Fußball: Carlos Andrade hat nun die Trainer-A-Lizenz
Mit Kehl und Klose auf der Schulbank

Emsdetten/Nordwalde/Borghorst -

Drei Wochen lang musste der ehemalige Preußentrainer Carlos Andrade büffeln. Training, Technik, Taktik und vieles mehr stand auf dem Lehrplan des Portugiesen. Und er hatte prominente Mitschüler in seiner Klasse.

Mittwoch, 14.02.2018, 15:02 Uhr

Im Trikot der Deutschen Nationalmannschaft spielte Carlos Andrade (3.v.l.) zusammen mit Christoph Metzelder (v.l.), Sebastian Kehl, Oka Nicolov, Miroslav Klose und Patrick Owomoyela in einem Team.
Im Trikot der Deutschen Nationalmannschaft spielte Carlos Andrade (3.v.l.) zusammen mit Christoph Metzelder (v.l.), Sebastian Kehl, Oka Nicolov, Miroslav Klose und Patrick Owomoyela in einem Team. Foto: privat

Eine Woche im Dezember, zwei im Januar, täglich Unterricht von 8 bis 18.30 Uhr, manchmal, bei Gruppenarbeit und einem kniffligen Thema, sogar länger. Dazu praktische Einheiten, bei denen ein Weltmeister sein Gegner war: Miroslav Klose. Doch am Ende hat Carlos Andrade alles geschafft und ist nun im Besitz der Fußballtrainer-A-Lizenz und darf Herrenmannschaften unterhalb der dritten Liga trainieren. Jugend und Frauen sogar bis zur Bundesliga.

Gemeinsam mit Christoph Metzelder, Sebastian Kehl , Oka Nicolov, Klose, Patrick Owomoyela und weiteren Absolventen drückte der ehemalige Nordwalder und Borghorster Trainer in der Sportschule Hennef die Schulbank, um diese Lizenz zu erwerben. „Das geht nur in Hennef, auch der Fußballlehrer kann nur hier gemacht werden“, weiß Andrade. Ausbilder war Ralf Peter, der aus Rheine kommt und früher für den dortigen VfB gespielt hat.

Theorie und Praxis standen auf dem Lehrplan. Dabei wurden Themen wie „Sport und Ernährung, Fitness, Taktik und Trainingslehre vermittelt. „In den psychologischen Bereich ging es auch“, musste sich Andrade auch mit der mentalen Komponente des Fußballsports auseinandersetzen. Die Praxis – sicherlich der liebste Bereich aller angehenden Trainer – wurde auf dem Kunstrasen in Hennef vermittelt. „Einmal haben wir sogar auf Schnee gespielt. Es gab aber auch eine Soccerhalle“, war laut Andrade nicht dauerhaftes Frieren angesagt.

Und wie fit sind die Ex-Profis noch? „Sebastian Kehl ist noch sehr fit. Ich wurde bei den Spielen als Innenverteidiger eingesetzt und musste oft gegen Klose spielen. Der war sehr nett, ist aber immer noch ein echter Fuchs im Angriff“, erzählt der Emsdettener. Was wohl so viel bedeuten soll, dass Andrade das ein oder andere Mal vom Weltmeister und Rekordtorschützen der Nationalmannschaft getunnelt worden ist. Aber darüber spricht ein Verteidiger nicht gerne.

„Die Ausbildungsgruppen waren meist gemischt. Immer ein ehemaliger Profi und dann Amateure oder Studenten dazu. Ich habe Glück gehabt, dass ich eine so gute Gruppe erwischt habe. Da waren wirklich starke Leute dabei wie Sebastian Kehl. Ich habe eine Menge gelernt“, fühlt sich der ehemalige Nordwalder Trainer nun fit für weitere Aufgaben. Eine musste er schon in der Sportschule in Hennef absolvieren. „Sebastian Kehl und ich mussten eine Trainingseinheit für die U15 von Preußen Münster ausarbeiten“, musste das erlernte Wissen praktisch getestet werden.

Und was kommt nun für Andrade? Vielleicht sogar der Fußball-Lehrer? „Im Moment bestimmt nicht. Der Schein dauert zehn Monate. Für mich hat die Arbeit jetzt Priorität. Fußball ist ein Hobby, das ich gerne mache. Und ich bin auch gerne Trainer. Es reicht nicht, nur ein Ex-Profi zu sein. Nur wenn man so einen Trainerschein macht, kann man sich auch weiterentwickeln“, sagt der Coach der Emsdettener A-Junioren. Die dürften nun von seinem neuen Wissen profitieren und so vielleicht den drittletzten Tabellenplatz verlassen und den Klassenerhalt schaffen.

Ich habe Glück gehabt, dass ich eine so gute Gruppe erwischt habe.

Carlos Andrade
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