Fußball: 3. Liga
Preußen schlagen den Chemnitzer FC 3:0

Chemnitz -

Jetzt lassen es die Preußen auch noch in der Fremde krachen: 3:0 gewann der SCP in Chemnitz und musste sich fragen lassen, warum nicht gleich so. Preußen Münster und die Entdeckung der Spielfreude.

Sonntag, 07.05.2017, 15:05 Uhr

Ein temporeiches Spiel geht in Chemnitz zu Ende. Preußen Münster gewinnt 3:0.
Ein temporeiches Spiel geht in Chemnitz zu Ende. Preußen Münster gewinnt 3:0. Foto: Jürgen Peperhowe

Wehe, wenn sie losgelassen: Es scheint, als könne derzeit nichts und niemand diese Preußen stoppen. Mit 3:0 (1:0) bezwang das Team von Trainer Benno Möhlmann den Chemnitzer FC und kletterte nach dem sechsten Spiel in Serie ohne Niederlage auf den siebten Tabellenplatz nach vorne.

Beste Stimmung bei den Preußen

Martin Kobylanski (8.), Michele Rizzi (65.) und Adriano Grimaldi (73.) sorgten mit ihren Treffern für beste Stimmung im mitgereisten Preußenanhang - und man fragt sich unwillkürlich, wo diese Mannschaft stünde, wenn sie die Spielfreude einige Monate früher für sich entdeckt hätte. „Soliden“ Fußball, hatte Möhlmann seinen Jungs auf die To-do-Liste geschrieben. Haken dran, mit Schleifchen.

Mehr zum Spiel:

Über mangelnde Beinfreiheit musste sich beim SCP-Ausflug nach Chemnitz niemand beklagen. Gerade einmal 17 Spieler hatten sich auf den Weg nach Sachsen gemacht, nachdem auch Sandrino Braun nicht mehr rechtzeitig vor der Abfahrt wieder fit wurde. Seine Erkältung blieb hartnäckig, sein Platz auf dem Spielberichtsbogen leer. Wie angekündigt durfte auch Tobias Warschewski in aller Ruhe den Bundesliga-Klassenerhalt mit der U19 der Preußen feiern, für die er am Samstag beim 3:2-Sieg in Bochum einen Strafstoß herausgeholt und einen Treffer höchst persönlich beigesteuert hatte.

Chemnitzer FC - Preußen Münster

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  • Chemnitzer FC - Preußen Münster
Chemnitzer FC - Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
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Der Ausfall von Braun und Warschewski brachte Trainer Möhlmann allerdings nicht ins Grübeln. Beide fehlten auch bei der 5:1-Gala in der Vorwoche gegen den FSV Zwickau. Eine Veränderung gab es dennoch: Lennart Stoll räumte seinen Platz als Rechtsverteidiger für Stephane Tritz, der seine Gelbsperre abgesessen hatte. Auch Benjamin Schwarz tauchte in Chemnitz erwartungsgemäß weder auf dem Feld noch im Kader des SC Preußen auf. Ein Zustand, an den sich die Preußen möglicherweise gewöhnen müssen.

Kommende Spielzeit ohne Schwarz geplant

Da gehen wir kein Risiko ein

Benno Möhlmann

Auch für das letzte Auswärtsspiel am kommenden Wochenende in Paderborn und den Saisonabschluss an der Hammer Straße gegen den SSV Jahn Regensburg wird Münsters Dauer(b)renner im Mittelfeld wohl nicht zurückerwartet. „Da gehen wir kein Risiko ein“, sagt Möhlmann, der auch für die kommende Spielzeit ohne Schwarz plant. „Sein Vertrag hat sich durch die Zahl seiner Einsätze automatisch verlängert. Das ist für mich okay, das ist für den Verein okay. Jetzt liegt es bei Benjamin.“

Der wartet aktuell auf ein klärendes Gespräch mit dem Arzt seines Vertrauens. „Das hat aus Zeitgründen wohl noch nicht stattgefunden“, ist der Informationsstand des Trainers. Es geht um die Belastbarkeit des Spielerknies und damit um die sportliche Zukunft des 30-jährigen Müncheners. „Benjamin ist damit außen vor. Unseren Kader planen wir ohne ihn“, so Möhlmann, der Schwarz dennoch künftig gern als zusätzliche Option zur Verfügung hätte.

Richtung und Tempo des Spiels vorgegeben

In Chemnitz musste es also ohne den Antreiber im Mittelfeld gehen - und es ging. Am Sonntagnachmittag hängten die Preußen nach siebentägiger Verschnaufpause kurzerhand eine dritte Halbzeit an die 5:1-Gala gegen den FSV Zwickau an. Münster bestimmte in der Anfangsphase Richtung und Tempo des Spiels und ließ sich auch gestalterisch auf der Anzeigentafel aus: 0:1 leuchtete es da nach nur acht Minuten auf, nachdem Stephane Tritz das Leder lang und gezielt auf die Reise geschickt, Adriano Grimaldi per Kopf die nötige Richtungskorrektur vorgenommen und Martin Kobylanski flach, unhaltbar und zu diesem Zeitpunkt völlig verdient zur Gästeführung vollendet hatte.

Einzelkritik: Chemnitzer FC vs. Preußen Münster

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  • Max Schulze Niehues

    Max Schulze Niehues: (1) Perfekte Leistung des Keepers, der ohne große Flugeinlagen nüchtern alles hielt, was zu halten war -- und das war viel.

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar Pier
  • Stephane Tritz: (2,5) Clever und abgezockt. Hatte hinten viel zu tun, aber noch Zeit und Muße für eine Torvorlage und viel Druck nach vorne.

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar Pier
  • Lion Schweers: (2,5) Viel Feind, viel Ehr. Löste seine Aufgabe gewohnt souverän.

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar Pier
  • Ole Kittner: (3) Kleine Wackler in der Abwehr und die große Chance verpasst, als Torschütze verewigt zu werden. Sonst alles gut.

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar Pier
  • Jeron Al-Hazaimeh: (3) Vergleichsweise unauffällig auf der linken Seite, aber solide.

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar Pier
  • Sebastian Mai: (3) Wieder vor der Abwehr aktiv. Glänzte mit seinem Assist zum 2:0 von Michele Rizzi.

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar Pier
  • Tobias Rühle: (3) Fiel in einem turbulenten Spiel vergleichsweise selten auf -- positiv wie negativ. Befriedigend.

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar Pier
  • Martin Kobylanski: (2,5) Wieder als Brustlöser im Einsatz. Zum zweiten Mal in Folge Schütze des 1:0.

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar Pier
  • Michele Rizzi: (1,5) Erst Stabilisator im Mittelfeld, später Torschütze und Vorbereiter. Starkes Stück vom Mittelfeldmann.

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar Pier
  • Sinan Tekerci: (3) War viel unterwegs -- teilweise zuviel. Machte dem Gegner Druck und verwirrte dabei mitunter die eigene Mannschaft.

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar Pier
  • Adriano Grimaldi: (1,5) Wieder vorbildlich als Kapitän und Sturmführer.

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar Pier
  • Philipp Hoffmann: (3) Sammelte die nächsten Einsatzminuten.

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar Pier
  • Lennart Stoll: (3) Hatte nach seiner Galavorstellung vom Vorwochenende nur wenige Minuten, sich zu zeigen.

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar Pier
  • Mirkan Aydin: (3) Auch er zu kurz im Spiel um Akzente zu setzen.

    Foto: Jürgen Peperhowe, Gunnar Pier

Es war der Startschuss zu einer der unterhaltsamsten Halbzeiten dieser Preußen-Saison. Dass es ohne weiteres Tor in die Pause ging, war dann auch schon die einzige kritische Anmerkung an der eindrucksvollen Dramaturgie dieses Durchgangs, in der Chancen hüben wie drüben zur Dutzendware wurden. Die besten in aller Kürze: Der Chemnitzer Jan Koch schiebt haarscharf vorbei (11.), Kobylanski ebenfalls (13.), CFC-Stürmer Daniel Frahn köpft Preußen-Keeper Max Schulze Niehues den Ball aus sechs Metern in die Arme (24.), CFC-Torhüter Kunz faustet Sinan Tekercis Geschoss mit einem Reflex aus der Gefahrenzone (26.), Grimaldi zieht auf und davon, sein Abschluss klatscht vom Innenpfosten zurück ins Feld (30.).

Spaß am Spiel im Vordergrund

Anton Fink (31.), Koch (34.) und Dennis Mast (43.) hatten den Ausgleich auf dem Fuß, Tekerci (40.) und Ole Kittner (42.) das 2:0 für die Preußen. Natürlich gingen den meisten dieser offensiven Glanzlichter die passenden defensiven Aussetzer zuvor - so kann Fußball aussehen, wenn es um nichts mehr geht als den Spaß am Spiel. Den ließen sich die Akteure auch im zweiten Abschnitt nicht vermiesen und setzten das muntere Chancenversieben fort.

Zunächst waren massive Hilfsmaßnahmen von Preußen-Keeper Schulze Niehues gefragt, der Chemnitz in seiner Sturm- und Drangphase letztinstanzlich unüberwindlich im Wege stand und den Gastgebern die letzten Nerven raubte. Michele Rizzi sorgte nach 65 Minuten für die Vorentscheidung, Grimaldi machte wenig später (73.) mit seinem zwölften Saisontreffer alles klar. Vorbereiter war Michele Rizzi, der neben Grimaldi und Keeper Schulze Niehues Zeremonienmeister dieser Preußen-Gala war.

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