Fußball: 3. Liga Nulldiät zwischen SF Lotte und Preußen Münster

Lotte / Münster -

Es war kalt, und es war insgesamt kein gutes Spiel. Auch an Toren konnten sich die nur 3084 Zuschauer nicht erwärmen. 0:0 hieß es am Samstag nach zwar intensiven, aber wenig hochklassigen 90 Minuten zwischen den Sportfreunden Lotte und Preußen Münster.

Von Alfred Stegemann
Luca Tankulic war bester Lotter Spieler. Hier setzt er sich gegen die Preußen Nico Rinderknecht (links) und Fabian Menig durch.
Luca Tankulic war bester Lotter Spieler. Hier setzt er sich gegen die Preußen Nico Rinderknecht (links) und Fabian Menig durch. Foto: Mrugalla

Es gab schon bessere Spiele zwischen den Sportfreunden Lotte und dem SC Preußen Münster . Am Samstag boten die beiden Münsterland-Kontrahenten bei Minusgraden im Frimo-Stadion eher Magerkost. Zwar blieb die Partie 90 Minuten lang spannend, intensiv war sie auch, spielerisch ließen aber beide einiges zu wünschen übrig. Zudem fand das Leder nicht den Weg ins Tor. 0:0 hieß es nach 90 Minuten. Ein Ergebnis, mit dem die Preußen eher leben können als die Sportfreunde. Die Gäste waren vor der Pause die dominierende Mannschaft, Lotte drückte dem Spiel im zweiten Durchgang den Stempel auf.

Spiel der Münsterland-Kontrahenten

„Wir können zufrieden sein“, fasste Münsters Mittelfeldspieler Sebastian Mai zusammen. „Wir nicht“, hielt SFL-Schlussmann Benedikt Fernandez dagegen. „In der zweiten Halbzeit waren wir die bessere Mannschaft, hatten mehr Chancen und dann in der Schlussphase das Riesending.“ Das „Riesending“, von dem Fernandez sprach, war die Chance für Kevin Freiberger , als er in der 87. Minute frei vor SCP-Keeper Max Schulze Niehues auftauchte, aber verzog.

Lesen Sie hier den Spielverlauf nach:

Re-Live: SF Lotte - Preußen Münster

Die Sportfreunde begannen aufgrund der Gelbsperren von Tim Wendel und Moritz Heyer mit einem leicht veränderten System hin zum 4:2:3:1. Joshua Putze im defensiven und ein wenig überraschend Luca Tankulic im offensiven Mittelfeld standen in der Startformation. Außerdem begann Michael Schulze als Linksverteidiger für Michael Hohnstedt.

Gegenüber dem 1:0-Sieg in der Vorwoche hatte Preußen-Coach Benno Möhlmann drei Änderungen vorgenommen. Für den verletzten Keeper Nils Körber stand Max Schulze Niehaus zwischen den Pfosten. Passen musste kurzfristig auch der aus Dreierwalde stammende defensive Mittelfeldspieler Simon Scherder wegen einer Muskelverletzung. Seinen Part nahm Sebastian Mai ein. Für den gelb-rot-gesperrten Stephane Tritz stand Nico Rinderknecht in der Startelf und fand sich im Mittelfeld wieder. Lennart Stoll rückte dafür auf die rechte Verteidiger-Position. Der Ex-Lotter Jerom Al-Hazaimeh saß zunächst auf der Bank.

Clevere Preußen in der Anfangsphase

Und die Gäste begannen forsch. Schon in der vierten Minute hatte Michele Rizzi die Führung auf dem Fuß, scheiterte aber an SFL-Schlussmann Benedikt Fernandez. Wenig später verpasste Kevin Freiberger auf der anderen Seite knapp das 1:0.

Die Anfangsphase ging an die Preußen, die im 4:1:4:1-System agierten. Sie machten das clever. Hinten sicher stehend, spielten sie schnell nach vorne. Im Abschluss haperte es dann allerdings. Die Sportfreunde taten sich schwer, fanden kaum ins Spiel. Erst nach einer knappen halben Stunde fanden sie sich besser zurecht. Die erste Halbzeit ging dennoch an die Gäste aus der Aaseestadt, und doch wäre Lotte um ein Haar mit einer Fühurng in die Kabine gegangen. In der 41. Minute wurde Joshua Putze an der Strafraumlinie freistehend von Freiberger bedient. Dessen Flachschuss verfehlte das Ziel aber um Zentimeter. Schulze-Niehues wäre machtlos gewesen.

Lotte legt nach der Pause zu

Mit mehr Esprit kamen die Hausherren aus der Kabine. Sie waren nun deutlich aktiver und nahmen das Heft in die Hand. Die Preußen sahen sich mehr und mehr zurückgedrängt. In der 60. Minute wäre es um ein Haar passiert. Einen Distanzschuss des starken Tankulic klärte Schulze-Niehues per Glanzparade. Das Spiel entscheiden können hätte dann Kevin Freiberger in der 87. Minute. Allein tauchte er vor Schulze-Niehues auf, verfehlte den Preußen-Kasten aber um wenige Zentimeter. Das war´s, es blieb beim 0:0.

Trainerstimmen:

Benno Möhlmann (Preußen Münster): „Wir können derzeit keine fußballerische Feinkost anbieten. In der Defensive hatten wir das Spiel ganz gut im. In Offensivaktionen haben wir wenig bis ganz wenig zustande gebracht. In der ersten Halbzeit war es ok. Wären wir da noch selbstbewusster aufgetreten, wären wir wohl in Führung gegangen. In der zweiten Halbzeit waren wir nicht mehr so gut im Spiel, mussten einige Chancen gegen uns hinnehmen. Mit dem 0:0 können wir zufrieden sein.“

Andreas Golombek (SF Lotte): „Man hat gemerkt, dass beide Mannschaften wussten, worum es geht. Für beide war viel Druck da. In der ersten Halbzeit hatte Münster mehr vom Spiel, war vor allem bei Standards gefährlich. Da hat es einige Male gebrannt. In der zweiten Halbzeit waren wir besser im Spiel und hatten in der 87. Minute den Big-Point mit der Chance von Kevin Freiberger. Deshalb können wir nicht ganz zufrieden sein mit dem einen Punkt, weil wir auch in der zweiten Halbzeit die bessere Mannschaft waren. Auf der anderen Seite muss man das Positive sehen, da wir endlich mal wieder zu Null gespielt haben. Mit unserer Leistung bin ich nicht unzufrieden.“

Zum Spiel:

SF Lotte: Fernandez - Langlitz, Straith, Rossmann, Schulze - Dej, Putze - Tankulic (82. Rosinger) - Freiberger, Al Ghaddioui, Oesterhelweg (73. Pires-Roedrigues).

Preußen Münster : Schulze Niehues – Stoll, Kittner, Schweers, Menig – Mai - Rühle (72. Al Hazaimeh), Rinderknecht, Rizzi (89. Wiebe), Kobylanski - Grimaldi (82. Steinfeldt)

Tore : Fehlanzeige - Schiedsrichter: Christof Günsch (Marburg). - Gelbe Karten: Oesterhelweg, Tankulic, Putze - Kobylanski. - Zuschauer: 3084.

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