Fußball: 3. Liga
Preußen verlassen nach glücklichem 1:0 in Zwickau die Abstiegsplätze

Zwickau - Da hatte der SC Preußen, vielleicht zum ersten Mal in dieser Saison, den Papst in der Tasche. Der 1:0 (1:0)-Sieg beim FSV Zwickau kam überaus glücklich zustande angesichts von vier Lattentreffern und zahlreichen weiteren guten Chancen der Gastgeber.

Sonntag, 27.11.2016, 16:11 Uhr

Torjubel nach dem Elfmetertor durch Rizzi gegen Torwart Johannes Brinkies.
Torjubel nach dem Elfmetertor durch Rizzi gegen Torwart Johannes Brinkies. Foto: Jürgen Peperhowe

Erstmals seit Anfang August hat der SC Preußen die Abstiegsplätze verlassen, erstmals hat Münster in dieser Spielzeit ein ausgeglichenes Torverhältnis. Doch der dritte Sieg am Stück war nicht das Produkt einer guten Leistung. Nach passabler erster Hälfte schwamm der SCP im zweiten Durchgang regelrecht und sah sich einer Chancenflut ausgesetzt. Selbst der Elfmetertreffer von Michele Rizzi kam mit Fortune zustande. Den 1:0-Sieg rettete die Mannschaft irgendwie über die Zeit. Eigentlich aber hätte Zwickau der Gewinner sein müssen.

Trainer Benno Möhlmann setzte ähnlich wie vor drei Wochen beim ersten Auswärtssieg in Köln (1:0) auf eine defensivere Variante. Dafür musste Tobias Warschewski trotz seines Treffers beim 4:0 zu Hause gegen Erfurt auf die Bank, Denis Mangafic rückte ins Team und Tobias Rühle vom rechten Mittelfeld in die Spitze. Vor der Abwehr erhielt Danilo Wiebe den Zuschlag nach abgesessener Sperre, Amaury Bischoff blieb dafür draußen. Auch dieser Wechsel deutete an, dass Stabilität vor der Abwehr für den Coach Priorität hatte.

FSV Zwickau - Preußen Münster

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Die erste Chance hatte Mike Könnecke für den Gastgeber, der von mehreren Unachtsamkeiten in der SCP-Deckung profitierte und frei durchstiefelte, ehe Ole Kittner den Schuss mit einer Hammergrätsche entschärfte (4.). Münster aber antwortete. Nach einer Ecke von Rizzi strich ein Rühle-Kopfball nur haarscharf am langen Pfosten vorbei (9.). Eine halbe Minute später hätte Sinan Tekerci einen Konter über Stéphane Tritz, Mangafic, Rizzi und Rühle beinahe abgeschlossen, kam aber einen Schritt zu spät. Es blieb ein offener Schlagabtausch mit einigen technischen Unfertigkeiten und vielen langen Bällen. Ronny König hatte die nächste Chance für die Hausherren (20.), sein direkter Abschluss war ein wenig zu hoch angesetzt.

Dann die 23. Minute: Rühle setzte zum Solo durch die gesamte Zwickauer Hintermannschaft an, wählte kluge Laufwege und ließ sich dann im Sechzehner von Toni Wachsmuth klar foulen. Bereits der vierte Strafstoß, den der 25-Jährige in dieser Saison rausholte. Diesen verwandelte sein Kollege Rizzi - allerdings mit ganz viel Glück. Denn Keeper Johannes Brinkies hatte den Ball schon sicher, ließ ihn dann aber unter dem Körper ins Netz flutschen. 1:0! Die Steilvorlage für die Preußen und ihre kompakt vorgesehene Abwehrreihe.

Die Partie lief nun wie erhofft aus Sicht der Gäste. Der FSV wurde unruhig, Münsters Brust schwoll merklich an. Immer wieder wussten sie die Sachsen sich nur durch Fouls zu helfen, die der SCP aber auch klug erzwang. Dennoch gab es einen Schockmoment, als Kittner König an der Strafraumgrenze legte und Patrick Göbel den fälligen Freistoß aus 17 Metern an den Querbalken streichelte (35.). Kurz vor der Pause legte der Neuling dann noch mal einen Zahn zu, generierte einige Ecken, sorgte für Alarm im Preußen-Strafraum und hatte durch einen strammen Könnecke-Schuss, bei dem wirklich nur Zentimeter fehlten, auch eine weitere gute Gelegenheit (45.).

Ja, ein bisschen Dusel war nötig, schon in dieser ersten Hälfte, doch generell war das bis dato kein schlechter Vortrag des Tabellen-18. in Zwickau. Nach der Pause aber hatte das Team dann reihenweise Glück. Nachdem Davy Frick die Kugel am Fünfer clever per Kopf für Marcel Bär abgelegt hatte, jagte dieser die Kugel abermals an die Latte (55.). Auch wenn die Partie ausgeglichen war und Münster sogar etwas abgebrühter schien, lag das Chancenplus mittlerweile deutlich beim Gastgeber, der anrannte, aber in vielen Momenten auch zu ungestüm agierte und viel mit Schiedsrichter Florian Kornblum haderte. Die Preußen wurden derweil immer passiver. Möhlmann verzichtete auf zusätzliches Risiko und ersetzte Rizzi durch Bischoff, der die für ihn unübliche Zehnerrolle übernahm.

Entlastung schafften die Münsteraner ab Mitte der zweiten Hälfte kaum mehr. Stattdessen mussten sie einmal mehr Fortuna bemühen. Bär köpfte nach einer Göbel-Flanke die Kugel auch noch mal an die Latte (72.), noch unglaublicher war die Szene 120 Sekunden danach, als Marc-Philipp Zimmermann erst an Keeper Max Schulze Niehues scheiterte und den Abpraller dann ans Außennetz statt ins leere Tor drückte (74.). Als dann auch noch Bär völlig freistehend zum Abschluss aus acht Metern kam und den Ball über den Kasten nagelte, mussten einem Zwickauer längst leidtun (84.). Bär war es auch, der mit einem Kopfball in allerletzter Instanz an Schulze Niehues scheiterte (90.+2). Dann war Schluss. Der FSV sank kollektiv zu Boden, die Preußen waren fast zu platt oder zu verschämt, um lauthals zu jubeln.

Einzelkritik FSV Zwickau - Preußen Münster

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  • 0. Spielernoten_960x640mm Foto: Jürgen Peperhowe / SCP
  • Max Schulze Niehues: Musste bei vielen hohen Bällen auf dem Posten sein. Nach der Pause mehr und mehr in Bedrängnis Sichere Paraden und dazu das nötige Glück. Note: 2,5

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  • Stéphane Tritz: Hatte durchaus Arbeit hinten rechts, hielt sein Revier aber weitgehend sauber. In der Schlussphase wurde der Druck immer größer für ihn. Note: 3,5

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  • Ole Kittner: Riesige Rettungstat in der Anfangsphase. Nicht frei von Fehlern, aber letztlich ein wichtiger Taktgeber, der einiges ausbügelte. Note: 3

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  • Sebastian Mai: An alter Wirkungsstätte immer wieder im Duell mit den langen Kanten Ronny König und Jonas Nietfeld. Löste all das mit Biss und meist souverän Note: 3

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  • Danilo Wiebe: Probleme mit der Standfestigkeit. Das brachte ihn in einige schwierige Situationen. Als Ballverteiler dennoch auch mit guten Szenen. Steigerte sich auch in der Luft. Note: 3,5

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  • Foto: Jürgen Peperhowe / SCP
  • Michele Rizzi: Vor allem bei Standards auffällig, Riesendusel beim mäßig geschossenen Elfmeter. Nicht in der aufsteigenden Form der vergangenen Wochen Note: 4

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  • Foto: Jürgen Peperhowe / SCP
  • Sinan Tekerci: Vereinzelte Aktionen, technisch fein anzusehen - allerdings ohne große Wirkung. Nach einem harten Foul an Christoph Göbel gelbvorbelastet und ausgewechselt Note: 4

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  • Lennart Stoll: Kam in ungewohnter Rolle vorne links für Tekerci und warf sich in einige Zweikämpfe. Note: -

    Foto: SCP
  • Amaury Bischoff: Auch der Franzose spielte diesmal weiter vorne, als klassischer Zehner, nachdem er Rizzi abgelöst hatte. Zog ein paar Fouls. Note: -

    Foto: SCP

FSV: Brinkies - P. Göbel, Wachsmuth, Paul, Miatke (82. C. Göbel) - Bär, Frick, Schlicht (63. Schröter), Könnecke - König (63. Zimmermann), Nietfeld

SCP: Schulze Niehues - Tritz, Kittner, Mai, Al-Hazaimeh - Wiebe, Schwarz - Mangafic (82. Warschewski), Rizzi (68. Bischoff), Tekerci (65. Stoll) - Rühle

Schiedsrichter: Florian Kornblum (Furth)

Tor: 0:1 Rizzi (23./FE)

Zuschauer: 4311

Gelb: Wachsmuth, Paul, C. Göbel, Frick / Mangafic, Tekerci, Schulze Niehues

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