Fußball
Davaria Davensberg: Drei Aufstiege fürs Bücherregal

Davensberg -

Für Hubert Fuchs bleiben die Aufstiegsjahre von Davaria Davensberg zwischen 1991 und 1995 etwas ganz Besonderes. So ist der 66-Jährige noch einmal in die Geschichte eingetaucht, mit Hilfe des WN-Archivs. Am Ende steht eine über tausend Seiten starke Chronik.

Donnerstag, 11.01.2018, 14:01 Uhr

Es ist geschafft! Im Sommer 1995 gelingt Davaria Davensberg erstmals der Aufstieg in die Verbandsliga. Das ist längst Geschichte. Doch Geschichte will erzählt werden. Die Erfolgsstory der Davaren in den Neunzigern gibt es jetzt in einem Sammelband.
Es ist geschafft! Im Sommer 1995 gelingt Davaria Davensberg erstmals der Aufstieg in die Verbandsliga. Das ist längst Geschichte. Doch Geschichte will erzählt werden. Die Erfolgsstory der Davaren in den Neunzigern gibt es jetzt in einem Sammelband. Foto: Dirk Böckmann

„Ein Dorf will in die Bundesliga“ oder „Die Burgturm-Brasilianer“ – wer diese Schlagworte hört und sich nur ein bisschen für die Fußballgeschichte im südlichen Münsterland interessiert, weiß sofort, wovon die Rede ist: von diesen ganz besonderen vier Jahren für den SV Davaria Davensberg , in denen die Blau-Weißen drei Aufstiege feierten und als ehemaliger A-Ligist am Ende in der Verbandsliga landeten.

Eine Erfolgsstory, die Hubert Fuchs heute noch anrührt. Für ihn bleiben diese Jahre zwischen 1991 und 1995 etwas ganz Besonderes. Der Davensberger war damals als Torwarttrainer und Sportlicher Leiter mittendrin im Geschehen, aber beileibe nicht als Einziger, wie der heute 66-Jährige immer wieder betont. Einen viel größeren Anteil am Erfolg habe Horst Brameier gehabt, als Vorsitzender und Hauptsponsor der Blau-Weißen. Weggefährten auf dem Platz, die in diesen Jahren von Beginn ab dabei waren, waren Mario Wisse, Uli Leifken, Martin Ritz und Keeper Jürgen Heßeler .

Für die Bundesliga sollte es am Ende doch nicht reichen. 2010, nach immerhin 15 Jahren, stieg die Davaria wieder ab aus der Verbandsliga. Dennoch lassen die drei Aufstiege in vier Jahren Hubert Fuchs nicht mehr los. Und er tut eine Menge dafür, dass auch seine ehemaligen Weggefährten diese Zeit und auch sich selbst nicht aus den Augen verlieren. Für ihn sei das eine „Herzensangelegenheit“, sagt er.

Da sind Hunderte Stunden reingegangen.

Hubert Fuchs

Diese „Herzensangelegenheit“ lässt sich das Davaren-Urgestein einiges kosten, Zeit vor allem. Im Sommer 2015 lud er die ehemaligen „Burgturm-Brasilianer“ zum Wiedersehen ein, 20 Jahre nach dem letzten Aufstieg. Wie sehr nicht nur Fuchs noch an den alten Zeiten hängt, zeigte die Resonanz – 28 von 29 kamen. Und das war erst der Anfang. Auf Einladung von Fuchs trafen sich die einstigen Blau-Weißen noch zwei weitere Male. Höhepunkt des dritten Treffens im Oktober 2016: die Kür des „wertvollsten Davaren“. Die Wahl fiel auf Schnapper Heßeler.

Doch die goldenen Neunziger waren noch nicht ganz aufgearbeitet, nicht für Fuchs und nicht für die Helden von damals. So ist der 66-Jährige noch einmal in die Geschichte eingetaucht, mit Hilfe des WN-Archivs. Vor zwei Jahren begann der Davensberger mit der Suche nach Artikeln über die Spiele der Blau-Weißen – angefangen von der bis dahin letzten Saison in der Kreisliga A Lüdinghausen 1991/92 über das Entscheidungsspiel am 5. Juni 1995 gegen die SpVg Versmold (3:2), das die Blau-Weißen in die Verbandsliga brachte, bis zur ersten Saison auf Westfalenebene 1995/96.

Nun ist es fertig, ein insgesamt 1156 Seiten starkes Sammelwerk mit allen Artikel über die Davaren aus diesen Jahren – zu 90 Prozent stammen sie aus der Feder des damaligen WN-Sportredakteurs Theo Heitbaum –, mit Statistiken und Tabellen. „Da sind Hunderte Stunden reingegangen“, sagt Fuchs. „Ich bin Perfektionist, und ich bin Fußballer durch und durch.“

Nun können sich die Helden von einst also ihre eigene Geschichte ins Regal stellen – die einen mehr, die anderen weniger. Denn für jede der fünf Spielzeiten gibt es ein eigenes Buch. Die Vier, die von Anfang an dabei waren – Wisse, Leifken, Ritz und Heßeler – bekommen jeweils fünf Bände, andere Spieler, die wie etwa Ludger Pickenäcker „nur“ die letzten beiden Saisons dabei waren, halt nur zwei.

Geehrt fühlen sollen sich aber alle, sagt Fuchs. Überreicht werden die Bücher den Helden von einst am Freitagabend in der Davensberger Gaststätte Eickholt, Beginn der Davarenfeier ist um 19.30 Uhr. Dann werden die Aufstiegshelden wohl ins (gemeinsame) Schmökern gekommen. Doch nicht für lange: Das Klönen über Erinnerungen an einst ist bei solchen Treffen einfach unschlagbar.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5415552?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35330%2F
Uniklinik holt Pflegekräfte aus Brasilien
„Bom dia“ (Guten Tag) und willkommen in Münster: Am Universitätsklinikum wurden die neuen Pflegeassistenten aus Brasilien begrüßt.
Nachrichten-Ticker