Fußball: 3. Liga
Leichter Preußen-Aufwärtstrend endet in Haching schon wieder

Unterhaching -

Der kleine Aufschwung des SC Preußen ist schon wieder Geschichte. Zwei Wochen nach dem Derbysieg kassierte der Drittligist bei der SpVgg Unterhaching eine unnötige 0:1 (0:0)-Niederlage. Defensiv stand der Gast lange gut, nur nach vorne war das wieder zu zurückhaltend.

Samstag, 14.10.2017, 16:10 Uhr

Foto: Fehrmann

Preußen Münster darf sich wohl darauf einstellen, für längere Zeit in der unteren Tabellenhälfte kleben zu bleiben. Bei der SpVgg Unterhaching unterlag das Team am Samstag mit 0:1 (0:0). Die Hausherren feierten ihren vierten Sieg ohne Gegentor am Stück. Der SCP musste sich den Vorwurf gefallen lassen, nach vorne zu wenig investiert zu haben.

"Das Ergebnis geht in Ordnung", sagte Trainer Benno Möhlmann. "Der Gegner war über 90 Minuten spielstärker und hat klarer gespielt." Sportchef Malte Metzelder räumte ein: "Wie das Tor fällt, das ist einfach super ärgerlich, weil wir da zu viele Fehler produzieren." Nico Rinderknecht, der auf der Zehn spielte, meinte: "Verteidigt haben wir es schon ganz gut, aber Haching hatte eben auch viel mehr Ballbesitz."

Wie das Tor fällt, das ist einfach super ärgerlich, weil wir da zu viele Fehler produzieren.

Sportchef Malte Metzelder

Typisches Spiel der Münsteraner

Die Gäste begannen mit einer Änderung. Für den angeschlagenen Sandrino Braun begann Danilo Wiebe im Mittelfeld. Auf der Bank nahmen die A-Junioren Luis Klante (Tor) und Justin Steinkötter Platz. Wie angekündigt, standen die Preußen erst mal sehr tief und suchten ihr Heil in einer konsequenten Zweikampfführung. So hielten sie die Hausherren zielsicher vom eigenen Tor fern. Allerdings ließ der SCP zu viele Standards zu, nach einem solchen kam Top-Torjäger Stephan Hain per Kopf zur ersten Chance, Nils Körber lenkte den Ball aber über die Latte (20.).

Unterhaching vs. Preußen Münster

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  • 171014 UnterhachingMuenster  058 Foto: Wolfgang Fehrmann
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Es war schon ein typisches Spiel der Münsteraner in der Fremde für diese Saison. Eine dichte Defensive hielt den Laden zusammen, nach vorne passierte aber herzlich wenig. Nach einer halben Stunde wurde es dann plötzlich hinten richtig brenzlig. Erstmals passte die Viererkette nicht auf, Thomas Steinherr sprintete links allen davon, scheiterte dann aus spitzem Winkel aber an Körber (30.). Und Sekunden später wäre Sebastian Mai fast ein Eigentor unterlaufen, obwohl sein Keeper eigentlich zur Stelle war (31.).

Lesen Sie hier den Spielverlauf nach:

Auf der anderen Seite kam Philipp Hoffmann nach einem Konter mal zum Abschluss, sein abgefälschter Schuss flog knapp über die Latte (34.). Die Bayern bestimmten aber weiter das Tempo - ohne dabei bis zur Pause brandgefährlich zu werden.

Aktivere Preußen nach der Halbzeit

Mit dem Wiederanpfiff wurden die Preußen dann etwas aktiver. Eine strittige Szene gab es nach 54 Minuten: Tobias Rühle ging nach einem Zweikampf mit Christoph Greger im Sechzehner zu Boden und forderte Elfmeter, die Hachinger wollten dagegen die Ampelkarte für den bereits verwarnten Stürmer sehen. Beides blieb aus - eine völlig korrekte Entscheidung von Referee Tim Skorczyk. Auf der Gegenseite parierte Körber den nächsten Steinherr-Versuch aus spitzem Winkel (57.).

Der Gegner war über 90 Minuten spielstärker und hat klarer gespielt.

Trainer Benno Möhlmann

Es schien dennoch so, als bekämen die Preußen die Sache immer besser in den Griff. Doch dann folgten zwei böse Blackouts binnen weniger Momente: Ulrich Taffertshofer schlägt eigentlich einen Verlegenheitsball nach vorne, den Ole Kittner unterschätzt. Plötzlich ist Hain frei vor Körber, der mit den Fäusten zunächst klärt - doch direkt vor die Füße von Sascha Bigalke, der den Ball aus 16 Metern per Heber ins leere Tor befördert (66.).

SpVgg Unterhaching vs. Preußen Münster: Einzelkritik der Spieler

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  • Danilo Wiebe

    Danilo Wiebe: Präsentierte sich anders als bei seinen bisherigen Startelfeinsätzen sehr zweikampfstark, rieb sich in den direkten Duellen auf und trieb das Spiel beizeiten auch mal an. Am Ende ging etwas Konzentration verloren. Note: 3

    Foto: Jürgen Peperhowe u.a
  • Fabian Menig: Seine Aufgabe auf der linken defensiven Außenbahn erfüllte er wieder einmal ohne große Fehler. Antizipierte gegen Steinherr und vor allem Finn Porath mehrfach gut. Nur keine Akzente nach vorne. Note: 3

    Foto: Jürgen Peperhowe u.a
  • Jeroen Al-Hazaimeh: Kam für die Schlussviertelstunde, hatte aber eher unglückliche Szenen. Keine Note

    Foto: Jürgen Peperhowe u.a
  • Martin Kobylanski: Tauchte nur bei den Standards der Preußen als Schütze auf. Ansonsten ging er vielem einfach aus dem Weg. Note: 5

    Foto: Jürgen Peperhowe u.a
  • Michele Rizzi: Viele Fehler leistete er sich nicht, die Abspiele kamen an. Aber erneut zu unauffällig für einen Mann mit seinen unbestrittenen Qualitäten. Note: 3,5

    Foto: Jürgen Peperhowe u.a
  • Moritz Heinrich: Ganz späte Einwechslung, fiel nicht mehr auf. Keine Note

    Foto: Jürgen Peperhowe u.a
  • Nico Rinderknecht: Trug als Zehner zur Stabilität bei, weil er keine Zweikämpfe scheute. Doch besonders viel für das Offensivspiel tat er nicht. Am Ende mit zwei passablen Distanzschüssen. Note: 3,5

    Foto: Jürgen Peperhowe u.a
  • Nils Körber: Auf der Linie, etwa bei den Versuchen von Steinherr, tadellos. Doch nach Rückgaben oder bei Abstößen segelten seine Bälle reihenweise ins Aus. Und beim Tor faustete er den Ball genau vor die Füße von Bigalke. Note: 4

    Foto: Jürgen Peperhowe u.a
  • Ole Kittner: Eigentlich ein grundsolides Spiel mit nur ganz vereinzelten Wacklern. Sein Stellungsfehler vor dem Gegentor war aber letztlich der eine Fehler, der die Partie entschied. Note: 4

    Foto: Jürgen Peperhowe u.a
  • Philipp Hoffmann: Einige Male kam er in eine gute Position auf der rechten Seite, doch die Effektivität bei seinen Flanken fehlte genauso wie das Durchsetzungsvermögen. Note: 4,5

    Foto: Jürgen Peperhowe u.a
  • Sebastian Mai: In der Luft schwer zu bezwingen, da machte dem Abwehrchef keiner etwas vor. Einmal hätte er fast ein Eigentor produziert. In der Schlussphase erfolglos bei jedem Angriff mit vorne. Note: 3

    Foto: Jürgen Peperhowe u.a
  • Stéphane Tritz: Solides Handwerk des Franzosen. Vereinzelt schaltete er sich nach vorne ein. Doch in der Defensive wurde es über seine Seite auch mehrfach brenzlig. Note: 3,5

    Foto: Jürgen Peperhowe u.a
  • Tobias Rühle: Wie so oft schon viel unterwegs, hart am Mann, immer auf der Suche nach dem Freistoß. Aber unterm Strich kaum Raumgewinn, kein Abschluss, fast sogar eine Ampelkarte. Note: 4

    Foto: Jürgen Peperhowe u.a
  • Justin Steinkötter: Drittliga-Debüt und gleich mittendrin. Setzte sich zumindest öfter in Szene als mancher Offensivkollege, etwa mit einem Fallrückzieher. Keine Note

    Foto: Jürgen Peperhowe u.a

Kittner sprach seinen Keeper hinterher von jeder Schuld frei: "Ich habe in dem Moment, auch wenn es sich blöd anhört, genau in die Sonne geguckt. Nils kann da nicht anders reagieren. Möhlmann widersprach ein wenig: "Den Ball kann man vielleicht auch zur Seite fausten." Drin war die Kugel am Ende jedenfalls so oder so.

Es schien dennoch so, als bekämen die Preußen die Sache immer besser in den Griff. Doch dann folgten zwei böse Blackouts binnen weniger Momente: Ulrich Taffertshofer schlägt eigentlich einen Verlegenheitsball nach vorne, den Ole Kittner unterschätzt. Plötzlich ist Hain frei vor Körber, der mit den Fäusten zunächst klärt - doch direkt vor die Füße von Sascha Bigalke, der den Ball aus 16 Metern per Heber ins leere Tor befördert (66.).

Münster mit leeren Händen

Wie reagiert Münster? Das war jetzt die Frage. Rinderknecht fasste sich von der Strafraumgrenze mal ein Herz, sein Schuss war aber einen Meter zu hoch angesetzt (71.). Und er probierte es gleich noch mal aus ähnlicher Distanz per Schlenzer (75.) - wieder drüber. Direkt danach ging’s runter für den Leihspieler, und Talent Steinkötter kam als zweite Spitze (zudem ersetzte Jeron Al-Hazaimeh Fabian Menig). Der Youngster brachte mit seinem Nachsetzen gleich Unterhachings Keeper Korbinian Müller in arge Bedrängnis (77.). Das sollte also das Signal zur Schlussoffensive sein.

Doch zunächst vereitelte Körber gegen den von Steinherr freigespielten Thomas Hagn die Entscheidung (80.). Dann zeigte sich noch mal Steinkötter mit einem Fallrückzieher, der aber aufs Netz fiel (87.). Nach einer Flanke des gerade eingewechselten Moritz Heinrich kam auch Al-Hazaimeh noch mal zum Kopfball, geriet aber in Rücklage (90.). Und Heinrichs Distanzschuss flog noch knapp vorbei (90.+2). Das war es dann aber auch. Münster trat mit leeren Händen die Rückfahrt an.

Zum Spiel:

SpVgg: Müller - Bauer, Welzmüller, Winkler, Dombrowka - Steinherr (85. Schimmer), Greger (81. Schels), Taffertshofer, Porath (72. Hagn) - Bigalke - Hain

SCP: Körber - Tritz, Kittner, Mai, Menig (76. Al-Hazaimeh) - Rizzi, Wiebe - Hoffmann (82. Heinrich), Rinderknecht (76. Steinkötter), Kobylanski - Rühle

Schiedsrichter: Tim Skorczyk (Salzgitter)

Tore: 1:0 Bigalke (66.)

Zuschauer: 3750

Gelb: Rühle

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