Fußball: 3. Liga
1:1 gegen Aalen – Der verschenkte Sieg

Münster -

Nur wenige Sekunden haben dem SC Preußen Münster zum zweiten Heimsieg gefehlt. Bis zur dritten Minute der Nachspielzeit führte der Drittligist in einer mäßigen Fußballpartie gegen den VfR Aalen mit 1:0 – doch dann nutzte der Gast seine letzte Chance.

Mittwoch, 20.09.2017, 22:09 Uhr

In Überzahl: Stephane Tritz (l.) und Michele Rizzi behaupten sich gegen Gerrit Wegkamp, der in der 30. Minuten einen Handelfmeter verschoss. Am Ende trennten sich die beiden Preußen und der Aalener 1:1. Foto: Jürgen Peperhowe

Unglaublich. Einfach nur unglaublich. Der SC Preußen Münster hat einen mühsamen, zäh erkämpften Heimsieg in der dritten Minute der Nachspielzeit hergegeben. Als der eingewechselte Martin Kobylanski in der 85. Minute das 1:0 markierte hatte, da war das Ende der Negativserie in Sicht, vor 5360 Zuschauern der Erfolg zum Greifen nah. Doch Luca Schnellbacher stocherte am Ende eines letzten verzweifelten Angriffsversuches des VfR Aalen den Ball zum 1:1 (0:0) über die Linie von SCP-Schlussmann Nils Körber – der in der 30. Minute einen Handelfmeter von Gerrit Wegkamp parierte. Das passte in die seit fünf Partien sieglosen Adlerträger. Was für ein Mist.

SC Preußen - VfR Aalen

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    SCP-Trainer Benno Möhlmann

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • SCP-Trainer Benno Möhlmann

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Nico Rinderknecht gegen Torben Rehfeldt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Stephane Tritz gegen Gerrit Wegkamp.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Hoffmann gegen Patrick Schorr.

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  • Tobias Rühle gegen Patrick Schorr.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tobias Rühle gegen Patrick Schorr.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Nils Körber hat den Elfmeter gehalten.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Nils Körber hat den Elfmeter gehalten.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  •  Justin Steinkötter und Martin Kobylanski.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die Trainer der beiden Teams: Peter Vollmann vom VfR Aalen und Benno Möhlmann vom SC Preußen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Martin Kobylanski gegen Maximilian Welzmüller.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Michele Rizzi gegen Maximilian Welzmüller.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lion Schweers gegen Gerrit Wegkamp.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lion Schweers gegen Gerrit Wegkamp.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Torjubel nach Kobylanskis Führungstreffer.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Torjubel Kobylanski.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Fabian Menig gegen Daniel Stanese

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe

Vor dem Anpfiff: Und wieder erwischte es Sandrino Braun, der Mittelfeldspieler wird zum Wanderer zwischen Ersatzbank und Startelf, dieses Mal erhielt Michele Rizzi – gleichzeitig Vertreter als Kapitän für Adriano Grimaldi – den Vorzug. Letztgenannter wurde von Tobias Rühle als Mittelstürmer vertreten.

16 Minuten mehr oder weniger Standfußball auf beiden Seiten waren vorbei, als die Preußen dank einer Flanke von Philipp Hoffmann und dem Beinahe-Kopfball von Rühle etwas Gefahr im Gäste-Strafraum verstrühten. Sieben Minuten später war das spielerische Patt immer noch vorhanden, keiner wollte einen Fehler machen. Ein Schuss vom Aalener Gerrit Wegkamp ging am Tor vorbei. Es war eine belanglose Anfangsphase, am Rande regten sich die beiden Trainer-Füchse Benno Möhlmann (63) und Peter Vollmann (59), beide in roter Jacke und schwarzer Hose wie Zwillinge gekleidet, lautstark und vehement über diese Pöhlerei auf.

Re-Live

Den Liveticker zum Nachlesen: hier

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Das änderte sich, als Simon Scherder (29.) der Ball im Strafraum an die Hand sprang. Aber wenige Augenblicke später hielt SCP-Schlussmann den schwach geschossenen Elfmeter von Wegkamp. Und Wegkamp köpfte ein paar Sekunden später den Ball auch noch an den Pfosten. Es war nur eine Prise Pfeffer, mehr nicht.

Das erste offensive Lebenszeichen der Preußen: Hoffmann flankt, Moritz Heinrich köpft, Aalens Daniel Bernhardt klärt auf der Linie – 41 Minuten waren da schon vorbei. Null zu null zur Pause, tja, schwere Kost zum Abendbrot.

SC Preußen - VfR Aalen - Einzelkritik der Spieler

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  • Nils Körber

    Torwart Nils Körber, Note 2, zeigte sich beim Handelfmeter auf der Höhe und auch bei den wenigen Abschlüssen der Gäste sehr aufmerksam. Ein starke Leistung.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rechtsverteidiger Stephane Tritz, Note 2,5, präsentierte sich von seiner besten Seite, löste praktisch alle defensiven Aufgaben. Die Führung der Preußen nahm ihren Anfang mit seinem Flankenball, das war knapp an einem Assist vorbei. Tritz in unumstritten.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Sebastian Mai, Note 3, war immer auf der Höhe des Geschehens, konsequent  und entschlossen in den Zweikämpfen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Lion Schweers, Note 3, hatte in der Abwehrmitte gemeinsam mit Sebastian Mai alles im Griff. Bei der Spieleröffnung fehlte beiden Verteidigern ein Kopfball-Abnehmer der Marke Grimaldi.  

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  • Linksverteidiger Fabian Menig, Note 4, geriet vor allem nach der Pause häufiger in Nöte. Hatte schon bessere Auftritte.

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  • Mittelfeldspieler Simon Scherder, Note 4, verdaddelte vor der Pause mehrfach einfache Bälle. Er ist halt kein Spielmacher oder Ballverteiler. Gewann aber auch eine Reihe von Zweikämpfen, am Ende fehlte ihm die Kraft.

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  • Mittelfeldspieler Michele Rizzi, Note 4, benötigte einen langen Anlauf, um im Spiel Impulse setzen zu können. Hatte Pech und musste erneut eine Verletzung im Zweikampf hinnehmen und angeschlagen das Spielfeld verlassen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Nico Rinderknecht, Note 3,5, war nicht so präsent wie zuletzt beim Startelf-Debüt in Paderborn. Sein Potenzial in der Zentrale ist aber zu erkennen.

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  • Rechtsaußen Philipp Hoffmann, Note 4, versuchte viel, war an den wenigen guten Angriffen beteiligt, aber ihm fehlte noch das gewisse Extra für einen offensiven Außenspieler, das er schon einmal hatte.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Linksaußen Moritz Heinrich, Note 3,5, kann sicherlich noch mehr. Aber er war an einigen gefährlichen Szenen beteiligt, ihm fehlte dennoch der letzte Punch.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Angreifer Tobias Rühle, Note 4,5, hing häufig in der Luft. Natürlich kann er die Kopfbälle nicht wie Grimaldi oder auch Warschewski gewinnen, doch insgesamt zeigte der quirlige und sonst dribbelstarke Stürmer zu wenig individuelle Aktionen, die seiner Klasse entsprechen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Einwechselspieler Martin Kobylanski, keine Note, brachte Schwung in die Offensive, zeigte mal wieder Konsequenz bei einem Fernschuss sowie Torinstinkt beim 1:0. So hilft er den Preußen weiter.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Einwechselspieler Jeron Al-Hazaimeh, keine Note, sorgte für mehr Dampf auf der linken Seite, drängt mit seiner impulsiven Art in die Mannschaft. Auf der linken Seite mehr als nur eine Alternative für nur eine Viertelstunde.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Einwechselspieler Danilo Wiebe, keine Note, kam in den letzten Minuten für Simon Scherder.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Die Qualität der Partie wurde allenfalls in Mikrodosen besser, zum Beispiel als Heinrich (50.) aufs Tor schoss. Die Roten aus Aalen stellten sich hinten rein und warteten ab, während die durchaus bemühten Grün-Schwarzen aus Münster nicht wussten, was zu tun ist. Das war der rote Faden. Zumindest hielt der Pakt zwischen Mannschaft und dem SCP-Anhang, wie es sich Trainer Möhlmann gewünscht hatte. Und das nach so einer ersten Stunde.

Immerhin, die Preußen blieben dran, irgendwie das Ding gewinnen blieb das Motto. Der eingewechselte Martin Kobylanski (75.) schoss mal aufs Tor, wenig später Hoffmann (77.). Die Gäste wollten derweil nicht mehr als das 0:0 halten, Wegkamps (81.) Seitfallrückzieher machte den Braten nicht fett. Heinrichs satter Schuss (84.) auch nicht.

Das war‘s. Fast. Flanke von Stéphane Tritz, der eingewechselte Jeron Al-Hazaimeh köpft, irgendein Aalener verlängert, am langen Pfosten lauert Kobylanski. Tor. So einfach kann Fußball, so einfach kann gewinnen sein. Die Preußen atmeten durch. Dann kam Schnellbacher und besorgte den nächsten Frust. Unglaublich.

SCP: Körber (2) - Tritz (2,5), Mai (3), Schweers (3), Menig (4) - Scherder (4/84. Wiebe/-) - Hoffmann (4), Rizzi (4/71. Kobylanski/-), Rinderknecht (3,5), Heinrich (3,5) - Rühle (4,5/76. Al-Hazaimeh/-) VfR: Bernhardt (2) - Traut (4), Rehfeldt (3,5), Geyer (3/89. Schnellbacher/-), Schorr (3,5) - Stanese (3) - Vasialidis (3/82. Trianni/-), Welzmüller (2,5), Preißinger (3,5) - Wegkamp (4), Morys (3) Schiedsrichter: Henry Müller (4/Cottbus) Tor: 1:0 Kobylanski (85.), 1:1 Schnellbacher (90.+3) Zuschauer: 5360

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