Mit Glück aus der Abstiegszone SCP zittert sich zum 1:0 im Kellerduell von Zwickau und feiert dritten Sieg in Serie

Münster - Als der Schlusspfiff ertönte, sanken nicht nur die völlig leeren Profis des FSV Zwickau zu Boden, sondern auch viele Akteure des SC Preußen.

Von Thomas Rellmann
Endlich über dem Strich: Die Preußen jubeln nach dem knappen 1:0-Sieg beim Aufsteiger FSV Zwickau und verlassen vorerst die Abstiegsränge in der 3. Liga. Da finden sich FSV Mainz 05 II, FSV Zwickau und der SC Paderborn nun wieder.
Endlich über dem Strich: Die Preußen jubeln nach dem knappen 1:0-Sieg beim Aufsteiger FSV Zwickau und verlassen vorerst die Abstiegsränge in der 3. Liga. Da finden sich FSV Mainz 05 II, FSV Zwickau und der SC Paderborn nun wieder. Foto: Jürgen Peperhowe

Die hatten gerade mit 1:0 (1:0) den Kellerkrimi in Sachsen gewonnen und waren nach einer Abwehrschlacht selbst ziemlich platt. Vielleicht hatten sie auch ein etwas schlechtes Gewissen und verzichteten auf den tosenden Jubel.

Nein, den holten sie später mit den mitgereisten Fans nach. Da war die Art und Weise, wie dieser dritte Sieg in Serie zustande gekommen war, fast schon wieder vergessen. Aber für einen Moment hätte man fast glauben können, den Münsteranern sei dieser Erfolg unangenehm gewesen. Das erdrückende Chancenplus der Gastgeber hätte dieses Gefühl zumindest plausibel erklärt. „Wir waren die glücklichere Mannschaft“, räumte Trainer Benno Möhlmann ein. Auch seine Spieler hatten gar keine Möglichkeit, dieser Einschätzung zu widersprechen. Allein drei Lattentreffer verzeichnet Zwickau . Patrick Göbel per Freistoß (35.), dann Marcel Bär mit dem Fuß und mit dem Kopf (55./72.) scheiterten am Querbalken. Nimmt man die Top-Chancen von Mike Könnecke (4./45.), Ronny König (20.) und noch zwei weitere Mal Bär (74./90.+2) hinzu, ergibt sich das klare Bild, dass die Partie einen anderen Gewinner hätte hervorbringen müssen. Die bezeichnendste Szene aber war diese: Max Schulze Niehues parierte gegen Marc-Philipp Zimmermann glänzend, ehe der Angreifer den Abpraller ans Außennetz statt ins leere Tor jagte (72.).

Und Münster ? Tobias Rühle (8.) hatte eine Kopfballchance. Sonst war da eigentlich nur noch der Elfmeter, der zum Siegtor führte, den Tobias Rühle nach super Solo gegen Toni Wachsmuth stark herausholte (23.) – übrigens der vierte Strafstoß, den der Stürmer in den vergangenen Wochen allein für sein Team erarbeitete. Doch selbst vom Punkt hatte Michele Rizzi „Massel“, weil der schwach getretene Ball unter Keeper Johannes Brinkies durch ins Netz flutschte. „Der Boden war sehr seifig, ich hatte kaum Stand“, sagte der Preuße später. „Der Schuss passte irgendwie zu unserer zweiten Halbzeit.“

Als das einzige Tor fiel, war die Führung sogar noch halbwegs verdient. Denn bis dato war die Partie ausgeglichen, der Gast fuhr ein paar vielversprechende Angriffe, meist über rechts. „Wir haben es teilweise vernünftig nach vorne gespielt über die Flügel. Aber auch da hat mir unser Auftritt nicht besonders gut gefallen“, sagte Möhlmann. „Da war noch nicht viel Druck vom Gegner da, und wir haben trotzdem einige Fehler gemacht.“

Sein Urteil über Abschnitt zwei fiel entsprechend enttäuscht aus: „Wir wollten nicht nur mauern und natürlich weniger zulassen. Aber wir hatten keine Aktionen mehr, haben zu tief gestanden, waren in den Zweikämpfen nicht gut. Das ist für mich unverständlich.“ Da hatte er Recht. Die Profis konnten schon ganz gut einordnen, wie viel Fortune sie hatten. „Klar, das hätte auch anders ausgehen können“, befand Rizzi. Doch womöglich fragt nach dem Zustandekommen in Kürze keiner mehr. Denn der dritte Sieg in Serie, die die Preußen immerhin als Schlusslicht starteten, hat die Mannschaft erstmals seit Anfang August raus aus der Abstiegszone befördert. „Etwas Euphorie können wir vielleicht wirklich jetzt da rausziehen“, sagte Verteidiger Sebastian Mai nach seiner Rückkehr an alter Wirkungsstätte. Ob ihm die Ex-Kollegen leidtaten? „Während der 90 Minuten nicht, danach schon etwas.“ Ein Kämpferherz haben die Preußen – eins für die Konkurrenz nur bedingt.

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