Volleyball: Damen-Bundesliga
USC spielt gegen Primus Dresden lange nicht mit

Münster -

Zu Beginn lief es überhaupt nicht beim USC Münster. Gegen den Dresdner SC lag der Gastgeber fast hoffnungslos hinten, ehe er sich doch noch aufraffte. An der Niederlage änderte das nichts. Der Spitzenreiter gewann am Berg Fidel mit 3:1.

Sonntag, 14.01.2018, 18:01 Uhr

Luisa Keller und Roosa Laakkonen (rechts) werfen sich Dresdens Angreiferin Katharina Schwabe in die Bahn.
Luisa Keller und Roosa Laakkonen (rechts) werfen sich Dresdens Angreiferin Katharina Schwabe in die Bahn. Foto: fotoideen.com

Keine Punkte für den USC Münster . Das kam im Heimspiel am Sonntag gegen den Dresdner SC nicht überraschend. Immerhin ging der Außenseiter beim 1:3 (17:25, 18:25, 25:22, 19:25) mit wehenden Fahnen unter. Einige Zeit deutete vieles auf eine schmucklose Klatsche hin. Der Ligaprimus führte schon 2:0 und 9:3, ehe sich die Unabhängigen in ernsthaften Widerstand begaben. „Wir haben lange keinen Volleyball gespielt, das hat mich schon ein bisschen enttäuscht“, sagte Trainer Teun Buijs .

Münster begann mit Luisa Keller (16) und Lina Alsmeier (17) in der Startformation. Die Talente sind Versprechen für die Zukunft. In der Gegenwart mischen sie (munter) mit, um sich an gehobenes Erstliga-Niveau heranzutasten. Gestandene Spielerinnen sollen den Nachwuchs führen, das gelang gegen Dresden aber lange nicht.

Der USC verkroch sich zweieinhalb Sätze wie das Kaninchen vor der Schlange. Es fehlte an Mut und Emotion. „Wir hatten wohl zu viel Respekt“, erklärte Mareike Hindriksen später. Tatsächlich hatte der Spitzenreiter, der unter der Woche in Frankreich noch international beschäftigt war, zunächst leichtes Spiel. Schnell und sehr präzise trugen die Gäste ihr Spiel vor. Das sah gut aus, Münster bekam keinen Zugriff und wirkte spürbar überfordert. „Der Gegner war stark und ist wirklich gut in Form. Aber wo war unsere Mentalität?“, fragte Buijs nach dem Schlagabtausch. Tatsächlich hatte der USC zunächst nur wenige gute Szenen. Dresden legte sich den Gegner zurecht, machte kaum Fehler und hätte nach kompromisslosem Start in den dritten Satz eigentlich schon den Bus starten können. 

Und dann, als es fast schon zu spät war, hob der USC doch noch die Hand. Irgendwie kämpfte sich die Mannschaft in die Begegnung. Coach Buijs stellte personell um, in die zuvor oft ratlosen und frustrierten Gesichter mischte sich plötzlich ein Schuss Optimismus. Und weil Dresden zur gleichen Zeit ein wenig nachließ, drehten sich die Verhältnisse. Mit viel Courage und Leidenschaft arbeitete sich Münster bis zum 16:16 heran, zog dann sogar weg und schloss nach Sätzen zum 1:2 auf. „Das war klasse“, befand Buijs, „ich bin sehr froh, dass wir dann doch noch mitgespielt haben.“

Münster witterte eine kleine Chance, auf Dresdner Seite wurden die Mienen ein bisschen nachdenklicher. „Ich habe hier zwar noch nie verloren“, meinte Trainer Alexander Waibl, „aber wenn du einen Satz verlierst, ist der Weg in den Tiebreak nicht sehr weit. Kompliment an meine Mannschaft, dass sie am Ende doch wieder die Kurve bekommen hat. Wir haben schließlich auch noch viele junge Spielerinnen.“

Der USC hielt auch im vierten Durchgang lange dagegen. Unter dem Beifall der Fans drehte das Team einen 5:8-Rückstand in eine 11:9-Führung, doch dann kostete ihn ein 3:10-Lauf die Chance auf Zählbares. „Da haben wir ein paar Punkte zu leicht hergegeben“, sagte Angreiferin Ivana Vanjak, Münsters Punktbeste (17). Hindriksen ärgerte sich mehr über die erste Hälfte des Spiels. „Wir waren nicht aggressiv genug. Taktisch war da etwas anderes verabredet.“

Nächsten Sonntag genießt der USC erneut Heimrecht. Gegen den SC Potsdam sollen wieder Punkte eingefahren werden. Dresdens Coach Waibl verfolgt die Entwicklung in Münster mit großen Interesse. „Es gefällt mir, was gerade beim USC passiert. Die Mannschaft hat einen Plan und ihr Spiel Struktur. Der Trainer leistet sehr, sehr gute Arbeit.“

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