Kritik an AIBA
DBV-Präsident erschrocken über Bach-Drohungen gegen Boxer

Hamburg (dpa) - Der Deutsche Boxsport-Verband ist überrascht von der Drohung des IOC, Amateurboxer von den Olympischen Spielen 2020 auszuschließen.

Montag, 05.02.2018, 15:02 Uhr

Hat einen kritischen Blick auf den Amateurbox-Weltverband AIBA: IOC-Präsident Thomas Bach.
Hat einen kritischen Blick auf den Amateurbox-Weltverband AIBA: IOC-Präsident Thomas Bach. Foto: Michael Kappeler

«Ich bin arg erstaunt und erschrocken über die Schärfe, mit der IOC-Präsident Thomas Bach reagiert hat», sagte Jürgen Kyas , Präsident des Deutschen Boxsport-Verbandes (DBV). Bach hatte zudem verfügt, die Zahlungen an den Boxweltverband AIBA vorerst einzustellen. Grund sei die Führungsstruktur des Verbandes, teilte das IOC mit.

Konkret geht es um die Einsetzung des AIBA-Vizepräsidenten Gafur Rachimow als Interimspräsident des Weltverbandes bis zum Wahlkongress im November dieses Jahres. Der 66 Jahre alte usbekische Geschäftsmann soll nach Medien-Berichten weltweit in kriminelle Strukturen verstrickt sein. Unter anderem soll es um Drogenhandel gehen. «Vermutet wird einiges. Uns liegt aber nicht ein einziges Schriftstück vor, in dem ihm strafbare Handlungen nachgewiesen werden und das über Bestrafungen Auskunft gibt. Wir kennen auch keinen internationalen Haftbefehl», sagte Kyas, Mitglied des AIBA-Exekutivkomitees.

Rachimow war nach dem Rücktritt von Wu Ching-Kuo aus Taiwan Ende Januar zum Interimspräsidenten bestimmt worden. Die Satzungen der AIBA schreiben vor, dass Übergangschef immer der dienstälteste Vizepräsident werden muss. «Wir streben eine einvernehmliche Lösung mit dem IOC an», sagte Kyas. Das Exekutivkomitee will demnächst beraten.

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