Der Dirigent und Komponist Thorsten Schmid-Kapfenburg
Seine Leidenschaft gilt der Spätromantik

Münster -

„Im Sinfonieorchester Münster ist ein Geiger ein Geiger. In der ,Alten Philharmonie‘ hingegen ist ein Geiger auch ein Zahnarzt.“ Dirigent Thorsten Schmid-Kapfenburg kennt sie beide: Die Profimusiker am Theater und die Ärzte, Lehrer oder Juristen, die in ihrer Freizeit Orchestermusiker sind. Wenn er mit diesen Semiprofis probt, hat er dasselbe Ziel wie mit den Berufsmusikern: ein Solokonzert oder eine Sinfonie so einzustudieren, dass es später eine spannende Aufführung wird. Zum Beispiel mit der ersten Sinfonie von Kurt Atterberg.

Freitag, 17.02.2017, 15:02 Uhr

Thorsten Schmid-Kapfenburg in Münster Großem Haus. Dort wirkt er zumeist im Orchestergraben.
Thorsten Schmid-Kapfenburg in Münster Großem Haus. Dort wirkt er zumeist im Orchestergraben. Foto: Gunnar A. Pier

Wer ist Atterberg ? „Ich kann den Leuten mit meiner Leidenschaft für Nordisches ja nicht ständig Sibelius vorsetzen“, lacht Schmid-Kapfenburg . Deshalb kommt ihm der schwedische Spätromantiker gerade recht. Ein Stück „voller Testosteron“ sei dieser sinfonische Erstling, verspricht er für das Konzert am 12. März. Und weist zugleich darauf hin, dass die manchmal kuriosen Programme der „Alten Philharmonie “ nicht nur auf seinem Mist gewachsen sind. Die Musiker selbst schlagen Komponisten wie den Mahler-Freund Hans Rott oder den Romantiker Robert Volkmann vor. Und sind mit einem solchen Enthusiasmus bei der Sache, dass die Endprobe für eines der beiden Konzerte pro Jahr sich auch gern mal bis in die Nacht hinziehen kann.

Das Theater Münster in Bildern

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  • montage Foto: Gunnar A. Pier
  • Szene aus "Gloria".

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Das Theater um 1956

    Foto: Erwin Schwarzer (Wiesbaden), Städtische Bühnen Münster
  • Götz Alsmann beim Neujahrskonzert am 1. Januar 2017.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Szene aus dem Stück "Gloria"

    Foto: Oliver Berg, Theater Münster
  • Beim 10. Sinfoniekonzert am 5. Juli 2016 im Theater Münster spielen das Sinfonieorchester Münster, das Philharmonische Orchester Hagen, der Konzertchor Münster und die Capella Vocale Münster unter der Leitung von Fabrizio Ventura die Sinfonie Nr.2 c-Moll von Gustav Mahler.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Das Theater von außen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Generalmusikdirektor Golo Berg.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Am 30. März 2013 ist der Sänger Tim Fischer mit seinem Programm "Zarah ohne Kleid" zu Gast im Großen Haus des Theaters Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Podiumsdiskussion am 29. April 2013 im Kleinen Haus des Theaters Münster zum Auftakt der Diskussionsreihe "Wie viel Kultur braucht eine Stadt - und wozu?" (von links): Kathrin Tiedemann (Künstlerische Leiterin und Geschäftsführerin des Forum Freies Theater, Düsseldorf), Prof. Dr. Ulrike Haß (Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Theaterwissenschaft,
    Ruhr-Universität Bochum), Prof. Ulrich Khuon (Intendant des Deutschen Theaters Berlin/Vorsitzender der Intendantengruppe im Deutschen Bühnenverein), Stefan Keim (Westdeutscher Rundfunk/WDR, Köln), Dr. Hans-Georg Küppers (Kulturreferent der Stadt München/Vorsitzender des Kulturausschusses des Deutschen Städtetags), Matthias Lückertz (Vorsitzender der Kaufmannschaft Münster/Vorsitzender der »Initiative Starke Innenstadt Münster e.V.«) und Prof. Dr. Dr. Thomas Sternberg (Direktor der Katholisch-sozialen Akademie Franz Hitze Haus, Münster/ MDL).

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Am 20. Mai 2013 geben Ulrich Tukur & Die Rhythmus Boys ein Konzert im Theater Münster, Großes Haus. Das Programm trägt den Titel "Musik für schwache Stunden...".

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Der damalige Generalmusikdirektor Fabrizio Ventura beim Neujahrskonzert am 1. Januar 2015.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Neujahrskonzert am 1. Januar 2015 mit Götz Alsmann und der Alsmann-Band, der Sopranistin Henrike Jacob, Fabrizio Ventura und dem Sinfonieorchester der Stadt Münster im Theater Münster / Großes Haus.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Neujahrskonzert am 1. Januar 2015 mit Götz Alsmann und der Alsmann-Band, der Sopranistin Henrike Jacob, Fabrizio Ventura und dem Sinfonieorchester der Stadt Münster im Theater Münster / Großes Haus.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Am 22. Oktober 2015 ist Frank Goosen mit dem Programm "Durst und Heimweh - Geschichten von unterwegs" zu Gast im Kleinen Haus des Theater Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Am 24. Oktober 2015 ist Ulrike Kriener mit dem Programm "Und wenn es Liebe wär'..." im Kleinen Haus des Theaters Münster zu Gast.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Nur noch Formsache waren im August 2015 die Unterschriften unter dem Vertrag: Bis Ende der Spielzeit 2021/22 bleibt Dr. Ulrich Peters (l.) Generalintendant in Münster. 

    Foto: Presseamt Münster/ MünsterView / Witte
  • Beim 10. Sinfoniekonzert am 5. Juli 2016 im Theater Münster spielen das Sinfonieorchester Münster, das Philharmonische Orchester Hagen, der Konzertchor Münster und die Capella Vocale Münster unter der Leitung von Fabrizio Ventura die Sinfonie Nr.2 c-Moll von Gustav Mahler.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Beim 10. Sinfoniekonzert am 5. Juli 2016 im Theater Münster spielen das Sinfonieorchester Münster, das Philharmonische Orchester Hagen, der Konzertchor Münster und die Capella Vocale Münster unter der Leitung von Fabrizio Ventura die Sinfonie Nr.2 c-Moll von Gustav Mahler.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Der damalige Generalmusikdirektor Fabrizio Ventura beim Neujahrskonzert am 1. Januar 2017.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Der damalige Generalmusikdirektor Fabrizio Ventura beim Neujahrskonzert am 1. Januar 2017.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Das Gebäude bei Nacht im Februar 2017.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Das Gebäude bei Nacht im Februar 2017.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Robert Atzorn liest mit Angelika Atzorn "Arthur und Adele", Kleines Haus im Theater Münster am 10. Februar 2017.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Thorsten Schmid-Kapfenburg, 2. Kapellmeister am Theater Münster,

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Dr. Ulrich Peters beim Pressegespräch im Theater Münster am 1. März 2017.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Pressegespräch im Theater Münster am 1. März 2017. Hintere Reihe v.l. Intendant Dr. Ulrich Peters, Schauspieldirektor Frank Behnke, Julia Dina Hesse (Leiterin Junges Theater), Generalmusikdirektor Golo Berg (ab Saison 2017/18)
    Vordere Reihe v. l. Hans Henning Paar (Künstlerischer Leiter Tanztheater), Verwaltungsdirektorin Rita Feldmann, Operndirektorin Susanne Ablass

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Stefan Veselka, 1. Kapellmeister am Theater Münster

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Das Gebäude um 1956.

    Foto: © Stadtmuseum Münster, Sammlung Heller
  • Linn Sanders (oben), Bálint Tóth, Carolin Wirth in "Ronja Räubertochter".

    Foto: Oliver Berg, Theater Münster
  • Claudia Hübschmann, Linn Sanders, Andrea Spicher in "Demut vor deinen Taten, Baby".

    Foto: Oliver Berg, Theater Münster
  • Ilja Harjes und Hubertus Hartmann in "La Révolution #1 - Wir schaffen das schon".

    Foto: Oliver Berg, Theater Münster
  • Christian Bo Salle und Bálint Tóth, Statisterie in "La Révolution #1 - Wir schaffen das schon".

    Foto: Oliver Berg, Theater Münster
  • Mirko Roschkowski, Gregor Dalal und Sebastian Campione in "Der Freischütz".

    Foto: Oliver Berg, Theater Münster
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Oliver Berg
  • Foto: Oliver Berg
  • Maria Bayarri Pérez und Keelan Whitmore in "Back, Immortalis".

    Foto: Oliver Berg, Theater Münster

Mit den Profis am Theater kommt der Dirigent naturgemäß schneller ans Ziel – aber es gibt eine erstaunliche Parallele, auf die Schmid-Kapfenburg mit einem Karajan-Zitat hinweist: „Es sind immer dieselben Stellen, die in einem Stück falsch gemacht werden.“ Was aber für Weltklasse-Orchester wie die Berliner Philharmoniker bloßes Feilen am Detail ist, ist für Amateure viel Arbeit. Deren Bedeutung schätzt Schmid-Kapfenburg allerdings sehr hoch ein – und erinnert an die These des Philosophen Konfuzius, dass derjenige ein besonders guter Staatsmann wäre, der auch ein Musiker sei: Friedrich der Große oder Helmut Schmidt sind herausragende Beispiele dafür.

Am Kieler Theater arbeitete Thorsten Schmid-Kapfenburg nach seinem Studium in Hamburg zehn Jahre lang als Kapellmeister und Assistent des Generalmusikdirektors, folgte dann einem Ruf an die Deutsche Oper Berlin, geriet dort aber mit dem damaligen Chef Christian Thielemann aneinander und kam 2004 nach Münster . Hier möchte er gern noch länger bleiben und bedauert nicht, dass er keine GMD-Stelle hat: „Mein Lehrer sagte mir: Man muss sein Repertoire lernen, bevor man GMD wird – später hat man keine Zeit mehr dazu.“ Deshalb liebt er den Kapellmeister-Job, der ihm keine administrativen Belastungen aufbürdet. Zumal Schmid-Kapfenburg nicht, wie an manchen Häusern auf seiner Position üblich, der Mann für die leichte Muse ist: „Ich habe mit viel Vergnügen die beiden Krimi-Musicals dirigiert, vor allem aber Weills ,Mahagonny‘ und die Opern von Detlev Glanert.“

Apropos Glanert: Beim Komponisten der Erfolgsoper „Joseph Süß“, einem Schüler Hans Werner Henzes, hat Thorsten Schmid-Kapfenburg Komposition studiert und genießt es zurzeit, wieder mehr Musik zu schreiben – weil ein Verlag in Berlin seine Werke herausgibt und weil sowohl Münsters Theater als auch die „Alte Philharmonie“ Bedarf anmelden. So wird es eine neue Fassung seiner Suite für die orientalische Laute Ud, Streicher und Pauken geben, die das Orchester 2015 uraufgeführt hat; das Theaterjugendorchester und Münsters Tanztheater freuen sich auf Schmid-Kapfenburg-Klänge.

„Wenn ich komponiere, berufe ich mich auf die Spätromantik “, versichert er. Kein Wunder, dass der Dirigent für Korngold oder Zemlinsky schwärmt und mit seinem Faible für Nordisches bei Jean Sibelius und dessen Zeitgenossen fündig wird – wie dem Schweden Kurt Atterberg. Mit dem frühen Arnold Schönberg verbindet er eine besonders angenehme Begegnung: „Als ich noch in Berlin war, sind die Philharmoniker für die Sänger-Einstudierung der Gurre-Lieder an mich herangetreten. Die Zusammenarbeit mit Simon Rattle war großartig: ein richtig guter Typ.“

Zum Thema

Das nächste Konzert der Alten Philharmonie Münster mit der ersten Sinfonie von Kurt Atterberg als Finalstück findet am 12. März um 18 Uhr in der Waldorfschule Münster statt.

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