Fußball: 3. Liga: Nullnummer in Erfurt Al-Hazaimeh rettet Preußen

Münster -

Die 45-Punkte-Marke ist erreicht, der letzte Platz in der Auswärtstabelle abgegeben. Mit dem 0:0 bei RW Erfurt konnte Preußen Münster am Sonntag ganz gut leben. Es war ein eher unterdurchschnittliches Fußballspiel, in dem es kaum Chancen gab.

Von Alexander Heflik
Eine Menge los im SCP-Strafraum: Die Weißen Stéphane Tritz, Adriano Grimaldi, Max Schulze Niehues und Ole Kittner (v.l.) behalten gegen die Roten André Laurito, Carsten Kammlott und Jannis Nikolaou (v.l.) die Übersicht.
Eine Menge los im SCP-Strafraum: Die Weißen Stéphane Tritz, Adriano Grimaldi, Max Schulze Niehues und Ole Kittner (v.l.) behalten gegen die Roten André Laurito, Carsten Kammlott und Jannis Nikolaou (v.l.) die Übersicht. Foto: Jürgen Peperhowe

Und noch ein Punkt, der 17. aus den letzten acht Partien. Preußen Münster erreichte ein 0:0 vor 5120 Zuschauern bei RW Erfurt , die Möglichkeit des Abstiegs aus der 3. Liga ist nur noch eine theoretische. Bei noch vier Spieltagen, garniert mit Heimpartien gegen FSV Zwickau und Jahn Regensburg, ist der Klassenerhalt in trockenen Tüchern. Und, so Trainer Benno Möhlmann : „Zur Pause, als ich in die Kabine ging, wäre ich mit einem Zähler nicht zufrieden gewesen. Aber in der zweiten Halbzeit habe ich keine Aktion nach vorne von uns gesehen.“

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Re-Live: RW Erfurt und Preußen Münster trennen sich torlos

Eine der spektakulärsten hatte der Fußballlehrer selbst. Als Sinan Tekerci auf Höhe der Mittellinie und nahe der Coachingzone von Möhlmann ein viel zu gewagtes Dribbling versuchte und dann mit mehr Glück als Verstand einen Konter der Erfurter mit einem taktischen Foul an Okan Aydin unterband, platzte dem 62-Jährigen so was wie der Kragen. Er packte sich Tekerci und schüttelte ihn einmal durch. Möhlmann selbst war das unangenehm, er wusste es sofort, und er entschuldigte sich bei Spieler und Öffentlichkeit. „Das darf mir nicht passieren.“ Er sei wütend gewesen. Aber: „Eine solche Reaktion darf ich nicht zeigen. Also habe ich mich gleich bei Sinan entschuldigt, ich werde natürlich auch einen Betrag in die Mannschaftskasse zahlen.“

Mai als Sechser

So viel dazu. Möhlmann musste vor der Partie etwas Neues im umgebauten Steigerwaldstadion wagen. Sebastian Mai spielte als sogenannter Sechser, als Abräumer auf der zentralen defensiven Mittelfeldposition. Denn Danilo Wiebe hatte sich im Abschlusstraining einen Außenbandriss im rechten Sprunggelenk zugezogen. Zudem fehlten auch Benjamin Schwarz (verletzt) und Sandrino Braun (gesperrt). Möhlmann musste tricksen, und er zauberte Mai aus dem Hut.

Zwei Fragen an Philipp Hoffmann

Nach elf Monaten Spielpause – wie fühlten sich die ersten Minuten in Erfurt wieder an?

Hoffmann: Für mich persönlich ist das ein Supergefühl nach so langer Leidenszeit und sehr viel Arbeit wieder auf dem Platz zu stehen. Wir hätten das gerne mit einem Sieg abgeschlossen.

Gibt es nach so langer Auszeit noch so etwas wie Angst bei Ihnen?

Hoffmann: Angst würde ich jetzt nicht sagen. Im Training geht es ähnlich hart zur Sache wie im Spiel. Vielleicht war es in den ersten beiden Wochen noch zurückhaltender bei mir, aber das habe ich dann abgelegt.

Die Hausherren hatten die ersten Chancen, als SCP-Schlussmann Max Schulze Niehues sich bei einer Ecke leicht verschätzte, doch im Gewühl am Fünfmeterraum kam kein Erfurter zum Abschluss (12.). Das war es dann auch schon weitestgehend von den abstiegsgefährdeten Rot-Weißen. Später schoss Sebastian Tyrala (40.) einmal scharf aus der Distanz und Daniel Brückner (43.) wurde von Münsters Stéphane Tritz geblockt. Die Preußen hatten vielmehr die bessere Spielanlage, die breitere Brust und eine starke Verteidigung im Rücken. Mai gewann viele Bälle im Mittelfeld, den Rest klärten Lion Schweers und Ole Kittner. Zudem hatte der SCP zwei, drei richtig gute Konter. Was fehlte? Ein Abschluss, einzig der rührige Martin Kobylanski (21.) prüfte mal RWE-Torwart Philipp Klewin. 0:0 zur Pause, das passte schon.

Viel Langeweile

Nach dem Wechsel: Was die Offensivaktionen betraf, herrschte Langeweile. Münster wollte irgendwie nicht mehr, Erfurt konnte nicht mehr. In der 70. Minute gab es den ersten Abschluss durch Liridon Vocaj, der SCP löffelte kurz vor dem Abpfiff einen Ball durch Tobias Warschewski aufs Tor (87.). Nur einmal, in der Schlussminute, kam Hektik auf: Doch Jeron Al-Hazaimeh klärte einen Kopfball von Tugay Uzan auf der Linie (90.). Das war's, keine Tore in Erfurt, was voll in Ordnung ging. Soll sich keiner über den Punkt beklagen. Das ist Fußball-Gerechtigkeit.

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