Freitag, der 13. – Kicker mir der Rückennummer 13 Jetzt schlägt’s 13

Fußballkreis Ahaus/Coesfeld -

Klebt Kickern mit der Unglückszahl 13 auf dem Trikot das Pech an den Stiefeln? Und wer hat ihnen diese Nummer überhaupt eingebrockt? Der Check bei einigen Amateur-Clubs – heute am Freitag, dem 13.

Von Kristian van Bentem
Nico Reder weist es weit von sich, dass die Nummer 13 eine Unglückszahl sein soll. Er verbindet mit der 13, die seit Jahren sein Markenzeichen ist, nur gute Erinnerungen.
Nico Reder weist es weit von sich, dass die Nummer 13 eine Unglückszahl sein soll. Er verbindet mit der 13, die seit Jahren sein Markenzeichen ist, nur gute Erinnerungen. Foto: aho

Man stelle sich vor, es würde heute – am Freitag, dem 13. – in den heimischen Ligen gekickt: Spieler mit der Trikot-Nummer 13 würden dann die ohnehin schon unglückselige Konstellation noch beängstigend verschärfen. Doch wie geht es den Spielern mit der Unglückszahl sonst?

Stef Aagten hatte Pech

Man muss nicht lange nach dem unzweifelhaften Beweis suchen, dass die 13 mit Pech in Verbindung zu bringen ist. Pech hatte der Mann mit der Nummer 13 beim VfB Alstätte aber schon vor der Saison. Am Abend, an dem in der Erstvertretung traditionell die fest zugeteilten Trikotnummern für die gesamte anstehende Spielzeit versteigert werden – höchstbietend zugunsten der Mannschaftskasse.

„Ich wollte ja eigentlich die Nummer neun“, verrät Stürmer Stef Aagten ein wenig geknickt. Aber weil er selbst nicht anwesend war und sein zuvor abgegebenes Gebot von einem Team-Kameraden gnadenlos überboten wurde, musste er nehmen, was übrig blieb. Und weil das für Niederländer in Sachen Fußball seit einiger Zeit nichts ist, was auch nur den Anschein von Glück erweckt, war es für Agten die 13. „Ich bin aber nicht abergläubisch“, versichert er, dass die Nummer für ihn kein Beinbruch war. Und auch den Bänderriss im Fuß, der ihn zuletzt zu einer mehrwöchigen Sperre zwang, will er keineswegs auf die mysteriöse Unglückszahl schieben . . .

Die 13 ist das Markenzeichen von Nico Reder

Nur gute Erfahrungen mit der 13 gemacht hat RW Nienborgs Spielertrainer Nico Reder, für den die Rückennummer längst ebenso ein Markenzeichen ist wie für (ehemalige) Weltstars wie Michael Ballack oder Gerd und Thomas Müller. Dabei war sie für ihn, als er einst als junges Talent von Eintracht Ahaus zum Verbandsligisten SpVgg Vreden wechselte, anfangs eher der unfreiwillige, sichtbare Makel, dass es noch nicht zum Stammspieler reichte. „Als ich den Sprung geschafft habe, habe ich die Nummer behalten und wurde am Ende zum Spieler des Jahres gewählt“, erinnert sich Reder.

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Bernd Depenbrock muss die Nummer 13 auf jeden Fall wieder rausrücken!

Nico Reder, der die 13 während seines Urlaubs „verliehen“ hatte.

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Die 13 hat er seither nicht mehr abgegeben und sich auch in Nienborg ganz generös bereit erklärt, die Bürde der Unglückszahl auf seinem Rücken zu tragen . . . An einen „Ausputzer“, der ihm dies zuletzt während seines Urlaubs abgenommen hatte, sendet er dann auch eine unmissverständliche Kampfansage: „ Bernd Depenbrock muss die Nummer 13 auf jeden Fall wieder rausrücken!“

Noch nie die 13 getragen hat dagegen Rafael Figueiredo. Der Spielertrainer des ASC Schöppingen darf sich mit der Kult-Nummer 10 schmücken, doch nur wenige weitere Stammmitspieler sind ebenfall fest beziffert. Die meisten Trikots werden dagegen für jedes Spiel neu vergeben. „Und es war noch nie schwer, die 13 an den Mann zu bringen – im Gegenteil“, verrät Figueiredo und führt das auf die berühmten Vorbilder zurück.

Glücksmoment mit Unglückszahl: Dass es zuletzt beim FC Epe nicht immer so viel zu bejubeln gab wie in dieser Szene, lag sicher nicht am Mann mit der Nummer 13. Kapitän Patrick Redegeld trägt das 13er-Trikot schließlich schon seit Jahren.

Wie die sprichwörtliche Jungfrau zum Kinde kam FC Epes Patrick Redegeld zum blauen Trikot mit der weißen 13. „Die habe ich schon einige Jahre. Irgendwann habe ich sie einfach mal bekommen und mir eigentlich gar keine Gedanken darüber gemacht“, erzählt der FCE-Kapitän, der mit der Rückennummer etwas mit Nationalspieler Lars Stindl von seinem Lieblingsclub Borussia Mönchengladbach gemeinsam hat. Für ihn allerdings kein Grund, die 13 auch in Zukunft immer für sich zu beanspruchen. „Ich nehme auch jede andere Nummer“, beteuert er.

Matthias Naber hilft mit der Nummer 13 aus

Wie wäre es mit der 33? Die trug zuletzt Jan Engemann, eigentlich der Mann mit der 13 im Bezirksliga-Team von Vorwärts Epe, in der 2. Mannschaft . . . Denn weil er wegen seines Studiums nicht in der glücklichen Lage ist, regelmäßig trainieren zu können, kickt er aktuell zumeist in der Reserve.

Ins vakante 13er-Trikot bei der Erstvertretung schlüpft zuweilen Matthias Naber, der wegen seines Polizeidienstes zwar auch nicht alle Übungseinheiten mitmachen kann, bei den Spielen aber stets Gewehr bei Fuß steht. „Ein sehr positiver Typ, den Du jederzeit reinwerfen kannst“, betont Co-Trainer Dirk Werenbeck. „Wir sind glücklich, dass wir einen haben, der dann auch kein Problem mit dem 13er-Trikot hat“, sagt er mit einem Schmunzeln.

Bei allem offenbar nicht vorhanden Aberglauben bei den heimischen Kickern, was die Rückennummer 13 angeht – man muss das Pech ja auch nicht auf Teufel komm raus herausfordern. Christoph Wielens, Co-Trainer des VfB Alstätte und bekennender Nicht-Abergläubiger, klingt jedenfalls fast schon ein wenig erleichtert, als er feststellt: „Am Freitag, dem 13., finden hier ja keine Spiele statt . . .“

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