Reiten: Turnier der Sieger Peder Fredricson – und das gute Gefühl mit All In

Münster -

Das ist ganz stark: Nach einer langen Verletzungspause meldet sich der elfjährige Wallach All In des Schweden Peder Fredricson beim ersten Springen der Großen Tour eindrucksvoll mit dem Sieg zurück.

Von Henner Henning
Erst olympisches Silber, dann eine lange Pause: Doch nun ist All In zurück und gewann mit dem Schweden Peder Fredricson im Sattel beim Turnier der Sieger die erste Prüfung der Großen Tour.
Erst olympisches Silber, dann eine lange Pause: Doch nun ist All In zurück und gewann mit dem Schweden Peder Fredricson im Sattel beim Turnier der Sieger die erste Prüfung der Großen Tour. Foto: Jürgen Peperhowe

In Rio de Janeiro ging der Stern von All In auf. Der heute elfjährige Wallach gewann mit dem Schweden Peder Fredricson im Sattel sensationell olympisches Silber und überraschte damit alle – seinen Reiter eingeschlossen. Doch es folgten schwere Monate für das Duo, nach einer Operation wegen einer Kolik war die Fortsetzung von All Ins Karriere mehr als fraglich.

Doch er schaffte es zurück in den Parcours und zu alter Klasse, wie er in Münster im ersten Springen der Großen Tour gleich eindrucksvoll bestätigte. Fredricson und All In düpierten die Konkurrenz vor dem Schloss und gewannen mit über einer Sekunde Vorsprung vor Philip Rüping mit Chalypsa.

„Ich hatte gehofft, dass er zurückkommt. Aber man weiß ja nie“, sagte Fredericson. Doch der 45-Jährige aus Flen in Södermanland hat schon längst Gewissheit, dass All In wieder der Alte ist. Im April feierte der Wallach zunächst bei kleineren Turnieren sein Comeback, um dann im Juni richtig durchzustarten. Sieg im Championat von Villach, eine Woche später der Erfolg mit dem schwedischen Team im Nationenpreis von Rotterdam plus den Sieg im Großen Preis.

Den beiden ersten Plätzen bei Fünf-Sterne-Springen binnen acht Tagen ließ er einen zweiten Rang hinter Steve Guerdat (Schweiz) in Falsterbo folgen, um nun beim Turnier der Sieger erneut zuzuschlagen. „Dabei wollte ich nicht um jeden Preis gewinnen, aber im Parcours hat mir All In ein gutes Gefühl gegeben. Da habe ich es probiert“, erklärte Fredricson, der das erste Mal in Münster dabei ist und nach seinem Premierenerfolg auf dem Schlossplatz nette Worte für die Veranstaltung fand. „Alle sind hier sehr freundlich, die Bedingungen sind sehr gut.“

Die nutzte auch Rüping mit seiner Stute und bestätigte damit die gute Form der vergangenen Wochen. So sorgte der 33-Jährige beim CHIO in Aachen im Preis des Handwerks für den ersten deutschen Sieg 2017 und wurde zuletzt in Verden mit der zehnjährigen Chalypsa Dritter. Auf diesen verwies er am Freitag in Münster Emanuele Gaudiano. Der Italiener benötigte mit Caspar 64,72 Sekunden und setzte damit gleich einmal ein Statement, dass mit ihm am Sonntag im Großen Preis, der vierten Wertungsprüfung der DKB-Riders Tour, zu rechnen ist.

Bester Reiter aus Münster war Lars Nieberg (RV St. Hubertus Wolbeck), der mit Foster in 68,88 Sekunden Fünfter wurde – direkt vor Jens Baackmann (RV Albachten) mit Leo-Franco (69,16 Sekunden). Ein Missgeschick unterlief dagegen Toni Haßmann. Mit Channing vergaß er schlicht das Hindernis Nummer zehn und bog stattdessen direkt zur dreifachen Kombination ab. Das Aus für den 41-Jährigen – und eine Beruhigung für viele Amateurreiter, dass so ein Missgeschick auch einem Profi passieren kann.

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