Volleyball: Bundesliga
USC Münster im Zwiespalt der Gefühle

Münster -

Die nackten Zahlen lassen die Fans des USC Münster ein wenig frösteln: Fünf der letzten sechs Spiele gingen verloren, in der Abschlusstabelle droht der ungeliebte sechste Platz. Das ist nicht schön, aber es gibt Erklärungen ...

Montag, 05.02.2018, 16:02 Uhr

Nicht immer sortiert war der USC um Lina Alsmeier (l.), Ines Bathen und Libera Lisa Thomsen beim 1:3 gegen Stuttgart. Doch auch wenn es spielerisch nicht zu 100 Prozent lief, reichte es dank des Kampfgeistes zu einem Satzgewinn.
Nicht immer sortiert war der USC um Lina Alsmeier (l.), Ines Bathen und Libera Lisa Thomsen beim 1:3 gegen Stuttgart. Doch auch wenn es spielerisch nicht zu 100 Prozent lief, reichte es dank des Kampfgeistes zu einem Satzgewinn. Foto: Jürgen Peperhowe

Nimmt man nur die blanken Zahlen und verschließt die Augen vor einer weiterreichenden Analyse, müsste man dem USC Münster eine Krise andichten. Fünf Spiele absolvierte der Volleyball-Bundesligist im noch recht jungen Jahr, vier Mal davon verließ er das Feld als Verlierer. Und zählt man die letzte Partie 2017 hinzu (2:3 gegen die LiB Aachen), verschlechtert sich die Bilanz noch einmal. Als Folge der ausbleibenden Erfolgserlebnisse rutschte der USC in der Tabelle vom vierten auf den sechsten Platz und muss befürchten, die erhofft gute Ausgangsposition für die Playoffs aus den Händen zu geben.

An die unbeschwerten, mitreißenden Auftritte der Hinserie konnten die Unabhängigen bislang noch nicht wieder anknüpfen und den Abwärtstrend nicht stoppen. Auch am Sonntag beim 1:3 gegen den Titelkandidaten Allianz MTV Stuttgart bot Münster spielerisch nur bedingt Paroli, wie auch Ines Bathen gestand. „Es war gut, dass wir noch einen Satz gewonnen haben. Aber die anderen Sätze waren nicht gut. Wir hätten Stuttgart mehr ärgern können, wenn wir besser in die Partie gekommen wären. Aber wir haben nicht am Limit gespielt“, sagte das USC-Urgestein, das mit Lina Alsmeier und später mit Chiara Hoenhorst im Außenangriff Mühe hatte, die Schwaben aus der Ruhe zu bringen.

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Kampf allein reicht nicht

Das Fazit fiel insgesamt gemischt aus, die Truppe von Trainer Teun Buijs befindet sich im Zwiespalt der Gefühle. Denn Einsatz, Wille und Moral sind nach wie vor intakt. „Wir haben super gekämpft. Aber Kampf allein reicht gegen ein Top-Team wie Stuttgart nicht. Man braucht auch Erfahrung, und dafür braucht man Zeit“, sagte Münsters Trainer Teun Buijs.

Neben mehr Routine würde es dem USC aber guttun, wenn er nach den zahlreichen Rückschlägen der vergangenen Wochen und Monate (Krankheiten, Verletzungen) personell keine weiteren Hiobsbotschaften erhalten würde. „Es war schon viel Unruhe deswegen im Team, wir haben in den vergangenen Wochen immer mit verschiedenen Aufstellungen spielen müssen“, erklärte Angreiferin Bathen. Und Libera Lisa Thomsen – hatte zwischenzeitlich auch wie Bathen mit einer Sprunggelenksblessur gefehlt – ergänzte: „Durch die Umstellungen fehlen uns die Automatismen, das nimmt dann auch etwas die Energie weg“, sagte Thomsen, die gegen Stuttgart nicht frei von Schmerzen war – und daher nicht so souverän in der Annahme agierte wie gewohnt. „Das hat mich schon ein wenig beeinträchtigt.“ Ihr Einsatz am Samstag, wenn der USC bei den Roten Raben Vilsbiburg zu seinem Hauptrunden-Endspurt ansetzt, scheint aber nicht gefährdet.

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Etappenziel rückt in weite Ferne

Anders dagegen das gesteckte Ziel, in der Abschlusstabelle Vierter oder Fünfter zu werden – und damit einem der drei Meisterschaftsfavoriten aus dem Weg zu gehen. Nach dem Gastspiel beim Tabellennachbarn in Niederbayern geht es für den USC gegen den SSC Palmberg Schwerin, auswärts gegen den VCO Berlin und Aachen sowie daheim gegen den VfB Suhl. Wahrscheinlich benötigt Münster (24 Punkte/15 Spiele) vier Siege, um noch den viertplatzierten VC Wiesbaden (26/14) oder Aachen (25/15) abzufangen. „Der Spielplan ist für uns etwas blöd, wir müssen bei den direkten Konkurrenten antreten. Aber damit müssen wir leben und auch auswärts punkten“, so Bathen.

Zu welchen Leistungen die junge USC-Mannschaft fähig ist, hat sie in der Saison bereits bewiesen. Daher bricht auch keine Hektik aus, vielmehr beschwört Thomsen Ruhe: „Wir sollten uns darauf konzentrieren, so gut wie möglich Volleyball zu spielen. Gelingt uns dies, kommen auch die Punkte.“ Der Einsatz, der ist ohnehin immer da.

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