American Football
Punt, Sack und Interception: Das Football-ABC zum Super Bowl

Minneapolis -

Der Super Bowl ist das größte US-Sportereignis schlechthin. Allein in den USA sollen mehr als 111 Millionen Zuschauer vor den Fernsehern sitzen, es ist die meistgesehene Sendung des Jahres.  Rund um den Globus schalten sich Millionen dazu. Wer mitreden will, braucht ein bisschen Fachwissen. 

Sonntag, 04.02.2018, 10:02 Uhr

Tom Brady von den Patriots ist als Quarterback Spielmacher und Regisseur des Angriffs.
Tom Brady von den Patriots ist als Quarterback Spielmacher und Regisseur des Angriffs. Foto: Darron Cummings

American Football erfreut sich auch in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Doch was genau sind Punt, Sack und Interception eigentlich?

Die Deutsche Presse-Agentur erklärt vor Super Bowl LII zwischen den Philadelphia Eagles und New England Patriots am Montag die wichtigsten Fachbegriffe und Hauptdarsteller.

AMERICAN FOOTBALL CONFERENCE: Die NFL (National Football League) ist in zwei Conferences eingeteilt, die American Football Conference und die National Football Conference. Beide spielen in den Playoffs zunächst ihre jeweiligen Champions aus. Diese duellieren sich im Super Bowl, dieses Jahr steht die 52. Auflage an.

BELICHICK, BILL: Der stets mürrisch gelaunt wirkende Erfolgscoach der Patriots strebt sein fünftes Meisterstück als Cheftrainer an. Auf der anderen Seite steht Doug Pederson in seinem ersten Super Bowl an der Seitenlinie.

Emotionen, Superstars und Barbecue: Elf Gründe, den 52. Superbowl zu schauen

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  • Es ist brutal, die Regeln sind kompliziert und ein Spiel dauert viel zu lange. Das waren drei oft genannte Gründe, warum sich American Football in Deutschland lange Zeit nicht etablieren konnte. Diese Ansichten haben sich inzwischen verschoben. Hier kommen zehn Punkte, die den Reiz und die Attraktivität des Footballs ausmachen. Tobias Kemberg nennt elf gute Gründe, warum es sich lohnt die Nacht von Sonntag zu Montag vor dem Fernseher zu verbringen.

    Es ist brutal, die Regeln sind kompliziert und ein Spiel dauert viel zu lange. Das waren drei oft genannte Gründe, warum sich American Football in Deutschland lange Zeit nicht etablieren konnte. Diese Ansichten haben sich inzwischen verschoben. Hier kommen zehn Punkte, die den Reiz und die Attraktivität des Footballs ausmachen. Tobias Kemberg nennt elf gute Gründe, warum es sich lohnt die Nacht von Sonntag zu Montag vor dem Fernseher zu verbringen.

    Foto: Tim Donnelly
  • Historie: Obwohl die Geschichte der National Football League (NFL) bis zu den Anfängen des 20. Jahrhunderts zurückreicht, sind es vor allem die Stars aus den 70ern, 80ern und 90ern wie Quarterback Joe Montana (San Francisco) oder „Sweetness“ Walter Payton (Runningback, Chicago) sowie berühmte Teams aus diesen Dekaden wie die Pittsburgh Steelers (vier Meisterschaften zwischen 1974 und 1979), die den Legendenstoff gesponnen haben.

    Foto: Steven Senne
  • Attraktivität für das Fernsehen: „Die angreifende Mannschaft hat vier Versuche, um zehn Yards auf dem Feld zu überbrücken. Das passt perfekt in den Fernsehbildschirm“, beschreibt Michele Tafoya, warum Football im Fernsehen so gut zu verfolgen ist. Die 53-Jährige wird am Sonntag für den Sender NBC als Feldreporterin aktiv sein. „Jeder weiß jederzeit, worum es geht und was passiert.“

    Foto: David J. Phillip
  • Emotionen: Packende Schlussphasen wie im Conference-Halbfinale zwischen den Minnesota Vikings und den New Orleans Saints vor drei Wochen, als die Vikings mit dem letzten Spielzug und auslaufender Uhr doch noch unerwartet zum Sieg kamen, begeistern im Stadion und vor dem Fernseher gleichermaßen. Das bewies auch der Super Bowl vor einem Jahr, als die New England Patriots nach einem 25-Punkte-Rückstand gegen die Atlanta Falcons in der Verlängerung triumphierten.

    Foto: Winslow Townson
  • Gladiatorenkampf: Elegant oder explosiv über das Feld laufende Runningbacks, spektakuläre Pässe von Quarterbacks oder der Kampf zwischen Offensive und Defensive Line mit 140-Kilogramm-Kolossen – Football erinnert an Gladiatorenkämpfe. „Es vereint Schönheit und Brutalität. Das gefällt den Leuten einfach“, sagt Michele Tafoya.

    Foto: Matt Rourke
  • Stadionerlebnis: Zu einem guten Football-Sonntag in den USA gehört für viele Stadionbesucher das Babecue vor Spielbeginn auf dem Parkplatz. Beim „Tailgaiting“ wird gegrillt, Bier getrunken und über Football geredet. Oftmals sind die Fans bereits drei bis vier Stunden vor dem Kickoff vor Ort.

    Foto: Charles Baus
  • Spiele in Europa: 2007 begann die NFL damit, reguläre Saisonspiele in London auszutragen. Aus einem Versuch wurde eine Erfolgsgeschichte. 2017 fanden erstmals vier Begegnungen in England statt, zu denen mehr als 300 000 Zuschauern kamen. Die Orientierung in Richtung Europa hat der Liga nicht nur ordentliche Einnahmen sondern auch Zehntausende neue Fans außerhalb Nordamerikas beschert.

    Foto: John G. Mabanglo
  • Quarterbacks: Tom Brady (New England Patriots), Drew Brees (New Orleans Saints) oder Aaron Rodgers (Green Bay Packers) – Quarterbacks sind die „Dirigenten des Angriffs“, Stars der Teams und Vorbilder für die Jugend. Keiner anderen Position in einer Sportart wird derart viel Bedeutung zugeschrieben. Jedes Kind, das mit dem Footballspielen beginnt, möchte Quarterback werden. Schon in der High School und auf dem College sind die Spielmacher Stars.

    Foto: Charles Krupa
  • Komplexität der Regeln? Football zu verstehen ist nicht einfach. Es gibt unzählige Regeln, doch letztlich sind nur ein paar von ihnen entscheidend, um dem Spiel folgen zu können. Die angreifende Mannschaft hat vier Versuche Zeit, den Ball mindestens zehn Yards vorwärts zu bewegen. Gelingt dies nicht, wechselt das Angriffsrecht. Erreicht ein Team mit dem Ball die gegnerische Endzone gibt es sechs Punkte für einen „Touchdown“, für ein „Field Goal“ (Feldtor) gibt es immerhin drei. Gespielt wird vier Mal 15 Minuten.

    Foto: Matt Slocum
  • TV-Präsenz in Deutschland: Seit einigen Jahren zeigt die Pro Sieben/Sat.1-Gruppe sonntags Livespiele der NFL mit deutschem Kommentar. „Netzexperte“ Christoph „Icke“ Dommisch und Experte Patrick Esume, der selbst Trainer ist, haben sich zu echten „Kultfiguren“ entwickelt. „Manchmal kann ich immer noch nicht glauben, wer alles inzwischen Football schaut“, sagt Esume verwundert.

    Foto: Winslow Townson
  • Spielplan: Die Football-Saison läuft von Anfang September bis zum ersten Februar-Sonntag. Anders als beim Basketball oder Eishockey ist jedes der 16 regulären Saisonspiele von großer Bedeutung. Und in den Playoffs gibt es keine Serien. Nur wer im Januar ungeschlagen bleibt, erreicht den Super Bowl.

    Foto: David Maialetti
  • Halbzeitpause: Es ist Super-Bowl-Time in the home of the brave und the land of the free – und Justin Timberlake singt.

    Foto: Morry Gash

CHALLENGE: Schon deutlich länger als im Fußball gibt es beim Football den Videobeweis. Die Trainer können durch das Werfen einer roten Flagge signalisieren, dass sie gerne einen Spielzug überprüft haben wollen. Über ein Mikrofon kommunizieren die Schiedsrichter ihre Entscheidungen auch an die Zuschauer im Stadion.

DRIVE: Eine Serie von Angriffsspielzügen. Die Offensive bekommt vier Versuche um zehn Yards zu überwinden. Wenn dies gelingt, gibt es vier neue Versuche - so lange bis entweder Punkte erzielt werden oder der Ballbesitz zum Gegner wechselt.

ENDZONE: An der sogenannten Goal Line fängt die Zone an, die für einen Touchdown erreicht werden muss.

FIELD GOAL: Für einen erfolgreichen Kick durch senkrechte Stangen am Ende der gegnerischen Endzone während eines ->Drives erhält die angreifende Mannschaft drei Punkte. Nach einem Touchdown kann mit einem Kick noch ein weiterer Punkt erzielt werden. Die Offensive kann stattdessen aber auch den Ball von der Zwei-Yard-Linie aus in die Endzone bringen und so zwei Punkte erhalten.

GRIDIRON: Anderer Begriff für das Football-Feld.

HYMNE: Bei der amerikanische Nationalhymne wird nicht nur Sängerin Pink im Blickpunkt stehen. Seit den flächendeckenden Kniefall-Protesten von Football-Profis gegen Rassismus sowie Polizeigewalt und der harschen Kritik von US-Präsident Donald Trump daran wird genau beäugt, wer steht oder kniet.

INTERCEPTION: Der Verteidiger fängt einen Wurf des Quarterbacks ab, damit wechselt das Angriffsrecht.

JUSTIN TIMBERLAKE : Der Pop-Superstar tritt in der Halbzeit des Super Bowls auf. Timberlake stand schon zweimal auf der großen Football-Bühne - und sorgte 2004 mit Janet Jackson für den so genannten Nipplegate-Skandal, als er eine Brust der Sängerin entblößte.

KICKER: Das Spiel beginnt, indem der Kicker den Ball von der eigenen 35-Yard-Linie in die Richtung des anderen Teams schießt.

LINE OF SCRIMMAGE: Die Mannschaften stellen sich nach Ende des vorigen Spielzugs an einer imaginären Linie auf, um den nächsten Spielzug zu starten.

MERCEDES-BENZ STADIUM: Nach dem Super Bowl im bitterkalten Minneapolis geht es 2019 wieder in wärmere Gefilde. Atlanta ist Ausrichter des Finals im kommenden Jahr.

NO HUDDLE: Im Huddle verkündet der Quarterback seinen Mitspielern den nächsten Spielzug. Um Zeit zu sparen oder um die Defensive zu überraschen, kann der Quarterback auf das Huddle verzichten.

OFFENSIVE LINE: Die fünf Spieler der Offensive Line stehen vor dem Quarterback, beschützen ihn vor den Attacken der Verteidigung oder blocken den Weg für den Ballträger frei.

PUNT: Wenn das angreifende Team nach drei Versuchen nicht die zehn Yards erreicht hat und nicht nahe genug für ein Field Goal an der gegnerischen Endzone ist, kickt der Punter im vierten Versuch den Ball zum Gegner.

QUARTERBACK: Der Spielmacher und Regisseur des Angriffs. Im Super Bowl gibt es ein Duell der Gegensätze: Für die Patriots will der 40 Jahre alte Tom Brady seinen sechsten Triumph, kein NFL-Profi hat mehr. Der elf Jahre jüngere Nick Foles wird für die Eagles sein überhaupt erst viertes Playoffspiel bestreiten.

RING: Die prestigeträchtigste Auszeichnung für einen Footballprofi. Als Super-Bowl-Champion erhalten die Spieler einen meist mit Edelsteinen besetzten Ring, den das Siegerteam individuell gestalten kann. Das Schmuckstück geht meist an insgesamt 150 Personen.

SACK: Wenn der Verteidiger den Quarterback, der den Ball trägt, hinter der Line of Scrimmage zu Boden bringt, spricht man von einem Sack.

TOUCHDOWN: Ein Angreifer trägt den Ball über die gegnerische Goal Line oder fängt den Ball in der ->Endzone. Ein Touchdown gibt sechs Punkte.

U.S. BANK STADIUM: Die Minnesota Vikings hatten die große Chance, als erstes Team einen Super Bowl in der eigenen Arena spielen zu dürfen. Im Halbfinale musste sich das Team aber deutlich in Philadelphia geschlagen geben.

VINCE LOMBARDI TROPHY: Die Trophäe für den Sieger des Super Bowl, benannt nach der gestorbenen Trainer-Legende Vince Lombardi, der mit den Green Bay Packers die ersten beiden Super Bowl gewann.

WIDE RECEIVER: Die Ballfänger, die eher außen auf dem Spielfeld postiert sind.

X'S AND O'S: Die Spielzüge werden zum Studium für die Athleten zuvor aufgemalt. Dabei werden die Offensivspieler als O's gekennzeichnet, die Verteidiger als X's.

YARDS: Die Maßeinheit im American Football. Ein Yard entspricht 0,9144 Metern.

ZEBRAS: Aufgrund der schwarz-weiß-gestreiften Uniform scherzhafter Begriff für die Schiedsrichter. 

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