Volleyball: Bundesliga
USC Münster enttäuscht, aber nicht entmutigt

Münster -

Die Bundesliga-Volleyballerinnen des USC Münster sind schwer ins neue Jahr gekommen. Bei RW Erfurt startete das neue Jahr so, wie das alte endete: Mit einer knappen Niederlage. Kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken, befindet Trainer Teun Buijs ...

Montag, 08.01.2018, 14:01 Uhr

Ruhig und sachlich, auch wenn es mal nicht läuft: Teun Buijs, hier im Kreise von Nadja Schaus, Lisa Thomsen, Mareike Hindriksen und Ivana Vanjak (v.l.), verfällt nach der 2:3-Niederlage in Erfurt nicht in Aktionismus.
Ruhig und sachlich, auch wenn es mal nicht läuft: Teun Buijs, hier im Kreise von Nadja Schaus, Lisa Thomsen, Mareike Hindriksen und Ivana Vanjak (v.l.), verfällt nach der 2:3-Niederlage in Erfurt nicht in Aktionismus. Foto: Jürgen Peperhowe

Teun Buijs ist ein Trainer, der selten die Ruhe verliert und sich fast nie von Emotionen leiten lässt. Und so verfällt der Coach des USC Münster auch nach der zweiten Tiebreak-Niederlage am Stück nicht in Hektik, wenngleich der unerwartete Patzer beim Tabellenvorletzten SW Erfurt bitter schmeckt. „Das wird uns nicht umhauen, wir werden es im Video analysieren und dann gemeinsam darüber sprechen“, sagt der routinierte Coach, der nach der starken Hinrunde mit Rang vier nun eine veränderte Situation ausmacht. „Die erste Hälfte der Saison war sehr gut. Aber jetzt müssen wir mit dem Druck umgehen, diesen vierten Platz halten zu wollen. Das ist schwerer“, meint Buijs.

Zwei Durchgänge (25:16, 25:18) lang schienen die Unabhängigen mit der gestiegenen Erwartungshaltung zurechtzukommen, auch wenn der 57 Jahre alte Niederländer schon da nicht durchgehend zufrieden war. „Auch in den ersten beiden Sätzen hatten wir schon einige Fehler zu viel. Aber da hatten wir noch mehr gute Momente, so wurde der Druck für Erfurt zu groß“, sagt Buijs.

Nach der zehnminütigen Pause zwischen Abschnitt zwei und drei aber war es dann vorbei mit der USC-Herrlichkeit, zum Teil war das münsterische Spiel wild, die fehlerhaften Phasen überlagerten die guten. „Diese Pause ist in so einer Situation für jeden Coach ein Problem. Erfurt konnte danach neu anfangen, uns dagegen ist die Konzentration weggebrochen. Und dann ist unser Problem, dass wir zu wenig Spielerinnen mit Routine haben, um es zu regulieren“, sagt Buijs. „So wurde der Druck für uns immer mehr und mehr. Auf der anderen Seite hat Erfurt gemerkt, dass doch noch etwas geht.“ In der Tat wurden die Schwarz-Weißen von Ballwechsel zu Ballwechsel mutiger und entschlossener, glaubten plötzlich an den Coup. In der Abwehr – in diesem Punkt waren die Thüringer klar überlegen – kratzte SWE viele Bälle vom Boden, dazu trumpfte die überragende Erika Mercado (33 Punkte) mit ihrer hohen Durchschlagskraft auf. „Der Druck war eh schon groß, Erfurt war dann im Flow. Aber dann kam bei uns auch etwas Panik auf“, erklärte Buijs, warum sein Team die spielerische Linie nicht wiederfand und die durchaus vorhandenen Chancen liegenließ. „Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht, auch in entscheidenden Situationen“, so Buijs, der dabei an die Endphase im vierten Satz (dort hatte Münster drei Matchbälle) oder den Tiebreak dachte, als der USC mit neun Fehlern dem Gastgeber den Weg so eben wie möglich gemacht hatte.

Bei aller Enttäuschung über den Ausrutscher, mit dem die Westfalen den vierten Platz an die LiB Aachen abtreten mussten, behält der Trainer die Ruhe – sonst wäre Buijs nicht Buijs. „Es hat nicht viel gefehlt, dann hätten wir auch in Erfurt gewonnen. Wir wissen, wo unsere Probleme sind und werden daran arbeiten. Dafür brauchen wir etwas Zeit“, sagt Buijs und spricht damit auch die Situation auf der Diagonalen an. Diese Position ist seit den Ausfällen von Ivana Bulajic und Lena Vedder das Sorgenkind des USC. Gute Ansätze zeigte in Erfurt Neuzugang Liza Kastrup, die nach Weihnachten zum Team gestoßen war und die Lücke füllen soll. Eine stattliche Aufgabe für die 18-Jährige, an die sie sich herantastet. „Sie hat es in Erfurt nicht schlecht gemacht. Aber Liza steht taktisch da, wo die anderen im August waren. Da muss man verstehen, dass sie noch nicht durchgehend stabil spielen kann. Aber das Potenzial ist da, sie lernt schnell.“

Potenzial hat der USC auch. Das hat er in der Hinrunde bewiesen – das wird er in der Rückserie auch wieder abrufen müssen.

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