Fußball: 3. Liga
Nulldiät zwischen SF Lotte und Preußen Münster

Lotte / Münster -

Es war kalt, und es war insgesamt kein gutes Spiel. Auch an Toren konnten sich die nur 3084 Zuschauer nicht erwärmen. 0:0 hieß es am Samstag nach zwar intensiven, aber wenig hochklassigen 90 Minuten zwischen den Sportfreunden Lotte und Preußen Münster.

Sonntag, 03.12.2017, 14:12 Uhr

Luca Tankulic war bester Lotter Spieler. Hier setzt er sich gegen die Preußen Nico Rinderknecht (links) und Fabian Menig durch. Foto: Mrugalla

Es gab schon bessere Spiele zwischen den Sportfreunden Lotte und dem SC Preußen Münster. Am Samstag boten die beiden Münsterland-Kontrahenten bei Minusgraden im Frimo-Stadion eher Magerkost. Zwar blieb die Partie 90 Minuten lang spannend, intensiv war sie auch, spielerisch ließen aber beide einiges zu wünschen übrig. Zudem fand das Leder nicht den Weg ins Tor. 0:0 hieß es nach 90 Minuten. Ein Ergebnis, mit dem die Preußen eher leben können als die Sportfreunde. Die Gäste waren vor der Pause die dominierende Mannschaft, Lotte drückte dem Spiel im zweiten Durchgang den Stempel auf.

Spiel der Münsterland-Kontrahenten

„Wir können zufrieden sein“, fasste Münsters Mittelfeldspieler Sebastian Mai zusammen. „Wir nicht“, hielt SFL-Schlussmann Benedikt Fernandez dagegen. „In der zweiten Halbzeit waren wir die bessere Mannschaft, hatten mehr Chancen und dann in der Schlussphase das Riesending.“ Das „Riesending“, von dem Fernandez sprach, war die Chance für Kevin Freiberger, als er in der 87. Minute frei vor SCP-Keeper Max Schulze Niehues auftauchte, aber verzog.

Lesen Sie hier den Spielverlauf nach:

Die Sportfreunde begannen aufgrund der Gelbsperren von Tim Wendel und Moritz Heyer mit einem leicht veränderten System hin zum 4:2:3:1. Joshua Putze im defensiven und ein wenig überraschend Luca Tankulic im offensiven Mittelfeld standen in der Startformation. Außerdem begann Michael Schulze als Linksverteidiger für Michael Hohnstedt.

Spielszenen: SF Lotte vs. Preußen Münster

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  • Spielszenen: SF Lotte vs. Preußen Münster
Spielszenen: SF Lotte vs. Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
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Gegenüber dem 1:0-Sieg in der Vorwoche hatte Preußen-Coach Benno Möhlmann drei Änderungen vorgenommen. Für den verletzten Keeper Nils Körber stand Max Schulze Niehaus zwischen den Pfosten. Passen musste kurzfristig auch der aus Dreierwalde stammende defensive Mittelfeldspieler Simon Scherder wegen einer Muskelverletzung. Seinen Part nahm Sebastian Mai ein. Für den gelb-rot-gesperrten Stephane Tritz stand Nico Rinderknecht in der Startelf und fand sich im Mittelfeld wieder. Lennart Stoll rückte dafür auf die rechte Verteidiger-Position. Der Ex-Lotter Jerom Al-Hazaimeh saß zunächst auf der Bank.

Clevere Preußen in der Anfangsphase

Und die Gäste begannen forsch. Schon in der vierten Minute hatte Michele Rizzi die Führung auf dem Fuß, scheiterte aber an SFL-Schlussmann Benedikt Fernandez. Wenig später verpasste Kevin Freiberger auf der anderen Seite knapp das 1:0.

Die Anfangsphase ging an die Preußen, die im 4:1:4:1-System agierten. Sie machten das clever. Hinten sicher stehend, spielten sie schnell nach vorne. Im Abschluss haperte es dann allerdings. Die Sportfreunde taten sich schwer, fanden kaum ins Spiel. Erst nach einer knappen halben Stunde fanden sie sich besser zurecht. Die erste Halbzeit ging dennoch an die Gäste aus der Aaseestadt, und doch wäre Lotte um ein Haar mit einer Fühurng in die Kabine gegangen. In der 41. Minute wurde Joshua Putze an der Strafraumlinie freistehend von Freiberger bedient. Dessen Flachschuss verfehlte das Ziel aber um Zentimeter. Schulze-Niehues wäre machtlos gewesen.

SF Lotte vs.Preußen Münster Einzelkritik

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  • Adriano Grimaldi

    Angreifer Adriano Grimaldi, Note 4,5, blieb erneut blass. Einerseits setzt er kaum Akzente wenn er mal am Ball ist, da hat er in der Vergangenheit aus viel weniger mehr gemacht. Andererseits bekommt er kaum mal ein brauchbares Anspiel in den Lauf oder auf den Kopf gespielt, um seine Torgefährlichkeit überhaupt ausspielen zu können.

    Foto: Peperhowe
  • Ersatzspieler Danilo Wiebe, keine Note, ersetzte in den letzten gut drei Minuten Michele Rizzi. Fiel dementsprechend weder negativ noch positiv auf.

    Ohne Bild: Ersatzspieler Luca Steinfeld, keine Note, wurde gebracht mit der Hoffnung auf den „Lucky Punch“. In der Preußen-Reserve trifft er in Serie, gegen Lotte kam er einmal - fast - zum Abschluss. Bei der Flanke von Al-Hazaimeh ging er volles Risiko und trat ein Luftloch. Man hat zumindest das Gefühl, das bei Steinfeld was geht.  

    Foto: Peperhowe
  • Linksverteidiger Fabian Menig, Note 3, überzeugte mit seiner kämpferischen Note in der Defensive, er macht wenig Federlesen mit Gegnern und sich selbst. Die Flügelläufe bleiben dagegen weiter wirkungslos.

    Foto: Peperhowe
  • Ersatzspieler Jeron Al-Hazaimeh, keine Note, kam in der 72. Minute für Tobias Rühle. Zumindest mit einem Ballgewinn und der Flanke aus der Drehung sorgte er für das rare Gut der Preußen namens Torgefahr. Das will was heißen, dass das zu den besten Angriffen der Preußen nach der Pause gehörte.

    Foto: Peperhowe
  • Rechtsverteidiger Lennart Stoll, Note 3, agierte resolut in den Zweikämpfen, wenig brannte auf seiner Seite an. Auf ihn war Verlass, im Offensivspiel passte er sich - leider - seinen Vorderleuten an.

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  • Innenverteidiger Lion Schweers,  Note 3, ließ sich nicht beirren, auch nicht von dem schmerzhaften Zusammenprall mit dem Teamkollegen Sebastian Mai. Schweers findet zurück zu seiner soliden Form der Vorsaison.

    Foto: Peperhowe
  • Linksaußen Martin Kobylanski, Note 4,5, setzte wie auch Tobias Rühle auf den Flügeln keinerlei Akzente. Zu allem Überfluss wagte er sich noch an Fernschüsse und Freistöße heran, die krachend scheiterten. Kobylanski ist wie eine Sphinx - er ist nicht ausrechenbar und zuverlässig genug.

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  • Torwart Max Schulze Niehues, Note 3, hatte bei seinem ersten Einsatz in dieser Saison sehr wenig zu tun. Im Glück beim Lupfer von Kevin Freiberger, wirkte souverän und wenig aufgeregt als Ersatz für den verletzten Nils Körber.

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  • Mittelfeldspieler Michele Rizzi, Note 4,5, tauchte einfach in zentraler Position viel zu wenig auf. Von ihm wird mehr erwartet, mehr Verantwortungsübernahme. Das war zu wenig.

    Foto: Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Nico Rinderknecht, Note 4, in der besseren ersten Preußen-Hälfte ziemlich unauffällig, in der schwächeren zweiten Halbzeit zumindest mit einigen Antritten und Dribblings. Gemeinsam mit Michele Rizzi in der Zentrale zu wenig effektiv. Das muss eine Steigerung von der Leihgabe aus Ingolstadt her.

    Foto: Peperhowe
  • Innenverteidiger Ole Kittner, Note 3, entschlossen, schnörkellos, machte sein Zeug. Basta.

    Foto: Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Sebastian Mai, Note 2,5, agierte als alleiniger Sechser wie der Turm in der Schlacht. Ließ sich nichts gefallen, räumte auf, räumte ab, räumte hinterher. Das ist absolut eine Position, die er streng defensiv ausgerichtet bestens und auch allein ausfüllen kann. 

    Foto: Peperhowe
  • Rechtsaußen Tobias Rühle, Note 4, blieb bis auf einen Querpass, der fast zum 1:0 durch Rizzi geführt hätte, wirkungslos. Wurde als Erster ausgewechselt, dabei hätte es jeden der fünf offensiv ausgerichteten Feldspieler treffen können.

    Foto: Peperhowe

Lotte legt nach der Pause zu

Mit mehr Esprit kamen die Hausherren aus der Kabine. Sie waren nun deutlich aktiver und nahmen das Heft in die Hand. Die Preußen sahen sich mehr und mehr zurückgedrängt. In der 60. Minute wäre es um ein Haar passiert. Einen Distanzschuss des starken Tankulic klärte Schulze-Niehues per Glanzparade. Das Spiel entscheiden können hätte dann Kevin Freiberger in der 87. Minute. Allein tauchte er vor Schulze-Niehues auf, verfehlte den Preußen-Kasten aber um wenige Zentimeter. Das war´s, es blieb beim 0:0.

Trainerstimmen:

Benno Möhlmann (Preußen Münster): „Wir können derzeit keine fußballerische Feinkost anbieten. In der Defensive hatten wir das Spiel ganz gut im. In Offensivaktionen haben wir wenig bis ganz wenig zustande gebracht. In der ersten Halbzeit war es ok. Wären wir da noch selbstbewusster aufgetreten, wären wir wohl in Führung gegangen. In der zweiten Halbzeit waren wir nicht mehr so gut im Spiel, mussten einige Chancen gegen uns hinnehmen. Mit dem 0:0 können wir zufrieden sein.“

Andreas Golombek (SF Lotte): „Man hat gemerkt, dass beide Mannschaften wussten, worum es geht. Für beide war viel Druck da. In der ersten Halbzeit hatte Münster mehr vom Spiel, war vor allem bei Standards gefährlich. Da hat es einige Male gebrannt. In der zweiten Halbzeit waren wir besser im Spiel und hatten in der 87. Minute den Big-Point mit der Chance von Kevin Freiberger. Deshalb können wir nicht ganz zufrieden sein mit dem einen Punkt, weil wir auch in der zweiten Halbzeit die bessere Mannschaft waren. Auf der anderen Seite muss man das Positive sehen, da wir endlich mal wieder zu Null gespielt haben. Mit unserer Leistung bin ich nicht unzufrieden.“

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Zum Spiel:

SF Lotte: Fernandez - Langlitz, Straith, Rossmann, Schulze - Dej, Putze - Tankulic (82. Rosinger) - Freiberger, Al Ghaddioui, Oesterhelweg (73. Pires-Roedrigues).

Preußen Münster : Schulze Niehues – Stoll, Kittner, Schweers, Menig – Mai - Rühle (72. Al Hazaimeh), Rinderknecht, Rizzi (89. Wiebe), Kobylanski - Grimaldi (82. Steinfeldt)

Tore : Fehlanzeige - Schiedsrichter: Christof Günsch (Marburg). - Gelbe Karten: Oesterhelweg, Tankulic, Putze - Kobylanski. - Zuschauer: 3084.

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