Volleyball: Frauen-Bundesliga
Die erzwungene Kurskorrektur beim USC Münster

Münster -

Es geht stetig bergab in der Tabelle mit den Volleyballerinnen des USC Münster. Nach Platz vier in der Hinrunde sind die Unabhängigen auf Rang sieben abgerutscht. Großes Verletzungspech macht dem Team zu schaffen.

Montag, 12.02.2018, 17:02 Uhr

Volleyball: Frauen-Bundesliga: Die erzwungene Kurskorrektur beim USC Münster
Die Kurve sinkt: Nach einer guten Hinserie, die der USC als Vierter abschloss, ist Münster auf den siebten Platz abgerutscht. Auch weil das Verletzungspech der Mannschaft von Trainer Teun Buijs aktuell treu bleibt. Foto: Jürgen Peperhowe / Grafik: Jürgen Christ

Er lamentiert nicht und beschwert sich nicht. Er akzeptiert die Situation, wie sie ist und begegnet ihr allenfalls mit ein wenig Galgenhumor. „Am Sonntag gegen Schwerin werden wir sicher genügend Spielerinnen haben“, sagt Teun Buijs , der das Lachen auch in dieser schwierigen Lage nicht verloren hat. Auf Platz sieben ist der USC Münster abgerutscht. Aber nicht weil der Bundesligist vom Berg Fidel etwa das Volleyballspielen verlernt hat oder die Qualität im Kader nicht stimmt. Es sind vielmehr die personellen Probleme, die den USC in den letzten Wochen geballt getroffen haben – und die den niederländischen Coach veranlasst haben, die ausgegebenen Ziele neu zu definieren.

Platz vier oder fünf in der Hauptrunde hatten Buijs und seine Mannschaft vor der Saison angepeilt, aus dieser guten Ausgangsposition sollte es dann ins Halbfinale gehen. Und Münster war auf einem guten Weg, lag zum Jahreswechsel als Vierter voll auf Kurs. Doch als sich das verflixte Verletzungspech den USC als Opfer ausgeguckt hatte, geriet das Buijs-Ensemble ins Wackeln. Die Ausfallliste ist lang: Sie begann mit Ivana Bulajic und endete vorläufig mit Lisa Thomsen und Ivana Vanjak, die mit Sprunggelenksblessuren beim 0:3 in Vilsbiburg passen mussten. Ein neuerlicher Rückschlag, den der USC mit seiner nun sehr jungen Riege nicht aufzufangen vermag. „Die Balance stimmt nicht mehr ohne die Achse, zu der auch Lena Vedder gehörte“, sagt Buijs. „Daher müssen wir unser Ziel korrigieren. Eventuell können wir noch Sechster werden, aber das wird schwer“, erklärt der 57-Jährige, der so viele Ausfälle in seiner Karriere als Spieler und Coach noch nicht erlebt hat. „Das ist unheimlich viel Pech, was uns passiert.“

Doch Buijs wäre nicht ­Buijs, wenn er aus dieser Situation nicht auch etwas Positives ziehen könnte. Dass die jungen Spielerinnen wie Lina Alsmeier (17), Luisa Keller (16), Liza Kastrup (18) oder Chiara Hoenhorst (20), die in Vilsbiburg Thomsen als Libera vertreten musste, nun so viele Spielanteile erhalten, sei eine Chance. „Sie können jetzt viel lernen für das nächste Jahr, können sich entwickeln und Erfahrungen sammeln“, erklärt Buijs.

Die nächste Möglichkeit erhalten sie dazu am Sonntag (14.30 Uhr) gegen den SSC Palmberg Schwerin, der Dritter im Bundesliga-Ranking ist. Es droht die siebte Niederlage aus den vergangenen acht Partien, der positiven Grundstimmung aber tut dies bei all der Frustration keinen Abbruch. „Die Einstellung der Mannschaft stimmt, alle hängen sich rein. Das ist eine tolle Gruppe, wir machen immer weiter“, meint der Trainer.

Auf die Partie gegen Schwerin folgen noch die Auswärtsauftritte beim VCO Berlin (21. Februar), bei den Ladies in Black Aachen (24. Februar) und zum Abschluss der Hauptrunde gegen den VfB Suhl (10. März). Direkt im Anschluss geht es in den Playoffs mit dem Viertelfinale (17. März) weiter. Als Sechster oder Siebter der Abschlusstabelle droht dann eines der drei Liga-Schwergewichte.

Soweit aber will Buijs momentan gar nicht denken. Ihm würde es angesichts der zahlreichen Hiobsbotschaften der vergangenen Wochen schon einmal reichen, wenn er seine Mannschaft in Ruhe und ohne weitere Rückschläge auf die kommende Aufgabe vorbereiten könnte. „Denn es geht immer weiter“, so Buijs.

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