Fußball: 3. Liga
Preußen Münster setzt VfL Osnabrück in denkwürdigem Derby mit 4:1 matt

Münster -

Die 13 ist weit mehr als eine Primzahl. Viele Menschen haben im Unterbewusstsein Angst vor dieser mystischen Zahl, weil sie hinter ihr eine Gefahr vermuten. Unglückszahl hin, Aberglaube her: Preußen Münster hat am Samstag seinen ganz eigenen Spuk mit dem VfL Osnabrück veranstaltet.

Sonntag, 01.10.2017, 11:10 Uhr

Torjubel im Regen: Kobylanski und Kittner freuen sich über die komfortable Führung Foto: Jürgen Peperhowe

Im 13. Derby der beiden langjährigen Konkurrenten in Liga drei schossen die Platzherren die Lila-Weißen mit 4:1 aus dem Rund an der Hammer Straße und beförderten sie eindrucksvoll zurück ins benachbarte Niedersachsen. Traurig: In beiden Fanblöcken wurden etliche Rauchtöpfe gezündet, die den Deutschen-Fußball-Bund (DFB) einmal mehr auf den Plan rufen werden. Das dürfte teuer werden.

Seit sieben Spielen sieglos

Die Statistik ließ im Vorfeld Böses erahnen. Seit sieben Spielen waren die Preußen in der Liga sieglos, der letzte Erfolg datierte vom 2. August in Würzburg (1:0). Und weil Münster bislang nur 8,2 Prozent seiner Chancen nutzte, nur Erfurt ist mit einem Wert von 7,3 Prozent schlechter, konnte einem Angst und Bange werden.

Neue Formation bei Preußen

Münsters Trainer Benno Möhlmann hatte seine Formation nach dem dürftigen Auftritt in Jena gleich auf drei Positionen verändert. Für Lion Schweers rückte Ole Kittner in die Innenverteidigung, Sandrino Braun übernahm den Part von Simon Scherder auf der Sechs, Tobias Rühle durfte ganz vorne ran. Dort, wo es eigentlich Adriano Grimaldi richten sollte. Der Deutsch-Italiener stand nicht mal im Kader. Moritz Heinrich, in der Vorwoche noch in der ersten Elf, drückte die Bank.

Saison 2017/18 - 11. Spieltag: Preußen Münster - VfL Osnabrück

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  • Rühle gegen Marcel Appiah.

    Rühle gegen Marcel Appiah.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Erneuter Zweikampf von Rühle mit schmerzhaftem Ende, diesmal gegen Kamer Kasniqi.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Früher Torjubel im Regen: Kittner erzielt den Treffer.

    Früher Torjubel im Regen: Kittner erzielt den Treffer.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rühle gegen Falkenberg.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Qualm im Preußenstadion: Pyrotechnik auf der Tribüne des Gastgebers.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die Gäste aus Osnabrück kontern ebenfalls mit Pyrotechnik.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Adam Susac gegen Rizzi.

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  • Mai gegen Emmanuel Iyoha.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kapitän Grimaldi sitzt verletzt auf der Tribüne.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Torjubel Rühle Marcel Appiah.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Malte Metzelder.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Westermann und Malte Metzelder.

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  • VfL-Trainer Joe Enochs.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tritz, Menig und Hoffmann jubeln erneut.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Möhlmann und Gans.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ratlosigkeit bei Joe Enochs.

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  • Tritz gegen Marc Wachs.

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  • Torjubel mit Rühle und Rinderknecht.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Fairplay: Benno Möhlmann und Joe Enochs schütteln sich die Hände.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Torjubel von Kobylanski.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zweikampf mit Mai.

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  • Rühle, Rinderknecht und Stoll freuen sich über die hohe Führung.

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  • Mai und Savran im Gedankenaustausch.

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  • Torjubel mit Kobylanski, Braun, Tritz und Hoffmann.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kritischer Blick von Westermann und Malte Metzelder.

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  • Körber rettet vor Halil Savran.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Torjubel von Kittner.

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  • Rühle, Al-Hazaimeh, Kittner und Menig feiern den Sieg.

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  • Benno Möhlmann und Joe Enochs trennen sich friedlich.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die Mannschaft jubelt.

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  • Bengalos im Gästeblock.

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  • Kobylanski, Rühle und Al-Hazaimeh feiern gemeinsam.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Möhlmann mit Rühle.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die Mannschaft feiert mit den Fans.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die Mannschaft feiert mit den Fans.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die Mannschaft feiert mit den Fans.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die Mannschaft feiert mit den Fans.

    Foto: Jürgen Peperhowe

VfL Osnabrück ohne Konzept

Die Maßnahme, Kittner vor 9313 Zuschauern in die erste Elf zu beordern, sollte sich schon nach vier Minuten auszahlen. Michele Rizzi nahm bei der ersten Ecke für die Preußen genau Maß und zirkelte das Leder auf den Kopf des Abwehrspielers, der wuchtig zur Führung einköpfte. Münster 1, Osnabrück 0. Was für ein Auftakt. Osnabrück machte nicht die Anstalten, in der Folge etwas an dem Spielstand ändern zu wollen. Harmlos, ideenlos, planlos, der VfL hatte kein Konzept. Dafür Münster, Martin Kobylanski bediente in Minute 29 Tobias Rühle, der ebenfalls seinen Schädel hinhielt: 2:0. Völlig verdient.

Video-Interviews

Unmittelbar nach der Pause überschlugen sich dann die Ereignisse. Für einen Moment schien der Gast aus Osnabrück wieder im Spiel, als Schiedsrichter Sven Jablonski (Bremen) nach einem Foulspiel von Sebastian Mai am eingewechselten Marcos Alvarez auf den Punkt zeigte. Halil Savran ließ sich dieses Geschenk nicht entgehen und verkürzte auf 1:2 (48.). Das fünfte Tor von Savran in den letzten sechs Derbys. Guter, treffsicherer Mann.

Drei Mal Elfmeter in wenigen Minuten

Einzelkritik: Preußen Münster - VfL Osnabrück

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  • Nils Körber

    Nils Körber - Note 3: Für eine bessere Note hätte der Gegner etwas mehr tun müssen. So reicht es für ein absolut befriedigend. Viel war nicht zu tun, was kam, wurde erledigt. Der Strafstoß war unhaltbar.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Stephane Tritz - Note 2,5: Auf seiner Seite brannte hinten nichts an, nach vorne agierte der Franzose vergleichsweise zurückhaltend. Das übernahmen die Kollege zur allgemeinen Zufriedenheit.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sebastian Mai - Note 3: Solide Vorstellung, verursachte allerdings den Strafstoß -- angesichts des Endstands ein verzeihlicher Makel.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ole Kittner - Note 2: Wie Kollege Mai stets Herr der Lage, aber mit seinem ganz wichtigen Treffer zum 1:0 der Dosenöffner, Brustlöser, was auch immer für dieses Spiel.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Fabian Menig - Note 3: Über die linke Preußenseite gab es kein Durchkommen für den VfL, Menig sei Dank.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Michele Rizzi - Note 3: Zentraler Punkt in einem Mittelfeld, das an diesem Nachmittag allerdings schwach besucht war. Es ging schnell auf und ab. Rizzi war immer da, wenn er gebraucht wurde.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Hoffmann - Note 2,5: Erster Zuarbeiter des überragenden Sturmduos, stand aber nicht nur im Schatten, sondern suchte selber das Rampenlicht. Der Aufwärtstrend war unverkennbar.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Nico Rinderknecht - Note 2,5: Zunächst vor allem bemüht, später durch sein erstes Saisontor auch belohnt. Wächst spürbar ins Team.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Martin Kobylanski - Note 1,5: Verschießt einen Strafstoß. Und warum? Weil er es kann: Der Pole erwischt einen Sahnetag und ist mit einem Treffer und einem Assist und trotz des Fehlschusses in der 53. Minute bester Mann auf dem Platz.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tobias Rühle - Note 1,5: Brauchte einige Spiele und gegen Osnabrück noch einige Minuten, ehe er das Anforderungsprofil eines Mittelstürmers in jeder Hinsicht erfüllte -- und das sehr gut: Als Torschütze, als Vorbereiter und immer im Blickpunkt. Ganz starker Auftritt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sandrino Braun - Note 3,5: Agierte lange am unauffälligsten im Preußen-Trikot, hängte sich in der Schlussphase noch einmal richtig rein und hielt das Team zusammen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jeroen Al-Hazaimeh: Löste Philipp Hoffmann ab. Agierte gewohnt engagiert, ohne Akzente setzen zu können.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lennart Stoll: Zehn gut genutzte Minuten: An der Vorbereitung des vierten Treffers beteiligt, den fünften auf dem Kopf. Ordentlicher Kurzauftritt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Moritz Heinrich: Durfte zum Jubeln auf das Feld, hat er gut gemacht. Für eine Spielnote aber nicht genug.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Nur eine Minute später war dann die andere Seite Schauplatz eines Strafstoßes. Osnabrücks Tormann Marius Gersbeck fällte Rühle. Elfmeter. Martin Kobylanski trat an und setzte das Leder unhaltbar rechts unten in die lila-weißen Maschen (51.). Kurios: Abermals zwei Minuten später lag der Ball wieder auf dem Punkt. Der eingewechselte Furkan Zorba fuhr die Sense gegen Philipp Hoffmann aus. Klare Sache. Nicht aber für Kobylanski, der diesmal in Gersbeck seinen Meister fand. Das wäre die Vorentscheidung gewesen.

Die besorgte dann in Minute 83 Rico Rinderknecht, der mustergültig von Michele Rizzi bedient wurde. Münster macht einen Sprung auf Rang elf, während der VfL im Tabellenkeller auf Platz 19 erstarrt ist. Nicht unmöglich, dass Trainer Joe Enochs nach diesem blutleeren Auftritt seiner Jungs selbst die Konsequenzen zieht. Das 13. Derby kostet ihm möglicherweise den Job. Unglückszahl hin, Aberglaube her.

Stimmen zum Spiel

Preußen-Trainer Benno Möhlmann:

„Wir sind alle sehr froh. Wir haben das Derby in dieser nicht einfachen Situation als Chance gesehen. Die haben wir genutzt, wir waren mutig und engagiert, haben über 90 Minuten Druck gemacht. Das war sehr eindrucksvoll.“

VfL-Trainer Joe Enochs:

„Wir haben uns so viel vorgenommen. Nach vier Minuten kann man alles in die Tonne kloppen. Wir haben nur eine Chance in der ersten Hälfte, das ist zu wenig. Das 2:0 zur Pause geht vollkommen in Ordnung. Nach der Pause haben wir umgestellt und versucht, offensiver zu spielen. Der erste Elfmeter spielt uns in die Karten, der zweite Elfmeter für Münster bricht uns das Genick. So eine Niederlage im Derby tut richtig weh.“

...

Statistik:

Die Mannschaftsaufstellungen:

Preußen: Körber - Tritz, Kittner, Mai, Menig - Braun, Rizzi - Hoffmann (73. Al-Hazaimeh), Rinderknecht, Rühle (87. Heinrich) - Kobylanski (82. Stoll).

Osnabrück: Gersbeck - Falkenberg (46. Zorba), Appiah, Susac, Wachs - Krasniqi, Danneberg - Heider, Reimerink (46. Alvarez) - Savran, Iyoha (69. Tigges).

Tore: 1:0 Kittner (4.), 2:0 Rühle (29.), 2:1 Savran (48./FE), 3:1 Kobylanski (51./FE), 4:1 Rinderknecht (83.).

Zuschauer: 9313.

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