Fußball: 3. Liga Preußen Münster erreicht historischen Tiefpunkt

Münster -

(Mit Spielszenen und Spieler-Einzelkritik) Der Schlusspfiff erlöste 4141 unentwegte Fans im Preußenstadion, für den Preußenvorstand dürfte der Abend in die Verlängerung gehen. Es gibt Gesprächsbedarf. Mit 1:4 unterlag Münster gegen Großaspach und beschließt die Vorrunde mit 18 Zählern - einem historischen Tiefstand. Es wird eng für Trainer Benno Möhlmann.

Von Ansgar Griebel
Preußen Münster gegen Großaspach im Preußenstadion. Foto: Peperhowe
Preußen Münster gegen Großaspach Foto: Jürgen Peperhowe

Sollte Preußen-Trainer Benno Möhlmann eine besinnliche Vorweihnachtszeit auf seinen weihnachtlichen Wunschzettel geschrieben haben, dann sollte er sich schon mal über Alternativen Gedanken machen. Die 1:4 (0:2)-Heimpleite gegen die SG Sonnenhof Großaspach dürfte aber nicht nur dem Trainer und seinen Schützlingen, sondern auch den Entscheidern beim SCP unruhige Adventswochen bescheren. Dabei ließ sich dieser Wintersamstag gut und durchaus sehenswert an: Die Preußen verbuchten ihre erste Chance nach nur 23 Sekunden, als erst Martin Kobylanski und dann Fabian Menig mit ihren Schussversuchen scheiterten. Initiator der Blitzoffensive war Tobias Rühle, der auch in der Folge auffällig agierte und sein Team zur spielbestimmenden Kraft auf dem Feld formte.

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Wir haben es uns selbst sehr schwer gemacht. Wir haben in den ersten 15 Minuten drei Chancen gehabt, die wir hätten nutzen müssen, um 1:0 in Führung zu gehen.

Benno Möhlmann (Trainer Preußen Münster)

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Fast schon tragisch, dass das erste Tor des Tages zwar von einem Preußen erzielt wurde, auf der Anzeigetafel aber den Gästen zugeschlagen wurde. Nach 32 Minuten bugsierte ausgerechnet Adriano Grimaldi den zweiten von Michael Vitzthum getretenen Eckball zum zu diesem Zeitpunkt unverdienten 0:1 ins Tor des machtlosen Max Schulze Niehues. Am 29. Juli hatte der Preußen-Kapitän sein zweites und bislang letztes Saisontor erzielt. Auf diese Nummer drei hätte er nur zu gerne verzichtet.

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Nach einem ordentlichen Start kam gar nichts mehr. Wir sitzen heute Abend zusammen, wie nach jedem Spiel.

Malte Metzelder (Sportdirektor Preußen Münster)

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Großaspach nahm das Geschenk gerne an und legte prompt nach: Nach 39 Minuten formierte sich der gesamt Preußenverbund zu einem sehenswerten Geleitschutz für die Gästespieler: Timo Rötger wurde von der Mittellinie aus gut 20 Meter eskortiert. Joseph-Claude Gyau durfte links schalten und walten, wohlwollend beobachtet von Preußen-Verteidiger Stephane Tritz, das Finale gehörte dann Saliou Sané, der im Strafraum Zeit und Muße hatte, zum 2:0 nachzulegen. Stark stimmungsreduziert ging es mit diesem ernüchternden Zwischenstand in die Pause.
Anschließend durfte Moritz Heinrich für den enttäuschenden Philipp Hoffmann ran. An den Machtverhältnissen auf dem Feld änderte das wenig.

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Ich bin rundumzufrieden mit meiner Mannschaft. Wir wollten brutale Disziplin haben auf dem Platz, das haben sie sehr gut gemacht.

Sascha Hildmann (Trainer Großaspach)

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Miserabler Auftritt der Preußen

Immerhin hatten die Preußen die erste Chance der zweiten Halbzeit: Stephane Tritz verzieht von der Strafraumgrenze nur knapp (56.). Doch die aufkeimende Hoffnung entpuppte sich als Fata Morgana, fast im Gegenzug ließ erneut Tritz Gyau auf der linken Seite marschieren und zum Abschluss kommen: 3:0 nach 58 Minuten - der Gnadenstoß für die Preußen kurz vor dem zweiten Advent. Daran änderte auch der prompte Ehrentreffer durch Grimaldi, diesmal auf der richtigen Seite, wenig. Sein 1:3 sorgte nicht für frischen Wind im Preußenangriff. Im Gegenteil: Hinten blieb die Truppe anfällig und wehrlos wie selten zuvor. Nach 72 Minuten machte sich Gästespieler Timo Röttger von der Mittellinie aus auf den langen und komplett ungestörten Weg zum 4:1. Eine Szene, die stellvertretend für den am Ende miserablen Auftritt der Preußen stand.
Der Schlusspfiff erlöste zumindest die Fans, in den Führungsgremien des Vereins wurde damit ein langer Diskussionsabend eingeläutet.

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Heute ist einfach ein Scheißtag, Entschuldigung.

Benno Möhlmann (Trainer Preußen Münster)

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Preußen Münster : Schulze Niehues - Tritz, Schweers,  Kittner, Menig - Scherder - Hoffmann (46. Heinrich), Rizzi, Kobylanski (71. Al Hazaimeh), Rühle - Grimaldi
 
Sonnenhof Großaspach: Broll - Thermann, Leist  Gehring, Vitzthum - Hoffmann (87. Pelivan), Hägele - Sohm, Gyau - Röttger (82. Rodriguez), Sane

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