Volleyball: Damen-Bundesliga USC schlägt auch ohne Bathen den direkten Konkurrenten Vilsbiburg

Münster -

Der USC Münster spielt weiter eine vorzügliche Saison. Im Heimspiel schlugen die Grün-Weißen die Roten Raben Vilsbiburg mit 3:1 und distanzierten damit erneut einen direkten Konkurrenten im Kampf um Platz vier. Auch der Ausfall von Ines Bathen wurde kompensiert.

Von Henner Henning
Mareike Hindriksen (r.) im Duell mit Vilsbiburgs Anja Zdovc. 
Mareike Hindriksen (r.) im Duell mit Vilsbiburgs Anja Zdovc.  Foto: Jürgen Peperhowe

So schnell lässt sich der USC Münster nicht aus der Bahn werfen. Weder das 0:3 in der Bundesliga noch das dramatische 2:3 im Pokal-Viertelfinale gegen Allianz MTV Stuttgart haben Spuren hinterlassen beim Team von Trainer Teun Buijs . Mit 3:1 (25:17, 18:25, 25:17, 25:19) gewannen die Unabhängigen gegen die Roten Raben Vilsbiburg, die im Rennen um eine gute Ausgangslage für die Playoffs ein direkter Mitbewerber sind.

Dabei trotzte der Gastgeber auch einer personellen Schwächung. Den Ausfall von Ines Bathen, die am Samstag im Training umgeknickt und mit einer Sprunggelenksblessur ausgefallen war, verkraftete der USC zunächst ohne Probleme. Mit Lina Alsmeier in der Startformation begann Münster anders als in den beiden Partien gegen Stuttgart furios. Die ersten drei Ballwechsel durfte Libera Lisa Thomsen entspannt von der Bank verfolgen, mit 8:1 ging es in die erste technische Auszeit. Die Unabhängigen spielten es gut, bekamen aber auch von den Raben gütige Unterstützung.

USC-Damen unbeirrt erfolgsorientiert

Vilsbiburg kam nur behäbig in Schwung, die Abstimmung zwischen Zuspielerin Ilka van de Vyver und ihren Abnehmerinnen passte nicht. Erst Mitte des Eröffnungsabschnitts fingen sich die Niederbayern um die frühere USC-Kapitänin Leonie Schwertmann und stellten die Unabhängigen mehr und mehr vor Probleme. Doch die Buijs-Schützlinge lösten diese und ließen sich auch nicht nach dem RRV-Zwischenspurt beirren. Zwei Mal Roosa Laakkonen – einmal im Block gegen Schwertmann – sowie zwei Raben-Fehler (Lena Stigrot, Laura Künzler) schoben Münster zum 22:15 und damit vorentscheidend zum Gewinn des ersten Durchgangs, den Chiara Hoenhorst per Block abschloss.

Es sah gut aus, was der Gastgeber da den 1109 Zuschauern am Berg Fidel anbot. Doch was sich im Laufe des ersten Abschnitts angebahnt hatte, setzte sich nach dem Seitenwechsel fort – Vilsbiburg kam auf und erhöhte seine Qualität. Nach einem misslungenen Alsmeier-Angriff waren die Gäste erstmals in Führung (6:5) und gaben diese auch nicht wieder her. Nur noch einmal, nach einem 4:0-Lauf auf 12:13, hatte Münster Kontakt zu den Raben, die dann aber nur noch sechs Punkte bis zum Satzende abgaben.

Alles wieder ausgeglichen nach 48 Minuten, alles wieder „auf Null“, wie Hallensprecher Paul Becker treffend bemerkte. Und Seite an Seite bewegten sich die Kontrahenten bis in die Mitte des dritten Satzes, ehe Mareike Hindriksen zum Aufschlag schritt. Mit ihrem Service setzte die USC-Zuspielerin die Gäste massiv unter Druck, wie nicht nur drei direkte Winner belegten. Es war die Grundlage für die 8:0-Serie, zu der auch Ivana Vanjak – die Angreiferin war mit 20 Zählern erneut Top-Scorerin – beisteuerte.

Münster baute auf seine Stärke

Die Grün-Weißen waren wieder vorne, hatten einen Punkt bereits sicher – und damit die Gewissheit, in der Tabelle weiter vor den Niederbayern zu bleiben. Doch Münster wollte, mehr, wollte den direkten Konkurrenten weiter distanzieren. Und da der Gast aus dem tiefen Süden der Republik naturgemäß etwas dagegen einzuwenden hatte, entwickelte sich der knappste Abschnitt des Nachmittags – zumindest bis zum 16:15.

Denn dann besann sich Münster wieder seiner Stärke: des Aufschlags. Diesmal in Person von Juliane Langgemach, die für Laakkonen in die Partie gekommen war. Bis zum 22:15 beförderte die Blockerin den Ball effektiv ins Feld der Raben, die einmal mehr Schwierigkeiten in der Annahme und daraus resultierend auch im Angriff hatten.

Mit der letzten Serie des Tages war die Messe gelesen, nach 94 Minuten hatte Münster den fünften Sieg der Saison in der Tasche.

„Wir haben mit dem Aufschlag viel Druck ausgeübt. Das waren eine starke Teamleistung und wichtige Punkte für uns. Nach dem Pokal-Aus und dem Fehlen von Ines war es nicht leicht, ich bin sehr stolz auf die Mannschaft“, sagte USC-Coach Teun Buijs.

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