SCP-Jahreshauptversammlung Überraschend harmonisch

Münster -

Was vom Tag noch blieb, das war eine knappe halbe Stunde. Die Jahreshaupt-Versammlung des SC Preußen Münster hatte allen Beteiligten einiges abgefordert, nach viereinhalb Stunde war in der Mensa Schluss. Aufsichtsrat neu gewählt, Präsidium entlastet, Satzungsänderung abgelehnt. Präsident Christoph Strässer jedenfalls beschwor die Einheit des Clubs und forderte gleichzeitig etwas Geduld: „Wir haben gerade erst angefangen und hatten ein Umfeld, das schwierig war. Ich werbe um Verständnis, dass nicht alles gleich funktioniert.“

Von Alexander Heflik
 
Volles Haus: 468 Preußen-Mitglieder waren da. Foto: Jürgen Peperhowe

Ganz am Ende wurde kontrovers über eine überarbeitete Satzung debattiert, die letztlich den Mitgliedern wohl mehr Rechte als bisher eingeräumt hätte. Vier Mitglieder (Horst Kisnat, Friedrich Lukas , Mark Hannewinkel und Hans-Ulrich Sterz) hatten ihre Vorschläge präsentiert, am Ende fehlte die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit in der Abstimmung. Dieses Hin und Her war vielleicht der größte Aufreger des Abends.

Die Abstimmung über den neuen Aufsichtsrat war dagegen reibungslos über die Bühne gegangen. Christoph Metzelder (292 Stimmen), Walther Seinsch (255), der vom Präsidium in das Kontrollgremium wechselt, Dr. Clemens Große Frie (244) in Abwesenheit, Frank Westermann (227), Jürgen Becker (216) und Friedrich Lukas (212), der sich als „normaler Fan“ bezeichnet, wurden direkt gewählt. Jochen Terhaar (139) ist erster Nachrücker und wird auch dem neuen Aufsichtsrat angehören. Dieser wird sich zeitnah konstituieren und dann einen Vorsitzenden bestimmen. Vier Plätze für potenzielle Kandidaten sind dann noch frei.

Erstaunlich an diesem Abend war, dass es weder einen Bericht des Aufsichtsrates noch vom nun vierköpfigen Präsidium zu den vergangenen zwölf Monaten gab. Der Tenor war wohl, dass das dem Wechsel im Oktober geschuldet sei.

Fabian Roberg, der am 13. Oktober Nachfolger von Thomas Bäumer als Aufsichtsrats-Chef geworden war, kam nicht und hatte auch keine Stellungnahme beim Verein hinterlegt. Verabschiedet wurden an diesem Abend auch nicht langjährige und scheidende Aufsichtsrats-Mitglieder wie zum Beispiel Michael Klein, Willi Tandetzki oder Wilhelm Schwellenbach.

Auch Präsident Strässer verzichtet auf die sonst übliche Bestandsaufnahme. Er wolle nicht in die Vergangenheit schauen, sondern nach vorn, lautete seine Botschaft. Die 468 anwesenden Mitglieder nahmen das hin.

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Die Zahlen aus dem Geschäftsjahr 2015/16 stimmten zufrieden, der Verein hatte einen Umsatz von 8,277 Millionen Euro, das Ergebnis mit 194 840 Euro war positiv. Das so genannte „Signing Fee“ aus dem Vermarktungsgeschäft mit Lagardere Sports Group fließt erst im Rechnungsjahr 2016/17 in die Bilanz ein. Das negative Eigenkapital des Vereins von knapp 2,0 Millionen Euro wächst nicht weiter, somit dürfte es auch keine Probleme mit der Lizenzierung im Februar des kommenden Jahres geben.

Es war ein langer Abend, aber insgesamt ein überraschend harmonischer. Am Ende schickte Christoph Strässer die Vereinsmitglieder mit dem wichtigsten Wunsch der Woche in die Nacht: „Wir hoffen auf einen Heimsieg über den SC Paderborn am Samstag.“

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