Fußball: Bezirksliga 12
Für den TuS Recke bricht er mit seinen Prinzipien

Recke -

Einen lockeren Spruch hat er ständig auf den Lippen, seinen Humor verliert er auch nach Niederlagen so gut wie nie. Mit dabei ist meistens eine Portion Selbstironie.

Freitag, 22.12.2017, 17:12 Uhr

Jubel in Recke: Marc Wiethölter hängt sein fünftes Jahr als TuS-Trainer dran
Jubel in Recke: Marc Wiethölter hängt sein fünftes Jahr als TuS-Trainer dran Foto: Jan Kappelhoff

Deshalb ist es wenig verwunderlich, wie Marc Wiethölter seine Verlängerung mit dem TuS Recke als Trainer der Bezirksliga-Fußballer verkündet: „Der Verein ist so bescheuert, dass er ein 5. Jahr mit mir will. Ich habe dem dann zugestimmt.“ Wiethölter bleibt also im Fürstenbergstadion und bricht dafür mit seinen Prinzipien.

Denn ins fünfte Trainerjahr bei einem Verein zu gehen, das widerspricht eigentlich ein Stück weit seiner Philosophie, das ist nicht sein Ding. Irgendwann, so sagt er, müsse es einen neuen Impuls geben. Die Gefahr sei zu groß, dass es dann Abnutzungserscheinungen gebe. Aber das ist anders in Recke. Dort wurde offen und ehrlich darüber gesprochen und Wiethölter hat die Signale aus der Mannschaft erhalten, dass sich das Miteinander zwischen Coach und Team noch nicht abgenutzt habe.

„Ich habe den Jungs klar gesagt, dass sie das nicht aus Dankbarkeit wegen der Erfolge, die wir zusammen hatten, sagen sollen, und auch nicht, weil wir uns privat gut verstehen“, forderte der Coach Ehrlichkeit seiner Spieler in der Analyse. Es musste nicht auf Teufel komm raus weitergehen. Die Aussagen seien aber sehr klar gewesen, vor allem von Spielern, die schon höherklassig aktiv waren und von denen, die jahrelang Führungsspieler beim TuS sind. „Der Tenor war, dass wir noch was zusammen erreichen können. Das war dann der Punkt für mich, an dem ich überlegt habe, von meinen Prinzipien abzuweichen“, sagt Marc Wiethölter.

Es gab also unterm Strich drei Aspekte, die Wiethölter letztendlich dazu bewegt haben, eine weitere Saison dranzuhängen: Erstens die beschriebene Meinung der Mannschaft, zweitens mache es ihm in Recke mit der Mannschaft und dem Umfeld einfach „sehr viel Spaß“, und drittens sehe er auch noch Potenzial, die Jugend enger mit den Senioren zu verknüpfen.

Aus Vereinssicht gab es zu keinem Zeitpunkt Zweifel, dass Marc Wiethölter auch weiterhin genau der richtige für den Trainerjob beim TuS ist. „Es gibt keine Abnutzung, das sieht die Mannschaft so und der Vorstand auch. Ganz im Gegenteil: Je länger wir zusammenarbeiten, desto besser und intensiver wird es“, sagt Fußball-Obmann Thorsten Röber. Man habe noch viel vor, Wiethölter bringe sich viel mit ein. „Das finden wir gut und das klappt auch gut“, so Röber.

Diese Hinrunde war sportlich schwierig für den TuS, lange stand die Mannschaft geplagt von großem Verletzungspech mit vier Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz. Die ersten „Experten“ am Sportplatz fragten sich schon, ob die Symbiose „Wiethölter/TuS Recke“ noch passe. „Wir haben da nicht ansatzweise drüber nachgedacht. Unser Vertrauen war so groß, dass wir ihn in Ruhe haben weiterarbeiten lassen. Wir waren uns sehr, sehr sicher, es gab keine Anzeichen von Panik oder Überlegungen“, entkräftet Röber, dass es in der Krise Zweifel gab. Der Trainer selbst macht sich einzig zum Vorwurf, dass die Spieler, die zur Verfügung standen, in der Vorbereitung noch intensiver im läuferischen Bereich hätten arbeiten müssen. Allerdings sprechen 14 Punkte aus sieben Spielen vor der Winterpause auch die klare Sprache, dass Wiethölter Krisenmanager kann.

Der 40-Jährige will nun vor allem die Verzahnung im Verein vorantreiben. Sein Team gehöre nicht zu den jüngeren Mannschaften der Liga, folglich sollen talentierte Jugendspieler herangeführt werden, Leute aus der Zweiten, die das Zeug für die Erste haben, sollen eingebaut werden. Außerdem hätten die gestandenen Spieler signalisiert, dass sie bleiben und den Plan mittragen würden. Kurzum: Alle sind sich einig, dass diese Mischung weiter trägt.

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