Fußball: 3. Liga
Die späte Befreiung: 1:0-Sieg des SCP gegen Sportfreunde Lotte

Münster -

(Aktualisiert) Mit 1:0 bezwang der SCP am Mittwochabend im Nachbarschaftsduell der 3. Liga die Sportfreunde Lotte. Mit jetzt 40 Punkten rückt der Klassenerhalt für die Mannschaft von SCP-Trainer Benno Möhlmann immer näher. Matchwinner für die Adlerträger wurde ausgerechnet ein ehemaliger Akteur der Sportfreunde Lotte.

Mittwoch, 05.04.2017, 21:04 Uhr

Intensives Duell in der Luft, aber auch am Boden lieferten sich nicht nur Benjamin Schwarz (h.) und Luka Tankulic. Mit dem besseren Ende für den SCP, der 1:0 siegte.
Intensives Duell in der Luft, aber auch am Boden lieferten sich nicht nur Benjamin Schwarz (h.) und Luka Tankulic. Mit dem besseren Ende für den SCP, der 1:0 siegte. Foto: Jürgen Peperhowe

Was für ein Finale unter Flutlicht, was für eine Geschichte! Jeron Al-Hazaimeh verzichtete auf den Torjubel, ganz anders als seine Kollegen und die zahlreichen Preußen-Anhänger. Gegen seinen Ex-Club, die Sportfreunde Lotte , gelang dem Linksverteidiger drei Tage nach seinem Eigentor in Wiesbaden der goldene Treffer zum 1:0 (0:0)-Heimsieg per Abstauber.

Fünfter Heimsieg des Jahres, den Nachbarn nach drei Pflichtspiel-Pleiten mal wieder und letztlich zurecht geschlagen, einen Riesenschritt Richtung Klassenerhalt gemacht – ein perfekter Tag für Münster .

Saison 2016/17 - 31. Spieltag: Preußen Münster - SF Lotte

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  • Jeron Al-Hazaimeh erzielte in der 87. Minute den goldenen Treffer für Preußen Münster im Spiel gegen die Sportfreunde Lotte.

    Jeron Al-Hazaimeh erzielte in der 87. Minute den goldenen Treffer für Preußen Münster im Spiel gegen die Sportfreunde Lotte.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ausgerechnet Al-Hazaimeh! Denn vor der Saison kam er aus Lotte nach Münster. Entsprechend rücksichtsvoll fiel sein Jubel aus.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ausgerechnet Al-Hazaimeh, die Zweite: Denn noch vor drei Tage sorgte er mit einem späten Eigentor für die Niederlage in Wiesbaden.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Flutlicht an der Hammer Straße: Lottes Trainer Ismail Atalan vor dem Spiel.

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  • Und sein Gegenüber Benno Möhlmann.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Gedankenaustausch vor Anpfiff zwischen Lottes Coach Ismael Atalan (l.) und SCP-Trainer Benno Möhlmann.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die letzten drei Partien beider Clubs konnten die Sportfreunde für sich entscheiden. Diesmal kam es anders.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Im Folgenden einige Eindrücke vom Spiel: SCP-Keeper Schulze Niehues

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Turbulente Situation vor dem SCP-Tor: Lottes Nauber (v.l.) hat abgezogen, die SCP-Akteure Al-Hazaimeh, Tritz und Kittner versuchen, den Schuss abzublocken.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rühle gegen Philipp Steinhart

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  • Atalan und Möhlmann engagiert an der Seitenlinie

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  • Im Luftkampf: Tobias Rühle (r.) gegen Alexander Langlitz.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Abschluss-Chance für den SCP: Tobias Rühle setzt zum Schuss an, Lottes Moritz Heyer springt in die Schussbahn und Lottes Keeper Benedikt Fernandez fokussiert den Ball.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Blick nach Westen: Ismail Atalan scheint nicht zu gefallen, was er dort sieht.

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  • Schwarz gegen Tim Wendel

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  • SCP-Abwehrmann Stephane Tritz (r.) obenauf, Lottes Philipp Steinhart am Boden...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Benno Möhlmann

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mai und Kittner gegen Gerrit Nauber

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  • Schwarz gegen Luka Tankulic, die Erste.

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  • Schwarz gegen Luka Tankulic, die Zweite.

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  • Schwarz und Nico Neidhart

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  • Kurz vor Schluss jubelten dann die Preußen doch noch.

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  • Lottes Ismail Atalan ist bedient.

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  • Dem neuen Sportdirektor Malte Metzelder (l.) und Benno Möhlmann dürfte das Gesehene allerdings gefallen haben.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Hitziger Auftakt

Die kräftig umgebauten Gastgeber überließen zunächst dem Neuling meist den Ball und sahen sich in die eigene Hälfte gedrückt. André Dej gab dort auch gleich mal aus weiter Entfernung den ersten und nicht ungefährlichen Warnschuss ab (6.), Keeper Max Schulze Niehues war aber da. Martin Kobylanski antwortete mit einem etwas zu hoch angesetzten Volleyversuch (10.).

Kurz darauf tankte sich Tobias Rühle durch, ließ sich aber noch in einen spitzen Winkel drängen (12.). Trotzdem war Münster nach der ersten Anlaufphase für den Moment drin im Geschehen. Parallel dazu wurde die Partie in der Frühphase schon immer hitziger.

Lotte agierte gewohnt aggressiv, um dem Gegner wie üblich den Schneid abzukaufen. Größtenteils gelang das auch. Viele Zweikämpfe, viele Fouls, viele Unterbrechungen, viele Diskussionen – das weckte auch die Zuschauer auf.

Elfmeter-Pfiff für SCP blieb aus

Glück hatten die Preußen nach einem Freistoß von Bernd Rosinger, als Luka Tankulic und Gerrit Nauber die Kugel aus wenigen Metern nicht über die Linie bekamen (22.). Eigene Strafraumszenen blieben Mangelware, weil gerade im Zentrum Biss und Physis fehlten. Irgendwie war diese Verteilung zu erwarten. Intensiv, aber kein Leckerbissen. Noch mehr, als es ohnehin Drittliga-Standard ist.

Einzelkritik: Preußen Münster - Sportfreunde Lotte

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  • Max Schulze Niehues

    Max Schulze Niehues - Note: 3: Eine spektakuläre Szene, als er seine Mütze wegwarf, um per Kopf gegen Bernd Rosinger zu klären. Ansonsten fischte er das, was er fischen musste. Allgemein wenig beschäftigt, gerade nach der Pause. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Stéphane Tritz - Note: 3: Zu Beginn stand der Franzose einige Mal unter Feuer, musste sich mehrfach umschauen. Doch mit der Zeit kämpfte er sich rein, stabilisierte sich, machte die rechte Seite dicht und tauchte immer mal wieder am Strafraum der Gäste auf. 

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  • Ole Kittner - Note: 3: Erstmals seit dem 12. Februar wieder in der Startelf und in der Anfangsphase auch noch ein wenig unsicher. Doch auch er steigerte sich, hatte später nicht mehr viel Arbeit und nutzte die freie Zeit, um per Kopf zum Wegbereiter des 1:0 zu werden. Zwar klärte Keeper Benedikt Fernandez noch, doch Al-Hazaimeh setzte nach. 

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  • Lion Schweers - Note: 3:

    Ein grober Fehler im Aufbau, einmal von Kevin Freiberger düpiert - ansonsten ein tadelloser Auftritt des Youngsters, der sich auf gutem Drittliga-Niveau einpendelt. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jeron Al-Hazaimeh - Note: 3: Unglaubliche Geschichten schreibt der Linksverteidiger gerade. Siegtor gegen Aalen, entscheidendes Eigentor in Wiesbaden, nun wieder ein Siegtor gegen seinen Ex-Verein. Zuvor war das nicht sein bester Auftritt, da leistete er sich einige Stellungsfehler. Am Ende völlig egal. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tobias Rühle - Note: 3: Immer unterwegs, scheute keinen Zweikampf, legte sich mit den Lottern an, zeigte Mumm. Allerdings ist er auch nach wie vor oft noch zu umständlich, trifft unglückliche Abspielentscheidungen. Wertvoll allemal. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Michele Rizzi - Note: 3: In den ersten 20 Minuten lief der Mittelfeldmann unauffällig nebenher, doch dann zog er das Tempo an, riss die Kollegen geradezu mit. Seine Standards brachten immer Gefahr, sein Wille war prägnant. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Benjamin Schwarz - Note: 3: Steht er auf dem Rasen, ist der SCP bissiger. Das steht außer Frage. Diesmal standen andere im Fokus und hatten die spektakulären Momente. Schwarz wäre allerdings auch kurz vor dem 1:0 beinahe schon die Führung gelungen. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sinan Tekerci -  Note: 2,5: Auch wenn seine Kopfballrückgabe auf Schulze Niehues waghalsig war, gehörte der kleine Dribbler schon vor der Pause zu den wenigen giftigen Preußen. Zweikämpfe nahm er gerne an, die Lotter Aggressivität beflügelten ihn. Starke Szenen am Ball, nur der Abschluss war zwei Mal nicht ideal.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Martin Kobylanski - Note: 5: Mehrmals am Ball, aber fast immer ohne Fortune. Bei seinen Distanzschüssen stets in Rücklage, so dass klar war, dass der Ball in die Wolken geht. Darüber hinaus verlor er die Kugel häufig. Glückloser Auftritt, raus zur Pause. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tobias Warschewski - Note: 4,5: Der Youngster warf sich zwar in die Kopfballduelle mit Gerrit Nauber & Co. - war da aber meist klar unterlegen. Auch er muss ab und an Lehrgeld zahlen, wie dieser Abend bewies. Ebenfalls ausgewechselt in der Halbzeit. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Adriano Grimaldi - Note: 2,5: Mega-Lob vom Trainer! "So stelle ich mir einen Kapitän vor", sagte Coach Benno Möhlmann. Mit ihm war Münster ebenbürtig bei hohen Bällen. Behauptete die Kugel immer wieder, setzte Nebenleute ein, pushte die Kollegen. Dass er an seinem Geburtstag erst geschont wurde, nahm er zum Anlass, um Gas zu geben. Am Ende gab es ein lautes Ständchen der Fans. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Danilo Wiebe - Note 3,5:

    Nach der Pause brachte er etwas Struktur in die SCP-Bemühungen, war eine wichtige Anspielstation. Leistete sich aber auch mehrere eklatante Ballverluste. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sebastian Mai - (eingewechselt 90. min) - keine Note

    Foto: Jürgen Peperhowe

Die wenigen Angriffe der Gäste hatten es meist in sich. Einmal ließ Kevin Freiberger den bis dahin tadellosen Lion Schweers stehen, verzog aber im Sechzehner (38.). Knifflig wurde es kurz vor der Pause beim besten SCP-Gegenstoß. Rühle bediente innen Sinan Tekerci, den Nico Neidhart wegräumte, dabei aber auch sichtbar den Ball spielte. Kein Pfiff, die Zuschauer forderten vehement Elfmeter (43.).

Preußen legen zu

Mit dem Seitenwechsel kamen Adriano Grimaldi und Danilo Wiebe für Tobias Warschewski und Martin Kobylanski – was die Rückkehr zum 4-1-4-1 bedeutete. Ein bisschen gefälliger wurde das Spiel der Hausherren mit den beiden wichtigen Anspielstationen. Als der Ball mal über mehrere Stellen mit Tempo lief, kam Benjamin Schwarz zum Abschluss aus 17 Metern, verfehlte das Gehäuse aber klar (58.). Lotte war nicht mehr ganz so griffig, spielte die Angriffe etwas unsauberer, blieb aber der höchst unbequeme Gegner.

Allmählich pendelte sich das Geschehen mit vielen Zweikämpfen im Mittelfeld ein. Münster nahm aber jetzt den Fight an – so als hätte sich das Team eine Halbzeit lang angeschaut, welche Tugenden gefragt sind an diesem Aprilabend. Der emsige Tekerci näherte sich dem SFL-Tor nach Michele Rizzis Anspiel, doch bei seinem Schuss fehlte noch ein kleines Stück (73.). Das Tor hätte der Linksfuß spätestens sechs Minuten später machen müssen, nachdem ihn Grimaldi freigespielt hatte. Der Abschluss aber war zu hoch angesetzt.

Die Schlussoffensive der Preußen lief längst. Schwarz setzte nach Rizzi-Freistoß einen Flugkopfball knapp neben den Pfosten (81.). Und ja, als Al-Hazaimeh nach einem weiteren Rizzi-Freistoß und Kittner-Kopball, den Keeper Benedikt Fer­nandez noch parierte, den Abpraller ins Netz drückte, war das tatsächlich verdient. Das Stadionbeben an der Hammer Straße? Fast müßig zu erwähnen.

Statistik:

Die Mannschaftsaufstellungen:

SCP: Schulze Niehues – Tritz, Schweers, Kittner, Al-Hazaimeh – Rühle, Rizzi (90. Mai), Schwarz, Tekerci – Kobylanski (46. Wiebe), Warschewski (46. Grimaldi)

SFL: Fernandez – Langlitz, Heyer, Nauber, Neidhart – Dej (90.+1 Engel), Tankulic, Wendel – Freiberger, Rosinger (86. Sané), Steinhart (80. Granatowski) Schiedsrichter : Robert Kempter (Sauldorf)

Tor: 1:0 Al-Hazaimeh (87.)

Zuschauer: 8185

Gelb Karten: Al-Hazaimeh, Wiebe, Rühle / Rosinger, Neidhart, Tankulic

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