Fußball: 3. Liga
Finale furioso des MSV Duisburg kostet Preußen Münster die Punkte

Duisburg -

Was für eine Dramatik: Erst fast chancenlos, dann das Spiel gedreht, am Ende brutal auf den Boden zurückgeworden durch den Spitzenreiter. Preußen Münster unterlag beim MSV Duisburg mit 2:3 (0:1) vor 14345 Zuschauern. Nach einer ganz schwachen ersten Hälfte drehte der eingewechselte Martin Kobylanski mit zwei Treffern die Partie, ehe die Hausherren durch Dustin Bomheuer (86.) und erneut Fabian Schnellhardt (90.+5) doch noch den Sieg sicherstellten.

Sonntag, 12.02.2017, 16:02 Uhr

Fußball: 3. Liga : Finale furioso des MSV Duisburg kostet Preußen Münster die Punkte
Flugeinlage von Benjamin Schwarz (r.) im Zweikampf gegen Zlatko Janjic. Foto: Jürgen Peperhowe

Das Team von Trainer Benno Möhlmann bleibt Viertletzter und damit in akuter Abstiegsgefahr, nimmt aber die gewaltige Leistungssteigerung nach der Pause als Trostpflaster mit.

Innenverteidiger Ole Kittner kehrte erwartungsgemäß in die Startelf zurück, dafür war Lion Schweers nach einer ordentlichen Partie beim 3:1-Sieg über Hansa Rostock nur noch Reservist. Weil auch Christian Müller nach überstandenem grippalen Infekt wieder im Spieltagskader stand, fielen Cihan Özkara und Mehmet Kara hintenüber. Ausgerechnet Kara, der von den SCP-Fans immer als Fußballgott tituliert wird, spielt bei den Preußen praktisch gar keine Rolle mehr.

Saison 2016/17 - 22. Spieltag: MSV Duisburg - Preußen Münster

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  • SCP-Neuzugang Mirkan Aydin (l. - hier im Duell mit dem Duisburger Fabian Schnellhardt) stand in der Startformation.

    SCP-Neuzugang Mirkan Aydin (l.) - hier im Duell mit dem Duisburger Fabian Schnellhardt) stand in der Startformation.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Im Kampf um den Ball: Sinan Tekerci (r.) gegen Dustin Bomheuer.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Gedoppelt: SCP-Stürmer Adriano Grimaldi (M.) versucht, den Ball im Duell mit den Duisburgern Nico Klotz (l.) und Zlatko Janjic zu behaupten.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Schmerzhafter Zweikampf: Tobias Rühle (r.) macht unliebsame Bekanntschaft mit Gegenspieler Fabian Schnellhardt (M.).

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Flugeinlage von Benjamin Schwarz (r.) im Zweikampf gegen Zlatko Janjic.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • In Sicherheit: SCP-Keeper Maximilian Schulze Niehues pflückt den Ball herunter.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Es folgen weitere Impressionen von der Partie....

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  • Foto: Jürgen Peperhowe

Tabellenführer diktiert zunächst Spielgeschehen

Als in Duisburg der Ball rollte, wurde schnell deutlich, dass der MSV die Hosen an hatte. Bis auf zwei, drei Minuten bestimmte ausschließlich der Spitzenreiter das Geschehen. Die hochkarätigen Chancen fehlten zwar lange, aber die „Zebras“ hatten mehr Ballbesitz und drängten die sowieso schon defensiv eingestellten Gäste noch weiter zurück.

Die Führung war nur eine Frage der Zeit. Einige Mal konnte Max Schulze Niehues im Preußen-Tor klären, doch nach 39 Minuten hatten die Gastgeber sich den Gegner zurecht gestellt: Nach einer Ecke von Münster ging es ganz schnell auf die andere Seite, erst wurde Kingsley Onuegbu beim Schuss noch geblockt, doch beim Schlenzer von Fabian Schnellhardt war Schulze Niehues machtlos. Der Ball segelte von halbrechts ins linke Toreck - ein Kunstschuss. Duisburg führte nach 39 Minuten verdient.

SCP-Trainer Benno Möhlmann tobte am Rand, nicht wegen der Abwehr-Viererkette, die das Schlimmste noch verhinderte. Es waren vielmehr die kläglichen Offensivaktionen: Kein Ball blieb lange im Besitz der Preußen, immer wieder wurden Angriffe im Keim erstickt. Das war einfach zu wenig, ein Rückfall in alte Zeiten. Einziger Trost zur Pause war aus Sicht der Gäste, dass man nur 0:1 zurücklag. MSV-Schlussmann Mark Flekken hatte nichts zu tun, Münsters einzige Chance durch Adriano Grimaldi (8.) wurde von einem Abwehrspieler geblockt.

Paukenschlag nach Wiederanpfiff

Nach dem Wechsel - 23, 24 Sekunden waren gespielt: Plötzlich der Ausgleich zum 1:1 durch Martin Kobylanski . Nach dem Anstoß für den MSV gewinnt der SCP prompt den Ball, Grimaldi erkennt die Situation und schickt Kobylanski auf die Reise - und der überwindet Mark Flekken zum Ausgleich.

Saison 2016/17 - 22. Spieltag: MSV Duisburg - Preußen Münster - die Einzelkritik

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  • Spielernoten_960x640mm_image_1024_width Foto: WN
  • Torwart Max Schulze Niehues -Note 2:

    Münsters Bester über 90 Minuten, hielt zwei, drei Unhaltbare, an den Gegentoren machtlos.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rechtsverteidiger Stephane Tritz -Note 3,5:

    Er zeigte Höhen und Tiefen, bekam oft zu wenig Unterstützung von Tobias Rühle auf seiner Seite, als die Hausherren immer wieder ihre Angriffe aufzogen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Ole Kittner - Note 2,5:

    Er war bis zu seinem Ausscheiden eigentlich der Turm in der Schlacht. Zog sich die Verletzung im Knie zu, weil er eine Schlafmützigkeit von Rühle per Foulspiel ausbügeln musste.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Sebastian Mai - Note 2,5:

    Konnte mit Kittner dem Druck lange standhalten, agierte selbstbewusst und energisch.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Linksverteidiger Jeron Al-Hazaimeh - Note 4,5:

    Machte vieles falsch, stand oft schlecht, auf seiner Abwehrseite brannte es oft lichterloh.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rechtsaußen Tobias Rühle - Note 3,5:

    Agierte mit Licht und Schatten, so richtig schlau wird man aus dem Angreifer nicht immer.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Benjamin Schwarz - Note 3:

    Er hatte zwischenzeitlich Probleme, die Dinge in der Mittelfeldzentrale zu sortierten, hatte nach der Pause dann das Feuer, das er für sein Spiel braucht. Die zweite Gelbe Karte dürfte zumindest umstritten sein - und damit der Platzverweis in der Nachspielzeit. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Michele Rizzi - Note 3:

    Lieferte solide Arbeit in der Mittelfeldzentrale ab, gewann viele Zweikämpfe, konnte andererseits aber wenige spielerische Elemente liefern.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Linksaußen Sinan Tekerci - Note 3:

    Er bereitete das zweite Preußen-Tor mit einem tollen Sololauf vor, im Zusammenspiel mit Al-Hazaimeh gibt es noch Verbesserungsbedarf.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Angreifer Mirkan Aydin - Note 4,5:

    Beendete seinen Arbeitstag bereits nach 45 Minuten, fand so gut wie gar nicht statt, hatte keine Bindung zum Spiel und auch keine Ballkontrolle.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Angreifer Adriano Grimaldi - Note 2,5:

    Er war an beiden Treffern der Preußen beteiligt. Enttäuschend vor der Pause, nach dem Wechsel ein echter Anführer und Kapitän.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ersatzspieler Martin Kobylanski - Note 2:

    Kam, sah, traf und patzte. Mit seinem Doppelpack unterstrich er a.) Torriecher und b.) Qualität bei Kontern. Allerdings landete sein schwach getretener Befreiungsschlag bei Schnellhardt  - der Duisburger traf künstlerisch wertvoll zum 3:2-Endstand. 

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ersatzspieler Lion Schweers - keine Note:

    Er machte als Kittner-Ersatz seine Sache wirklich gut, warf sich einige Male voll rein und verhinderte Schlimmeres.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ersatzspieler Tobias Warschewski - keine Note:

    Wurde kurz vor Schluss eingewechselt - und vor allem mehrfach von den Duisburgern ruppig gefoult.  

    Foto: Jürgen Peperhowe

Kobylanski war gerade erst für den unauffälligen Mirkan Aydin gekommen und sofort auf Betriebstemperatur.

Nach einer kurzen Schockphase aber verfällt der SCP wieder in sein zu defensives Muster und der MSV übernimmt die Regie. Auch wird die Partie jetzt härter geführt. Ein Kopfball des aufgerückten Thomas Blomeyer (59.) sorgt für Gefahr. Und dann wurden endgültig die Messer gewetzt auf beiden Seiten - die Preußen legten an Aggressivität zu, der MSV wehrte sich. Alles war jetzt noch möglich, und zwar auf beiden Seiten.

Spiel gedreht

Dann ein Konter der Preußen, Tekerci führt den Ball lange, sein Anspiel auf Grimaldi ist nicht gut, dann mischt sich Kobylanski ein und trifft aus dem Gewühl zum 2:1. Zwei Treffer innerhalb von 25 Minuten - ein starkes Stück der Leihgabe von Lech Danzig. Der SCP, vor der Pause ganz schwach, zeigte sich nun bissig und griffig.

Der MSV ist verwundbar, die Treffer zeigen Wirkung - natürlich. Kobylanski mit einem Freistoß und seine  Teamkollegen mit ein paar Kontern wollen das dritte Tor, der MSV mit Macht zumindest den Ausgleich. Kaum vorstellbar nach der ersten Halbzeit, dass der SCP hier gewinnen kann.

Dramatisches Ende

Dann noch ein Ecke, die Preußen bekommen den Ball nicht unter Kontrolle beziehungsweise können diesen nicht weggeschlagen. Dustin Bomheuer ist da, 2:2. Aber die Preußen haben sich den Punkt verdient, wehren sich mit Händen und Füßen.

Die Nachspielzeit kommt, fünf Minuten werden draufgelegt. Und erst erwischt es Benjamin Schwarz mit der Gelb-Roten Karte, dann langt Schnellhardt zu und markiert wunderbar das dritte Tor der Hausherren.

Duisburg jubelt, Münster versteinert. Diese Partie hatte keinen Sieger verdient. Der MSV bliebt auf Kurs 2. Bundesliga, der SCP kommt im Tabellenkeller nicht voran. Ein verrücktes Fußballspiel.

Reaktionen nach Spielende

SCP-Trainer Benno Möhlmann wollte nichts Positives finden am Ausgang der Partie: „Was Gutes sehe ich nicht, wir haben keinen Punkt gewonnen und ein Tor mehr minus.“ Zu gerne hätte er ein Erfolgserlebnis verbucht, sah aber auch die Schwierigkeiten seiner Mannschaft gerade vor der Pause: „Der Druck wurde immer größer. Duisburg hat schon viel individuelle Qualität, die kann man nicht so einfach stoppen.“

Ihm half auch nicht der Trost von MSV-Coach Ilia Gruev weiter: „Ich weiß, wie schön und gut sich das für uns anfühlt. Und ich weiß, wie hart das jetzt für die Preußen ist. Wir hatten vor der Pause alles unter Kontrolle, ehe das 1:1 aus dem Nichts fiel.“

Aber natürlich lobte er die Nehmerqualitäten seiner Mannschaft, das Aufbäumen nach dem Rückstand und den späten Siegtreffer. Denn: „Wir haben immer an uns geglaubt. Heute hatten wir das Glück auf unserer Seite, aber wir haben es auch etwas erzwungen. Das wird ein unvergesslicher Spielausgang für uns sein.“ 

Statistik

Die Mannschaftsaufstellungen:

Duisburg: Flekken -  Klotz, Bomheuer, Blomeyer, Wolze (83. Dausch)- Janjic, Schnellhardt, Albutat, Wiegel (75. Engin) - Brandstetter (59. Iljutcenko), Onuegbu. - Trainer: Gruev.

Ersatzbank: Zealter (Tor), Hajri, Bröker, Poggenberg.

Münster: Schulze Niehues - Tritz, Kittner (66. Schweers), Mai, Al-Hazaimeh - Rühle, Rizzi, Schwarz, Tekerci - Aydin (46. Kobylanski)  - Grimaldi (87. Warschewski). - Trainer: Möhlmann.

Ersatzbank: Drewes (Tor), Stoll, Wiebe, Müller.

Tore: 1:0 Schnellhardt (39., Vorarbeit Onuegbu), 1:1 Kobylanski (46., Pass Grimaldi), 1:2 Kobylanski (71., keine Vorarbeit), 2:2 Bomheuer (86., keine Vorarbeit), 3:2 Schnellhardt (90.+5).

Zuschauer: 14345.

Schiedsrichter: Slorcyzk.

Gelb-Rote Karte: Schwarz (90.+2).

Gelbe Karten: Schnellhardt, Engin, Janjic  - Tekerci, Kittner.

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