Fußball: 3. Liga Nur der Sieger zwischen Lotte und Preußen atmet durch

Münster -

Nachbarschaftsderby am Autobahnkreuz: SF Lotte erwartet am Samstag um 14 Uhr den Tabellennachbarn Preußen Münster. Beide Teams haben Tuchfühlung zu den Abstiegsrängen. Beim SCP wird Torwart Max Schulze Niehues den verletzten Nils Körber vertreten. Ein anderer hofft auch auf die Startelf.

Von Alexander Heflik
Startelf im Auge? Jeron Al-Hazaimeh würde gegen seinen Ex-Club Lotte nur zu gerne spielen.
Startelf im Auge? Jeron Al-Hazaimeh würde gegen seinen Ex-Club Lotte nur zu gerne spielen. Foto: Jürgen Peperhowe

Auf die leichte Schulter nimmt Benno Möhlmann keinen Gegner. Und schon gar nicht die Sportfreunde Lotte , den Gastgeber von Preußen Münster in der samstäglichen Drittliga-Partie (14 Uhr). Denn das war so im Oktober des vergangenen Jahres: Münster unterlag beim Debüt von Möhlmann als SCP-Coach und Nachfolger von Horst Steffen mit 0:1, Bernd Rosinger traf per Solo für Lotte. Der Routinier auf der Trainerbank erschauderte nach diesem Auftritt, es war sein 860. Pflichtspiel als Chefcoach im bezahlten Fußball. Das hinderte ihn nicht daran, in der Analyse sein neues Team in die Bestandteile zu zerlegen. Münster war Letzter.

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47 Partien später kommt es für Möhlmann zum ersten Vergleich in der Saison 2017/18. Lotte, damals sensationell Dritter unter Trainer Ismail Atalan, findet sich heute auf Rang 14 wieder, Münster auf Platz 15, beide Teams haben Schlagdistanz zu den Abstiegsrängen. Nur der Sieger atmet durch.

Die Lage ist schwierig, aber für Möhlmann nicht vergleichbar mit seinem Dienstantritt. Obwohl der sowohl als Profi als auch Coach vornehmlich in der 1. und 2. Bundesliga tätige Möhlmann zugibt: „Ich musste lernen, Fehler zu akzeptieren. Das begleitet die 3. Liga.“ Soll heißen, dass das Niveau ein anderes ist und Spieltag für Spieltag vor allem Fußballarbeit auf dem Programm steht.

So wird es wohl auch am Samstag in Lotte sein, wo Möhlmann einen unter dem neuen Coach Andreas Golombek erstarkten Hausherrn in der Offensive erwartet. Lotte traf in den letzten drei Partien sechs Mal – kassierte dabei aber auch sechs Gegentreffer. „Für beide Mannschaften steht viel auf dem Spiel“, sagte Golombek am Freitag. Er erwartet selbstbewusste Preußen nach dem 1:0-Sieg über Chemnitz. Nur – sein Team sei ebenfalls richtig zuversichtlich, das spüre er Tag für Tag in der Kabine vor und nach dem Training. Wenn auch ohne großes Tamtam und Brimborium.

Nun gut, für die Preußen spielt das nur eine untergeordnete Rolle, wie sich die Sportfreunde stiller und leiser auf die Partie vorbereiten. Der SCP muss Honig aus dem Sieg gegen Chemnitz saugen. „Wir haben vor, die Einstellung und das Miteinander mit nach Lotte zu nehmen“, sagt Möhlmann. Das auf dem Platz von der ersten Sekunden an zu zeigen, wäre noch besser von den Preußen.

Allerdings zwackt es die Gäste an der einen oder anderen Stelle. Besonders Defensivstratege Simon Scherder, geboren in Dreierwalde und wohnhaft in Rheine, dürfte Trauer tragen. Nach seinem Siegtor und einer sensationellen Rettungstat gegen Chemnitz war er plötzlich im Mittelfeld eine große Nummer für die Preußen. Aber eine Muskelverletzung im Oberschenkel stoppt ihn. Sandrino Braun und Danilo Wiebe rangelten im Abschlusstraining um den freien Platz an der Seite von Michele Rizzi.

Torwart Nils Körber fällt ebenfalls aus, allerdings steht mit Max Schulze Niehues einer der beständigsten Drittliga-Torhüter der vergangenen Saison bereit. Der „Max“ dürfte das ohne großen Anlauf in den Griff bekommen. Und der gesperrte Rechtsverteidiger Stéphane Tritz wird wohl durch Lennart Stoll („Ja, da habe ich Bock drauf“) ersetzt.

Inwieweit der Ex-Lotter Jeron A-Hazaimeh zum Einsatz kommt, ist wohl das letzte und bestgehütete Geheimnis von Möhlmann. Der 25 Jahre alte Linksfuß brennt auf Drittliga-Einsatz Nummer 46.

►►►  SCP: Schulze Niehues – Stoll, Kittner, Schweers, Menig – Kobylanski, Braun, Rizzi, Al-Hazaimeh – Rühle, Grimaldi

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