Fußball: 3. Liga
Preußen verlieren im Dauerregen den Überblick und drei Punkte

Münster -

Die Spieler des SC Preußen leisten derzeit ihren eigenen Beitrag in Sachen Stadionfrage: Zumindest scheint sich die Truppe um Trainer Benno Möhlmann an der Hammer Straße nicht mehr wohlzufühlen. Beim 0:2 gegen den FSV Zwickau setzte es am Freitag die dritte Heimpleite in Folge

Freitag, 08.09.2017, 22:09 Uhr

Der FSV Zwickau feiert in Münster, die Preußenspieler Stéphane Tritz (l.) und Michele Rizzi (r.) können es nicht mit ansehen und ziehen gesenkten Kopfes völlig frustriert von dannen. Foto: Jürgen Peperhowe

Es geht bergab mit den Preußen. Nach gutem Saisonstart ist Münster nun mit einem Punkt aus vier Partien auf dem Weg in den Keller. Unter Flutlicht gestattete das Team beim 0:2 (0:1) dem Tabellenletzten FSV Zwickau den ersten Sieg in einem nach dem Rückstand schwer verdaulichen Spiel, das nicht nur unter dem glatten Belag litt. Der Trend spricht gegen die Gastgeber, die nur untaugliche Mittel fanden gegen den allenfalls willensstarken, aber limitierten Kontrahenten.

„Wir haben uns durch das frühe und hohe Anlaufen des Gegners verunsichern lassen“, sagte Trainer Benno Möhlmann. „Und dann haben wir den Ball oft dahin gespielt, wo die anderen in Überzahl waren. Außerdem hat Zwickau immer wieder Zeit gewonnen mit der Führung.“ Taktisch setzte der Coach wie zuletzt in Rostock auf zwei echte Sechser. Auf dem rutschigen Boden waren viele Bälle zwar schwer zu kontrollieren, doch die Hausherren suchten den Weg nach vorne.

Preußen Münster - FSV Zwickau - 7. Spieltag, Saison 2017/18

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  • Zu Spielbeginn hatte sich der SC Preußen Münster viel vorgenommen - wie hier SCP-Mittelfeldspieler Michele Rizzi (r.) im Duell mit Zwickaus Davy Frick.

    Zu Spielbeginn hatte sich der SC Preußen Münster viel vorgenommen - wie hier SCP-Mittelfeldspieler Michele Rizzi (r.) im Duell mit Zwickaus Davy Frick.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Der SCP ging als Favorit ins Spiel, da die Gäste als Tabellenletzter in Münster antraten.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Münsters Trainer Benno Möhlmann hoffte vor allem auf eine bessere Chancenverwertung seiner Schützlinge.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Es wurde hart um jeden Ball gekämpft - wie hier SCP-Akteur Sebastian Mai (r.) gegen Ronny König.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Doch in der 38. Spielminute musste der SCP einen Rückschlag verkraften: Der FSV Zwickau ging durch den Treffer von Ronny König mit 1:0 in Führung.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die Adlerträger stemmten sich gegen die drohende Niederlage. Hier behauptet SCP-Stürmer Adriano Grimaldi den Ball.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Flugeinsatz für SCP-Keeper Nils Körber...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Am Spielende jedoch mussten sich die Preußen geschlagen geben. Der SCP verlor mit 0:2 gegen den FSV Zwickau - zum Entsetzen von SCP-Spieler Philipp Hoffmann.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Es folgen weitere Impressionen vom Spiel...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Preußen Münster - FSV Zwickau - 7. Spieltag, Saison 2017/18 Foto: Jürgen Peperhowe
  • Preußen Münster - FSV Zwickau - 7. Spieltag, Saison 2017/18 Foto: Jürgen Peperhowe
  • Preußen Münster - FSV Zwickau - 7. Spieltag, Saison 2017/18 Foto: Jürgen Peperhowe
  • Preußen Münster - FSV Zwickau - 7. Spieltag, Saison 2017/18 Foto: Jürgen Peperhowe
  • Preußen Münster - FSV Zwickau - 7. Spieltag, Saison 2017/18 Foto: Jürgen Peperhowe
  • Preußen Münster - FSV Zwickau - 7. Spieltag, Saison 2017/18 Foto: Jürgen Peperhowe
  • Preußen Münster - FSV Zwickau - 7. Spieltag, Saison 2017/18 Foto: Jürgen Peperhowe
  • Preußen Münster - FSV Zwickau - 7. Spieltag, Saison 2017/18 Foto: Jürgen Peperhowe
  • Preußen Münster - FSV Zwickau - 7. Spieltag, Saison 2017/18 Foto: Jürgen Peperhowe
  • Preußen Münster - FSV Zwickau - 7. Spieltag, Saison 2017/18 Foto: Jürgen Peperhowe
  • Preußen Münster - FSV Zwickau - 7. Spieltag, Saison 2017/18 Foto: Jürgen Peperhowe
  • Preußen Münster - FSV Zwickau - 7. Spieltag, Saison 2017/18 Foto: Jürgen Peperhowe

Die erste Großchance hatte Sebastian Mai per Kopf (12.). Michele Rizzi ließ einen Weitschuss folgen (18.). Während hier die Feinjustierung fehlte, gingen die Sachsen, vor allem Davy Frick, hart zu Werke, dafür verzichteten sie weitgehend auf Offensivbemühungen. Das Wetter ließ eigentlich schon kein schönes Spiel zu, die (erwartbare) Herangehensweise des Schlusslichts machte es fast unmöglich.

Adriano Grimaldi, dem die Rasenverhältnisse schwer zu schaffen machten, ließ sich auf dem Weg zum Tor von Nico Antonitsch ausbremsen (23.). Spätestens da war klar, dass ein Geduldsspiel ansteht. Die tief gestaffelten und giftigen Gäste brachten die Preußen aus dem Rhythmus. Spielfluss kam nie zustande.

Viele Stockfehler, Unterbrechungen, reichlich Leerlauf. So ungefähr hatte sich das Schlusslicht das vorgestellt – und machte die Aufgabe für den SCP mit einer Einzelleistung noch kniffliger. Ronny König drehte sich im Fünfer elegant um den verdutzten Ole Kittner und nagelte die Kugel zielgenau in den Winkel zum 1:0 (38.).

Einzelkritik: Preußen Münster - FSV Zwickau (7. Spieltag, Saison 2017/18)

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  • Nils Körber

    Torwart Nils Körber, Note 3,5:

    Mit Schwächen in der Strafraumbeherrschung, bewahrte seine Mannschaft aber auch mit einer Glanztat vor einem dritten Tor. Hatte insgesamt wenig zu tun.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rechtsverteidiger Stephane Tritz, Note 4:

    Passte sich dem schwachen Niveau seiner Vorderleute an. Defensiv noch stabil, in der Vorwärtsbewegung ganz schlecht, seine Flanken versumpften.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Ole Kittner, Note 3,5,:

    Er war nicht unbeteiligt am 0:1, steigerte sich aber im Spielverlauf zu einer stabilen Leistung. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Sebastian Mai, Note 3:

    Gefühlt der einzige Preuße in Normalform, hatte zudem Pech bei seinem Kopfball nach 12 Minuten. Das hätte die Führung sein können, vielleicht wäre dann alles ganz anders gekommen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Linksverteidiger Fabian Menig, Note 4,5:

    Ähnlich wie Tritz auf der linken Seite defensiv so gerade noch okay. Ab der Mittellinie ganz schwach - auch wenn er einer der wenigen Preußen war, der mal aufs Tor schoss.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Danilo Wiebe, Note 5:

    Er war dieses Mal in der Mittelfeldzentrale total überfordert. Ein schwarzer Tag für ihn.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Michele Rizzi, Note 4:

    Er zeigte zumindest ab und an mal so etwas wie spielerische Qualität. Musste verletzt raus.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rechtsaußen Philipp Hoffmann, Note 3,5:

    Er war gerade in den ersten zehn Minuten nach der Pause die auffälligste Offensivkraft der Hausherren.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Martin Kobylanski, Note 5:

    Er tauchte völlig ab, es gab keine Impulse von dem Techniker, enttäuschend. Er macht zu wenig aus seinem Potenzial.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Linksaußen Jeron Al-Hazaimeh, Note 4:

    Er hatte in der Startphase ein paar gute Szenen, doch sein Spiel ist wie eine Achterbahnfahrt, ihm fehlt aktuell die Verlässlichkeit, er tauchte nach der Pause total ab.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Angreifer Adriano Grimaldi, Note 4:

    Er kam überhaupt nicht zurecht mit den Bedingungen: Ein, zwei Szenen mit einer gewissen Torgefahr sind für den SCP-Kapitän einfach zu wenig. Für ihn ein gebrauchter Tag.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ersatzspieler Nico Rinderknecht, Note 4:

    Er war bemüht, aber auch zögerlich in den Zweikämpfen. Er deutete ein wenig seine Fähigkeiten an, war aber nicht der Mann, der die Wende bringen konnte an diesem Abend.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ersatzspieler Tobias Rühle, Note 3:

    Er brachte Schwung, versuchte vieles, vieles davon war überhastet. Was ihm fehlt? Der Zug zum Tor. Er vergab den Anschlusstreffer nach einer Stunde.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ersatzspieler Moritz Heinrich, kein Note:

    Wurde eingewechselt, als bei den Preußen nichts mehr ging - ein undankbarer Job.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Einen Vorgeschmack aufs angezeigte Zeitspiel hatte der FSV schon vor der Führung geliefert, bis zur Pause nahmen die Verzögerungen naturgemäß noch mal zu. Die Preußen standen dem ratlos gegenüber und wussten, dass es in Hälfte zwei kaum anders werden würde. Impulse sollten Nico Rinderknecht und Tobias Rühle bringen, die den angeschlagenen Rizzi und Martin Kobylanski ersetzten.

Eine erste Chance ergab sich für Hoffmann (48.), zuvor hätte Rühle selbst abschließen müssen. Aber der Joker, diesmal im Zentrum eingesetzt, brachte Schwung, servierte auch für Grimaldi (50.), der nach Philipp Hoffmanns Flanke ebenfalls das Tor verfehlte (53.). Fabian Menig schlenzte den Ball zudem vorbei (54.). „Die Situationen hätten wir besser nutzen müssen“, sagte Möhlmann. Die Folge des Sturmlaufs? Keine! Dafür das 0:2! Keeper Nils Körber hätte die Ecke, die René Lange nach innen brachte, verhindern können. In der Mitte stieg Toni Wachsmuth nahezu unbedrängt hoch und köpfte ein (56.).

Re-Live

Damit war die Hoffnung auf Zählbares quasi begraben. Gegen Bentley Baxter Bahn verhinderte Körber noch einen weiteren Tiefschlag (68.). Zwickau schöpfte alle Faktoren aus, der SCP verzettelte sich mit allem, was er probierte und schoss den Gegner sogar mehrfach aus Nahdistanz einfach an. Da schlugen viele auf der Tribüne die Hände über dem Kopf zusammen. Ein völlig verkorkster Abend an der Hammer Straße.

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