Bild meisterlich zu fälschen.

Der MDR rechnet nach den schlechten Einschaltquoten beim Vorgänger „Der wüste Gobi“ am zweiten Weihnachtstag wieder mit weit mehr Zuschauern. Der Feiertag mit einem breitgefächterten Fernsehangebot war laut MDR-Pressestelle eine Ausnahmesituation.

Programminfo

Das Erste zeigt „Der kalte Fritte“ am Sonntag um 20.15 Uhr.

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Echte und erfundene Skulpturen im Münster-Tatort

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  • Skulpturen spielen eine wichtige Rolle im Münster-Tatort. Dabei zeigt der Krimi viel ‚echtes Münster‘. Die „Pool Balls“ von Claes Oldenburg, seit den Skulptur-Projekten 1977 am Aasee in Münster, sind Kulisse für eine Szene im neuen Münster-Tatort ‚Gott ist auch nur ein Mensch‘.

    Skulpturen spielen eine wichtige Rolle im Münster-Tatort. Dabei zeigt der Krimi viel ‚echtes Münster‘. Die „Pool Balls“ von Claes Oldenburg, seit den Skulptur-Projekten 1977 am Aasee in Münster, sind Kulisse für eine Szene im neuen Münster-Tatort ‚Gott ist auch nur ein Mensch‘.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Im Tatort kommt eine vierte Kugel hinzu, in der ‚Vaddern‘ Thiel mit einer Kunststudentin einen Joint raucht.

    Foto: © WDR/Wolfgang Ennenbach
  • Überhaupt haben die Tatort-Macher mehrere Kunstwerke in Münster gefilmt. So auch die ‚Himmlischen Masken‘ von Hervé Youmbi, Teil der Skulptur-Projekte 2017. An ihrem Standort am Überwasserfriedhof sind sie seit dem Ende der 100-tägigen Kunstschau allerdings nicht mehr zu sehen.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Auch mit dabei: Die Skulptur ‚Ineinandergefügt‘ von Karl Ehlers (1977), die vor dem Allwetterzoo steht.

    Foto: Günter Benning
  • Im Sommer hat das Film-Team die ‚Matrix‘ über den Theaterinnenhof aufgenommen. Das Werk des Duos ‚CAMP‘ (Ahok Sukumaran und Shaina Anand) war Teil der Skulptur-Projekte 2017.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Die ‚100 Arme der Guan-yin‘ des chinesischen Künstlers Huang Yong Ping waren Teil der Skulptur-Projekte 1997. Sie sind am Marienplatz zu sehen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Das Werk 'Zwei Pferde für Münster' von Stefan Huber am Kolde-Ring taucht auch im Tatort auf.

    Foto: Jan Hullmann
  • Die Friedenstaube von Rudolf Breilmann am historischen Rathaus ist direkt zu Beginn des Tatorts zu sehen.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Ebenfalls kurz im Bild: die Skulptur ‚Toleranz durch Dialog‘ von Eduardo Chillida.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Chillida-Skulptur wird in der Eingangsszene des Tatorts aber meist von dieser Clowns-Figur verdeckt, in der eine Leiche gefunden wird.

    Foto: © WDR/Wolfgang Ennenbach
  • Henry Moores "Large Vertebrae" an der Himmelreichallee wird in einer kurzen Sequenz gezeigt.

    Foto: diverse
  • Auch Teil dieser Sequenz: die Wasserplastik des ZERO-Künstlers Heinz Mack und...

    Foto: Jan Hullmann
  • ...die ‚Abluftplastik‘ – von Friedrich Gräsel kunstvoll gestaltete Luftröhren.

    Foto: Oliver Werner
  • Auch die in den letzten Tagen viel diskutierte Lichtinstallation von Otto Piene am LWL-Museum ist im Tatort zu sehen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Netter Gag für Eingeweihte: Nach einem Verhör mit G.O.D. nennt Thiel den exzentrischen Künstler einen Kasper-König.

    Foto: WDR/Wolfgang Ennenbach
  • Auf den Namen Kasper König hört im wirklichen Leben der Kurator der Skulptur-Projekte Münster.

    Foto: Bernd Thissen, dpa
  • Große Teile des Tatorts spielen hier: Die Kunstakademie am Leonardo-Campus wurde im Sommer zum Drehort.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Im Tatort findet hier die Eröffnung der ‚Skulptur-Tage‘ statt.

    Foto: WDR/Wolfgang Ennenbach
  • Dieser gelbe Kreisel ist in einer Szene an der Kunstakademie deutlich im Bild zu sehen.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Studierende der Kunstakademie bewarben sich im Tatort (als Komparsen) um den Posten als Meisterschüler von G.O.D., doch diese Position übernahm schließlich Professor Boerne.

    Foto: Holger Krischke

 

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