Fußball: 3. Liga Credo bei den Preußen: Nur nicht Schlusslicht Zwickau unterschätzen

Münster -

Nach zwei Heimniederlagen in Folge will der SC Preußen jeden Zweifel an einer aufkommenden Schwäche im eigenen Stadion im Keim ersticken. Dafür wäre ein Sieg am Freitag (19 Uhr) gegen den FSV Zwickau notwendig. Trainer Benno Möhlmann fordert vor allem eines: Tore, Tore, Tore.

Von Alexander Heflik
Beim letzten Aufeinandertreffen hatten die Preußen mit Jeron Al-Hazaimeh (links) und Lion Schweers den Gegner aus Zwickau, hier Ronny König, gut im Griff.
Beim letzten Aufeinandertreffen hatten die Preußen mit Jeron Al-Hazaimeh (links) und Lion Schweers den Gegner aus Zwickau, hier Ronny König, gut im Griff. Foto: Jürgen Peperhowe

Licht an für die erste Flutlichtpartie für Preußen Münster in dieser Saison. Und wenn das am Freitag um 19 Uhr passiert, dann steht der FSV Zwickau vor der Tür – sowas wie ein liebgewonnener Gegner des Fußball-Drittligisten. Zwei Spiele, zwei Siege, beide in der Vorsaison, der dritte Streich soll jetzt folgen. Doch Trainer Benno Möhlmann kann nicht genug warnen vor der Partie gegen den aktuell sieglosen Tabellenletzten: „Weil Zwickau Letzter ist, ist das kein Grund, dass wir gewinnen.“ Will sagen, selbstverständlich und ein Selbstläufer ist das nicht.

Zumal die Preußen zuletzt nicht mehr die Heimstärke der Vorsaison auf dem Parkett zeigen konnten. Jeweils 0:1-Niederlagen gegen Bremen 2 und Magdeburg waren Schläge ins Kontor. So rutschte der SCP ins Mittelfeld der Liga ab, die Partie gegen Zwickau wird ein wenig Aufschluss darüber geben, wo die Reise weiter hingehen könnte. „Wir sind in der Pflicht, zuhause wieder Tore zu machen“, fordert Möhlmann mehr als nur eine kämpferisch gute Einstellung sowie das Herausspielen von Chancen. Er will Tore sehen, vielleicht auch ein bisschen Spektakel.

Im Training wurde bei den sogenannten Abschlüssen besonders genau hingesehen, leichtfertig vergebene Möglichkeiten härter kritisiert als sonst. Möhlmann will die Sinne schärfen, er ist nicht zufrieden mit Platz zehn. Da geht noch was.

Also, Gegner nicht unterschätzen, konzentriert sein und Tore schießen, so lauten gleich mal drei wichtige Aufgabenstellungen für die Adlerträger. „Zwickau ist eine gute, eine vernünftige Drittliga-Mannschaft. Sie haben in Münster nicht mehr Druck als sonst“, kann der 63 Jahre alte SCP-Coach nicht häufig genug auf die Qualitäten des FSV hinweisen. Für seine Männer lautet die Botschaft: „Wir müssen unsere Sachen sehr gut machen.“

Personell stehen den Preußen 17 Feldspieler zur Verfügung. Mittelfeld-Allrounder Nico Rinderknecht hat nach einer lange Verletzungspause Trainingsrückstände aufgeholt. Es fehlen weiterhin die Langzeitverletzten Lucas Cueto, Benjamin Schwarz und Tobias Warschewski.

Gegner-Check: FSV Zwickau

Ausgangslage: Zwickau steht mit dem Rücken zur Wand, hat nur zwei Zähler nach sechs Spieltagen. Münster kann mit einem Sieg die Krise beim Tabellenfünften der Vorsaison weiter verschärfen. In der Vorsaison gewann der SCP glücklich mit 1:0 in Zwickau und fertigte den FSV im Rückspiel mit 5:1 ab.

Personal: Kapitän Toni Wachsmuth kehrt zurück ins Team, Die Nach-Verpflichtungen mit Innenverteidiger Nico Antonitsch und Angreifer Bentley Baxter Bahn stehen zumindest im Kader. Ex-Preuße Sinan Tekerci (23) hat noch keinen Stammplatz, in Münster droht ihm das Reservistendasein. Der FSV wird mit einem 4-4-2-System erwartet.

Trainer: Der heute 39 Jahre alte Fußballlehrer Torsten Ziegner beendet im Sommer 2012 seine aktive Karriere beim FSV und übernahm gleich den Trainerposten von Nico Quade. Der Aufstieg aus der Regionalliga Süd nach dem Erfolg über SV Elversberg in der Relegation war 2016 sein Meisterstück. Trotz der aktuellen Negativserie wackelt sein Stuhl in Zwickau nicht. Wird zumindest von Vereinsseite betont.

Kuriosum: Zwickaus Tabellenstände in der 3. Liga sind wie eine Achterbahnfahrt. In der Hinrunde der Vorsaison Vorletzter (17 Punkte), in der Rückrunde punktgleich Bester gemeinsam mit Aufsteiger Holstein Kiel (39 Punkte). Jetzt wieder Schlusslicht. Man versuchte sich an der Quadratur des Kreises, dünnte das 27er Aufgebot von 2016/17 auf 20 Spieler aus, um nun wieder mit späten Transfers bei 25 Akteuren zu stehen.

Etwas Spannung gibt es bei der Aufstellung, zum Beispiel, ob der zuletzt beim 1:1 in Rostock überzeugende Sandrino Braun in der Mittelfeldzentrale den Vorzug vor Danilo Wiebe erhält. Auch Tobias Rühle war angeschlagen, möglicherweise ist das auf der rechten offensiven Seite die Chance für Philipp Hoffmann.►  Besucher: Im Vorverkauf gingen 4000 Tickets weg, es wird mit rund 7500 Zuschauern gerechnet. ► Münster: Körber - Tritz, Schweers, Mai, Menig – Hoffmann, Braun, Rizzi, Al-Hazaimeh – Kobylanski – Grimaldi.

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