Handball: 2. Bundesliga TV Emsdetten ist als Tabellenzweiter ein Team für knappe Dinger

Emsdetten -

Der TV Emsdetten ist auch nach Runden ungeschlagen in der 2. Bundesliga. Zu rechnen war damit im Vorfeld nicht unbedingt. Doch die Gründe für den kleinen Höhenflug klingen plausibel. Innerhalb der Stamm-Mannschaft hat es vor der Saison kaum Wechsel gegeben. Und das Team ist richtig abgebrüht.

Von Christoph Niemeyer
Merten Krings (r.) ist der Regisseur beim TVE in einem im Vergleich zur Vorsaison unveränderten Rückraum.
Merten Krings (r.) ist der Regisseur beim TVE in einem im Vergleich zur Vorsaison unveränderten Rückraum. Foto: Foto: Bernd Oberheim

Nach acht Saisonspielen sind nur noch zwei der 20 Vereine in der 2. Liga unbesiegt. Beim Spitzenreiter, dem Bergischen HC (16:0 Punkte), wundert das wenig. Das Team ist als Erstliga-Absteiger erster Aufstiegsaspirant. Beim TV Emsdetten (14:2) überrascht das schon. Sogar den Trainer: „Ich hatte nicht damit gerechnet“, gibt Trainer Daniel Kubes zu. „Aber wir haben schon in der Endphase der Vorsaison gut gepunktet.“

Dabei kassierte der TVE direkt vor dem Start einen derben Dämpfer, als das Team in der 1. Runde des DHB-Pokals, die in Turnierform ausgetragen wird, in Minden gegen Drittligist TuS Ferndorf mit 23:29 verlor. Diese Pokal-Pleite kostete ein lukratives Zweitrunden-Match gegen den Deutschen Meister, die Rhein-Neckar Löwen. „So konnte es nicht weitergehen. Da waren wir uns alle einig“, so Kubes.

Das ist leicht gesagt, doch das TVE-Team schaffte es, den Worten entsprechende Taten folgen zu lassen. Eine Woche später gelang mit dem 33:28 über Aufsteiger Hagen ein erfolgreicher Auftakt. „Diesen Schwung haben wir mitgenommen“, so Kapitän André Kropp.

Ein Vorteil: Neu in der Stamm-Sieben ist nur Linksaußen Dirk Holzner . „Es ist sicher leichter, einen Außen in ein neues Team zu integrieren als einen Rückraumspieler.“ Nach acht Spieltagen führt er mit 66 Treffern die Torjägerliste an.

TVE-Spiele sind aktuell jedoch nichts für schwache Nerven. „Auswärts haben wir zwei Mal unentschieden gespielt, zu Hause gegen Eisenach und Hamm knapp mit einem Tor gewonnen“, sagt Kubes. „Wenn wir unter Druck stehen, können wir jetzt besser damit umgehen, wir werden nicht panisch.“

Bestes Beispiel war die Partie zuletzt in Aue: Beim 24:24 vier Sekunden vor Schluss gab es Siebenmeter. Holzner verwandelte eiskalt. Es war der dritte Sieg mit einem Tor Differenz.

Und so ziert Emsdetten vor dem Heimspiel am Samstag um 19 Uhr in der Ems-Halle gegen die HSG Konstanz ungeschlagen den Rang drei. „Als wir in der Vorsaison nicht gut gestartet sind, bin ich nicht nervös geworden. Daher bin ich jetzt nicht euphorisch“, bleibt Kubes cool. „Wir genießen diese Phase, aber ich weiß, wo wir uns verbessern können“, so der Tscheche, der seit 2014 im Amt ist.

Rückraumschütze Georg Pöhle (Mittelfußbruch) fällt nun länger aus. Daher muss die Start-Sieben, die in dieser Konstellation bisher geschätzte 80 Prozent auf dem Parkett stand, notgedrungen verändert werden. Kubes verspricht für die Partie auf alle Fälle wieder „100 Prozent Vollgas“.

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