Fußball: Oberliga Westfalen RW Ahlen hat gegen FC Brünninghausen Lust auf eine Klettertour

Ahlen -

Bis zum Winter möchte Rot-Weiß Ahlen in der Tabelle noch einige Plätze gutmachen. Befördert werden soll der Aufstieg mit einem Heimsieg gegen den FC Brünninghausen. Derweil steht ein Konkurrent als erster Absteiger fest.

Von Cedric Gebhardt
Ohne seinen angestammten Nebenmann Rene Lindner, der gelbgesperrt fehlt, muss Sinan Özkara (links) in der Viererkette gegen den FC Brünninghausen die Reihen schließen.
Ohne seinen angestammten Nebenmann Rene Lindner, der gelbgesperrt fehlt, muss Sinan Özkara (links) in der Viererkette gegen den FC Brünninghausen die Reihen schließen. Foto: Lars Gummich

Am Sonntag (15 Uhr) empfängt Rot-Weiß Ahlen den FC Brünninghausen im Wersestadion. Die Schweinwerfer der Fußball-Oberliga richteten sich in den vergangenen Tagen aber knapp 90 Kilometer weiter südwestlich nach Marl-Hüls.

Denn der dortige TSV hat jüngst seine Mannschaft vom Spielbetrieb abgemeldet und steht somit als erster Absteiger fest.

Chaos beim Liga-Konkurrenten

Die bisherig absolvierten Partien wurden annulliert. Damit hat RWA am 5. November spielfrei. In Marl-Hüls war es zuletzt drunter und drüber gegangen. Bereits im April hatte die Steuerfahndung Bochum einigen Spielern einen Besuch abgestattet und deren Wohnungen durchsucht, weil der Verein Teile seines Personals nicht rechtmäßig angemeldet haben soll.

Zudem drückte finanziell arg der Schuh. Es soll nicht mehr genügend Geld für den laufenden Spielbetrieb zur Verfügung gestanden haben. Die Mannschaft sollte auf Gehalt verzichten, wogegen sie sich aber ausgesprochen hat. Zwischendurch war Dschungelcamp-Teilnehmer Thorsten Legat als Trainer im Gespräch und es schien eine Perspektive zu geben.

Kurz darauf trat aber erst der Abteilungsvorstand zurück, dann der Trainer. Und schließlich wurde die Mannschaft vom Spielbetrieb abgemeldet. „Es ist nie schön, wenn so etwas passiert“, sagt Erhan Albayrak . Bei seinem Team geht es derweil weiter bergauf. Gerade mal ein Punkt trennt RWA von Platz sechs. Für die restlichen Begegnungen bis zum Ende der Hinrunde haben sich die Ahlener noch eine Klettertour in der Tabelle vorgenommen. „Die Jungs haben Blut geleckt und möchten sich für höhere Platzierungen empfehlen“, sagt Albayrak.

Noch Rechnung offen

Große Motivationsreden braucht der RWA-Trainer vor dem Match gegen Brünninghausen nicht zu schwingen. Zu präsent ist noch die krachende 0:5-Pleite im Westfalenpokal-Achtelfinale vom November letzten Jahres. „Wir haben noch eine Rechnung offen und das wissen meine Spieler“, hebt Albayrak hervor.

Die Ahlener waren nicht die letzte Mannschaft, die auf dem Kunstrasen des Stadions Am Hombruchsfeld ins Straucheln geraten ist. In dieser Saison hat Brünninghausen sogar alle seine Heimspiele gewonnen. Gleich zum Saisonauftakt gab es ein beeindruckendes 4:1 gegen den Stadtrivalen und jetzigen Tabellenzweiten ASC 09 Dortmund.

Doch in der Fremde ist die Ausbeute des FCB nicht mal ansatzweise so beachtlich. Das 1:0 beim FC Gütersloh war bislang der einzige Sieg, den die Elf von Alen Terzic auswärts davongetragen hat. Ansonsten ging sie jeweils nur als zweiter Sieger vom Platz – 0:4 bei Arminia Bielefeld 2, 1:3 in Kaan-Marienborn und 0:2 in Siegen.

Umbaumaßnahmen in der Defensive

Für Erhan Albayrak ist „der Gummiplatz“ das große Faustpfand, das Brünninghausen andernorts eben fehlt. Genau darauf setzt der Ahlener Coach. Das allein wird aber kaum reichen. Wie schon beim 2:1-Erfolg in Siegen in der Vorwoche erwartet er von seinem Team erneut eine gewissenhafte und kompromisslose Zweikampfführung. „Meine Jungs sind körperlich sehr dominant. Diese Dominanz wollen wir ausspielen“, kündigt Albayrak an.

Mit Rene Lindner , der zuletzt seine fünfte Gelbe Karte sah, fehlt allerdings eine wuchtige Barriere in der Innenverteidigung. Das erfordert Umbaumaßnahmen. Vermutlich wird Erhan Albayrak Engjell Hoti in die Startelf spülen und dafür André Witt in die Viererkette zurückbeordern. Defensive Stabilität erscheint jedenfalls geboten, schließlich reist mit den Gästen aus Dortmund die zweitbeste Offensive der Liga an.

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