Reiten: Turnier der Sieger Alles im Lot beim „TdS“ – viel Lob von den Reitern

Münster -

Allenfalls sachte dürfte die Manöverkritik von Hendrik Snoek und seinem Organisationsteam ausfallen. Kleinig-, vielleicht gar nur Winzigkeiten gilt es zu verändern. Denn einmal mehr war das Turnier der Sieger ein top-organisierte Veranstaltung, die daher auch viel Lob von Reitern und Zuschauern bekam.

Von Henner Henning
Kaum einen Grund zur Skepsis gab es für Hendrik Snoek. Der Präsident des Westfälischen Reitervereins zog nach den vier Tagen ein positives Fazit – und erntete für das Turnier der Sieger 2017 wieder viele Komplimente.
Kaum einen Grund zur Skepsis gab es für Hendrik Snoek. Der Präsident des Westfälischen Reitervereins zog nach den vier Tagen ein positives Fazit – und erntete für das Turnier der Sieger 2017 wieder viele Komplimente. Foto: Jürgen Peperhowe

Es gehört zum Standard und zum festen Ablauf nach dem Turnier der Sieger, dass sich die Organisatoren zu einer Manöverkritik zusammenfinden. Doch auch in diesem Jahr dürfte die Analyse allenfalls Kleinigkeiten ans Licht befördern, die Hendrik Snoek und seinen Mitstreitern aufgefallen sind. „Einige Punkte stehen auf meiner Liste, was wir koordinativ besprechen müssen. Aber das Fazit fällt sehr gut aus. Der Sonntag war traumhaft, das Haus war pickepackevoll“, sagte Snoek.

Der Abschlusstag war so etwas wie die Entschädigung des verregneten Samstags, der beim Präsidenten des gastgebenden Westfälischen Reitervereins und bei seinen Mitstreitern für Sorgenfalten sorgen. Die Wassermassen brachten den Boden an die Grenze der Belastbarkeit, viel mehr Regen hätte der Untergrund kaum schlucken können.

Gedanken an das Jahr 2011 kamen auf, als das Turnier der Sieger fast „Land unter“ hätte melden müssen. Als Konsequenz investierte der Ausrichter in einen neuen Boden – und das zahlte sich nun aus. „Die Investition in den Boden hat sich verdient gemacht“, erklärte Snoek, der am Sonntag den Reitern nahezu perfekte Bedingungen bescheren konnte. „Da muss man auch unserer Boden-Crew ein Kompliment machen.“

Top-Leistungen im Parcours

Lob gab es dafür auch von den Sportlern, die sich mit Top-Leistungen im Parcours und Viereck revanchierten. „Das Turnier hier ist sehr gut organisiert, die Bedingungen für uns waren super“, sagte etwa Peder Fredricson. Der schwedische Olympia-Zweite war erstmals vor dem Schloss dabei und „genoss“ die Tage. In die gleiche Kerbe schlug der niederländische EM-Starter Marc Houtzager , der auf der Großen Tour mit Baccarat mit einem dritten und einem vierten Platz seine Klasse zeigte. „Ich komme hierhin immer gerne und bin dankbar, in Münster dabei sein zu dürfen. Ich hatte ein schönes Wochenende“, meinte Houtzager, der wie seine Kollegen als Gast des Reitervereins in den Genuss freier Kost und Logis kam – sicherlich ein Grund, warum sich die Reiter auch abseits des Parcours wohlfühlen und das Turnier schätzen.

Sportlich stimmte das Programm, das zeitlich seinen Rahmen gefunden hat. Die Reduzierung der Starter im Springreiten habe sich, so Snoek, ausgezahlt und für mehr Ruhe gesorgt. In der Dressur dagegen hätten sich die Zuschauer sicher zwei, drei Paare mehr gewünscht. So waren am Samstagabend in der Kür fünf, am Sonntagmorgen im Special nur sechs Duos dabei. „Acht am Sonntag sind sicher ideal. Vielmehr aber geht mit Blick auf die folgenden Prüfungen nicht“, so Snoek. Auch weil man pünktlich zu Beginn der TV-Übertragung fertig sein muss.

Das Dressur-Fazit von Vizepräsident Michael Klimke, der für diesen Bereich die Zügel in der Hand hält, aber dennoch positiv aus. „Die Leistungen, die wir auch auf der kleinen Tour mit tollen Nachwuchspferden gesehen haben, waren spitze“, sagte Klimke über die Ritte von Dorothee Schneider oder Anabel Balkenhol.

Alles im Lot also beim „TdS“, das sich im Tribünen- und Außenbereich neu aufgestellt hatte. Die neue Sitzplatzbereich vor dem Schloss mit Überdachungen an den Seiten oder die Plaza mit einer Großbildleinwand sorgten für ein positives Echo – wie so vieles, da konnte auch das Wetter nur bedingt stören. „Ende gut, alles gut“, sagte Paul Schockemöhle am Sonntag nach dem Großen Preis und brachte es simpel auf den Punkt.

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