Fußball: 3. Liga Die späte Befreiung: 1:0-Sieg des SCP gegen Sportfreunde Lotte

Münster -

(Aktualisiert) Mit 1:0 bezwang der SCP am Mittwochabend im Nachbarschaftsduell der 3. Liga die Sportfreunde Lotte. Mit jetzt 40 Punkten rückt der Klassenerhalt für die Mannschaft von SCP-Trainer Benno Möhlmann immer näher. Matchwinner für die Adlerträger wurde ausgerechnet ein ehemaliger Akteur der Sportfreunde Lotte.

Von Thomas Rellmann
Intensives Duell in der Luft, aber auch am Boden lieferten sich nicht nur Benjamin Schwarz (h.) und Luka Tankulic. Mit dem besseren Ende für den SCP, der 1:0 siegte.
Intensives Duell in der Luft, aber auch am Boden lieferten sich nicht nur Benjamin Schwarz (h.) und Luka Tankulic. Mit dem besseren Ende für den SCP, der 1:0 siegte. Foto: Jürgen Peperhowe

Was für ein Finale unter Flutlicht, was für eine Geschichte! Jeron Al-Hazaimeh verzichtete auf den Torjubel, ganz anders als seine Kollegen und die zahlreichen Preußen-Anhänger. Gegen seinen Ex-Club, die Sportfreunde Lotte , gelang dem Linksverteidiger drei Tage nach seinem Eigentor in Wiesbaden der goldene Treffer zum 1:0 (0:0)-Heimsieg per Abstauber.

Fünfter Heimsieg des Jahres, den Nachbarn nach drei Pflichtspiel-Pleiten mal wieder und letztlich zurecht geschlagen, einen Riesenschritt Richtung Klassenerhalt gemacht – ein perfekter Tag für Münster .

Hitziger Auftakt

Die kräftig umgebauten Gastgeber überließen zunächst dem Neuling meist den Ball und sahen sich in die eigene Hälfte gedrückt. André Dej gab dort auch gleich mal aus weiter Entfernung den ersten und nicht ungefährlichen Warnschuss ab (6.), Keeper Max Schulze Niehues war aber da. Martin Kobylanski antwortete mit einem etwas zu hoch angesetzten Volleyversuch (10.).

Kurz darauf tankte sich Tobias Rühle durch, ließ sich aber noch in einen spitzen Winkel drängen (12.). Trotzdem war Münster nach der ersten Anlaufphase für den Moment drin im Geschehen. Parallel dazu wurde die Partie in der Frühphase schon immer hitziger.

Lotte agierte gewohnt aggressiv, um dem Gegner wie üblich den Schneid abzukaufen. Größtenteils gelang das auch. Viele Zweikämpfe, viele Fouls, viele Unterbrechungen, viele Diskussionen – das weckte auch die Zuschauer auf.

Elfmeter-Pfiff für SCP blieb aus

Glück hatten die Preußen nach einem Freistoß von Bernd Rosinger, als Luka Tankulic und Gerrit Nauber die Kugel aus wenigen Metern nicht über die Linie bekamen (22.). Eigene Strafraumszenen blieben Mangelware, weil gerade im Zentrum Biss und Physis fehlten. Irgendwie war diese Verteilung zu erwarten. Intensiv, aber kein Leckerbissen. Noch mehr, als es ohnehin Drittliga-Standard ist.

Die wenigen Angriffe der Gäste hatten es meist in sich. Einmal ließ Kevin Freiberger den bis dahin tadellosen Lion Schweers stehen, verzog aber im Sechzehner (38.). Knifflig wurde es kurz vor der Pause beim besten SCP-Gegenstoß. Rühle bediente innen Sinan Tekerci, den Nico Neidhart wegräumte, dabei aber auch sichtbar den Ball spielte. Kein Pfiff, die Zuschauer forderten vehement Elfmeter (43.).

Preußen legen zu

Mit dem Seitenwechsel kamen Adriano Grimaldi und Danilo Wiebe für Tobias Warschewski und Martin Kobylanski – was die Rückkehr zum 4-1-4-1 bedeutete. Ein bisschen gefälliger wurde das Spiel der Hausherren mit den beiden wichtigen Anspielstationen. Als der Ball mal über mehrere Stellen mit Tempo lief, kam Benjamin Schwarz zum Abschluss aus 17 Metern, verfehlte das Gehäuse aber klar (58.). Lotte war nicht mehr ganz so griffig, spielte die Angriffe etwas unsauberer, blieb aber der höchst unbequeme Gegner.

Allmählich pendelte sich das Geschehen mit vielen Zweikämpfen im Mittelfeld ein. Münster nahm aber jetzt den Fight an – so als hätte sich das Team eine Halbzeit lang angeschaut, welche Tugenden gefragt sind an diesem Aprilabend. Der emsige Tekerci näherte sich dem SFL-Tor nach Michele Rizzis Anspiel, doch bei seinem Schuss fehlte noch ein kleines Stück (73.). Das Tor hätte der Linksfuß spätestens sechs Minuten später machen müssen, nachdem ihn Grimaldi freigespielt hatte. Der Abschluss aber war zu hoch angesetzt.

Die Schlussoffensive der Preußen lief längst. Schwarz setzte nach Rizzi-Freistoß einen Flugkopfball knapp neben den Pfosten (81.). Und ja, als Al-Hazaimeh nach einem weiteren Rizzi-Freistoß und Kittner-Kopball, den Keeper Benedikt Fer­nandez noch parierte, den Abpraller ins Netz drückte, war das tatsächlich verdient. Das Stadionbeben an der Hammer Straße? Fast müßig zu erwähnen.

Statistik:

Die Mannschaftsaufstellungen:

SCP: Schulze Niehues – Tritz, Schweers, Kittner, Al-Hazaimeh – Rühle, Rizzi (90. Mai), Schwarz, Tekerci – Kobylanski (46. Wiebe), Warschewski (46. Grimaldi)

SFL: Fernandez – Langlitz, Heyer, Nauber, Neidhart – Dej (90.+1 Engel), Tankulic, Wendel – Freiberger, Rosinger (86. Sané), Steinhart (80. Granatowski) Schiedsrichter : Robert Kempter (Sauldorf)

Tor: 1:0 Al-Hazaimeh (87.)

Zuschauer: 8185

Gelb Karten: Al-Hazaimeh, Wiebe, Rühle / Rosinger, Neidhart, Tankulic

Leserkommentare
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4750821?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F62183%2F4847441%2F4896970%2F