Fußball: 3. Liga
Magdeburg siegt 1:0 und bleibt Angstgegner von Preußen Münster

Münster -

Michel Niemyer hat dem 1. FC Magdeburg den 1:0-Auswärtssieg beim SC Preußen Münster beschert. Vor 7269 war dies der fünfte Sieg des FCM gegen den SCP in der 3. Liga in Serie. Münster kassierte damit die zweite Heimniederlage in Folge und versinkt nach gutem Saisonstart im Mittelfeld.

Samstag, 19.08.2017, 16:08 Uhr

SC Preußen Münster - Magdeburg : Wiebe gegen Björn Rother Foto: Jürgen Peperhowe

Wieder daheim verloren, wieder kein Tor geschossen. Der SC Preußen Münster hat vor 7269 Zuschauer den Auftritt gegen den 1. FC Magdeburg mit 0:1 (0:0) verloren. Wie schon gegen Werder Bremen II beim 0:1 steht das Team von Trainer Benno Möhlmann mit leeren Händen da. Der positive Eindruck vom Saisonstart verpufft so. Michel Niemeyer (69.) vollendete einen der wenigen Angriffe des Aufstiegsanwärters zum Sieg. Es war der fünfte Sieg für Magdeburg über Münster in der 3. Liga seit 2015. Das nennt man wohl Angstgegner.

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Möhlmann hatte mal wieder für personelle Überraschungen gesorgt. Sebastian Mai rückte in das defensive Mittelfeld vor, Ole Kittner von der Bank in die Innenverteidigung. Der SCP-Coach wollte mehr Stabilität und Chancengleichheit mit Magdeburgs starker Mittelfeldreihe. Das gelang über weite Strecken ordentlich.

Zweikampfstark, aber fehlende Effektivität

Denn die Hausherren hatten gleich Betriebstemperatur erreicht und waren voll da. Bereits nach elf Minuten hatte Michele Rizzi die Führung auf dem Fuß, als er eine Flanke von Martin Kobylanski aber nicht entschlossen genug verwertete. Er hätte direkt draufhalten sollen, volles Risiko halt. Drei Minuten später lief der nächste griffige Angriff der Preußen, aber das Anspiel von Tobias Rühle konnte Adriano Grimaldi nicht zum Tor verwerten. Als der aufgerückte Rechtsverteidiger Stephane Tritz (20.) am Strafraum nicht den direkten Weg suchte, sondern noch einen Querpass einstreuen wollte, war das Dilemma der Gastgeber klar: Hinten weitestgehend sicher und zweikampfstark, vorne mit einer guten Anlage, aber auch erneut fehlender Effektivität beim Abschluss. Der Lohn für eine gute Startphase blieb aus.

SC Preußen Münster vs. 1. FC Magdeburg

1/30
  • SC Preußen Münster vs. 1. FC Magdeburg
SC Preußen Münster vs. 1. FC Magdeburg Foto: Jürgen Peperhowe
  • SC Preußen Münster vs. 1. FC Magdeburg Foto: Jürgen Peperhowe
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  • SC Preußen Münster vs. 1. FC Magdeburg Foto: Jürgen Peperhowe

Die Magdeburger kamen mit Verzögerung. Erster Warnschuss war der von Andreas Ludwig (36.), den SCP-Schlussmann Nils Körber per Fußabwehr klärte. Wenig später versuchte es erneut Ludwig von der Strafraumgrenze. Doch insgesamt hatten die Preußen den Gegner gut unter Kontrolle. Intensiv war die Partie, temporeich, aber nicht mit ganz vielen Möglichkeiten.

Die Preußen legten noch einmal ein paar Scheite auf das Feuer, doch sowohl Grimaldi und Lion Schweers im Doppelpack (38.) als auch Kobylanski mit einem Schlenzer sowie folgender Direktabnahme von Mai (41.) führten nicht zum erhofften Treffer. Münsters letztes Hallo nach einem Konter mit Schuss von Grimaldi (45.+1) endete ohne Jubel. Keine Tore in Münster zur Halbzeit, Magdeburg war damit gut bedient. Keiner ahnte, dass die Hausherren damit ihr Pulver komplett verschossen hatten.

Magdeburg hatte das Spiel in der Hand

Ausgeglichen ging es nach Wiederanpfiff weiter, ohne große Szenen auf beiden Seiten. Gut eine Stunde war vorbei, als die Preußen in der Magdeburger Hälfte den Ball weder durch Grimaldi noch durch Wiebe gewinnen konnten. Vielmehr behauptete Björn Rother das Spielgerät clever, passte dann auch noch geschickt in die Tiefe und fand mit Michel Niemeyer den perfekten Abnehmer, der zur 1:0-Führung vollendete nach 66 Minuten. Das war ganz einfach, schnell und schlicht gemacht. Die Gäste führten im Stile einer Spitzenmannschaft, auch weil Innenverteidiger Ole Kittner einen Schritt zu spät kam und Stephane Tritz die Gefahr zu spät erkannte. Münster lief wieder im eigenen Stadion einem Rückstand hinterher.

Das war ein Schock, vom SCP kam jetzt erstmal nicht mehr so viel. Magdeburgs erster Konter? Ließ nicht lange auf sich warten, und Christian Beck tanzte Münsters Kittner aus, aber der Rückpass wurde gerade noch von Schweers abgefangen. Guter Rat wurde jetzt teuer, weil die Gäste natürlich genau das erreicht hatten, was sie wollten. Magdeburg führte, Magdeburg wartete auf Konter, Münster fiel nichts ein.

Einzelkritik SC Preußen Münster vs. 1. FC Magdeburg

1/14
  • Adriano Grimaldi

    Adriano Grimaldi: Unglücklich im Abschluss, blieb zwei Mal an Glinker hängen. Nicht alles funktionierte, was er probierte, aber die Basis stimmte auch diesmal: Laufarbeit, Zweikampfstärke, Bälle festmachen, Ausweichen nach außen. Note: 3

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar A. Pier
  • Danilo Wiebe: Diesmal eine Stelle nach vorn gerückt und damit gerade in den direkten Duellen etwas entlastet. Zu einer Leistungssteigerung trug der Positionswechsel aber nicht gerade bei. Viel zu zögerlich in vielen Situationen, zog oft geradezu zurück. Hier und da eine gute Idee, aber auch Ballverluste. Note: 4,5

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar A. Pier
  • Fabian Menig: Taugt zum Publikumsliebling, weil er sich reinwirft und mit seiner Art vorangeht. Allerdings hält sich der Linksverteidiger auch sehr zurück bei eigenen Offensivbemühungen. Gerade von seiner Bahn ging keine Gefahr aus. Note: 3,5

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar A. Pier
  • Jeron Al-Hazaimeh: Kam parallel zu Hoffmann, tauchte auch zwei, drei Mal im Sechzehner auf. Doch kein klarer Impuls mehr. Keine Note

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar A. Pier
  • Lion Schweers: Bis auf eine Kerze fehlerlos. Wieder einmal abgekocht am Ball und gegen Top-Angreifer Christian Beck. So richtig viel aufbieten musste der Verteidiger gegen weitgehend harmlose Magdeburger aber auch nicht. Note: 3

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar A. Pier
  • Martin Kobylanski: Diesmal auf der linken Seite aufgeboten und dort tatsächlich auch mehr ins Spiel integriert als auf der Halbposition. Leitete ein paar gute Momente ein, leistete sich aber auch technische Schwächen und tauchte nach der Pause doch wieder ab. Note: 3,5

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar A. Pier
  • Michele Rizzi: Viel in Bewegung, suchte oft den Weg über die Außen, gerade über die linke Seite, auf der er später auch fest eingesetzt wurde. Doch meist traf der Mittelfeldchef die falschen Entscheidungen. Etwa, als er bei der ersten Großchance nicht den direkten Abschluss wählte. Note: 3,5

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar A. Pier
  • Nils Körber: Beim Gegentor tunnelte Michel Niemeyer den Keeper. Das kann man dem Preußen nicht wirklich anlasten. Ansonsten wieder ein hellwacher Auftritt, kam immer passend raus. Moderner Stil eben. Allerdings auch keine einzige Glanzparade. Sie war schlicht nicht nötig. Note: 3

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar A. Pier
  • Ole Kittner: Erster Liga-Einsatz, gleich in der Startelf, aber wenig gefordert. Manchmal etwas unbeholfen im Zweikampf. Und beim 0:1 lief ihm Niemeyer weg, auch wenn der Pass zuvor schon hätte unterbunden werden müssen. Note: 3,5

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar A. Pier
  • Philipp Hoffmann: Eingewechselt, aber kein Einfluss mehr. Immerhin sein 100. Drittliga-Einsatz. Keine Note

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar A. Pier
  • Sebastian Mai: Der baumlange und eisenharte Innenverteidiger durfte diesmal wie zum Ende der Vorsaison auf der Sechs ran. Dort sorgte er gleich für viel mehr Präsenz. Manchmal spielt Mai noch etwas Harakiri, manchmal leistet er sich einen Bock, doch dem Mittelfeldzentrum tut er gut. Note: 3

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar A. Pier
  • Stéphane Tritz: Kämpferisch wieder vorbildlich, auf seiner Außenbahn brennt in der Regel nichts an. Dafür sorgt das clevere Stellungsspiel des Franzosen, der sich auch öfter nach vorne einschaltete. Dort allerdings bei Flanken oder auch in guter Schussposition ohne Selbstvertrauen. Note: 3

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar A. Pier
  • Tobias Rühle: Bereitete die Chance von Adriano Grimaldi mit Übersicht vor. Durchaus bemüht, doch oft fehlt ihm der direkte Weg zum Tor, dann macht er lieber noch ein Schlenker, schirmt den Ball ab und verlangsamt so das Spiel. Note: 4

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar A. Pier
  • Tobias Warschewski: Kam als erster Joker, trat aber so gut wie gar nicht in Erscheinung, zumal sich der FCM hinten einmauerte. Keine Note

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar A. Pier

Harte und entschlossene Gegner

Erst in der 80. Minute gab Grimaldi mal wieder einen Laut von sich mit einem Schuss von der Strafraumgrenze, Jan Glinker hatte wenig Probleme damit. Eine Chance war das nicht wirklich. Dann kam Tobias Rühle nicht zum Zuge wie er wollte, einen Elfmeter gab es für diesen zarten Vorstoß in den Strafraum auf keinen Fall - meinte Schiedsrichter Patrick Alt richtigerweise.

Die Gäste machten das jetzt geschickt, hart und entschlossen neutralisierten sie alle Bemühungen der Preußen. Allerdings ging nach vorne auch nix beim FCM, Konter blieben Mangelware, es war eine zähe Partie geworden. Die letzte Welle der Preußen rollte einfach nicht an. Die nächste Heimniederlage war perfekt, Münster kommt in den letzten Wochen keinen Zentimeter mehr voran. Magdeburg ist nach vier Siegen in der Liga und dem Weiterkommen im Pokal gegen Erstligsit Augsburg (2:0) oben auf. Die Wege trennen sich offenbar.

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