Mit dem Rollstuhl zur Wasserstelle Versorgung mit Trinkwasser ist eine der großen Herausforderungen im Südsudan

BENTIu -

Die gewaltsamen Konflikte im Südsudan haben erhebliche Auswirkungen auf die Wasserversorgung. Experten gehen davon aus, dass nicht einmal jeder Zweite Zugang zu sauberem Trinkwasser hat. Im Norden des afrikanischen Landes gibt es einen Lichtblick: In der Stadt Bentiu ist eine Wasseraufbereitungsanlage entstanden.

Mit ihrem Rollstuhl musste Nyahok Yar über eine Stunde fahren, um Wasser zu holen – pro Weg. Jetzt gibt es eine Aufbereitungsanlage in Bentiu.
Mit ihrem Rollstuhl musste Nyahok Yar über eine Stunde fahren, um Wasser zu holen – pro Weg. Jetzt gibt es eine Aufbereitungsanlage in Bentiu. Foto: Ellie Kealey

Es ist kaum vorstellbar, wie es ist, wenn man für Trinkwasser mehr als eine Stunde laufen muss – pro Weg. Noch beschwerlicher ist es für Rollstuhlfahrer. Genau das war die Herausforderung, die Nyahok Yar täglich vor sich hatte. Auf sich allein gestellt musste sie – mitunter bei über 40 Grad – mit dem Rollstuhl fahren, um zu bekommen, was fürs Überleben notwendig ist.

„In der Regenzeit war es manchmal zu schmutzig“, sagt Nyahok Yar. „So saß ich in meinem Haus fest.“ Dann war sie auf Hilfe der Nachbarn angewiesen. Wenn dies nicht klappte, musste sie sich doch auf den Weg machen. Oft blieb sie stecken, wartete stundenlang, bis ihr jemand half. „Manchmal war ich die ganze Nacht draußen, und niemand kümmerte sich um meine Kinder!“ Nyahok Yar lebt heute im Camp Kochthei, einem Lager für Binnenflüchtlinge, das vom dänischen Flüchtlingsrat zusammen mit Unicef betrieben wird.

Zur Spendenaktion Foto: Grafik Stetzkamp

Im Mai 2016 wurde die Wasseraufbereitungsanlage in Bentiu wieder instand gesetzt und erweitert. Heute liefert sie täglich 500 000 Liter Trinkwasser, das zu 24 Wasserstellen in der Stadt gepumpt wird. Eine liegt gleich neben Nyahok Yars Lager. Jetzt braucht die Mutter nur noch fünf Minuten, um Wasser zu holen.

„Die Renovierung der Anlage wurde vorangetrieben, um besonders Familien und Kindern sauberes Wasser zu garantieren, die sich in der Stadt Bentiu ansiedeln“, erklärt Wasserexpertin Elizabeth Bonareri Mose von Unicef.

Denn verschmutztes Wasser ist ein akutes Problem in dem von Kriegswirren gebeutelten Land. So breitet sich seit einiger Zeit die gefährliche Cholera besorgniserregend schnell in Afrika aus. Und die Behandlung ist wiederum schwierig, wenn selbst Krankenhäuser nicht auf sauberes Leitungswasser zugreifen können. „Der Zugang zu sicherem Wasser ist ein entscheidender Faktor bei der Behandlung von Patienten – gerade dann, wenn sie an Krankheiten wie Malaria leiden“, betont Krankenhaus-Chef Giel Samuel. So hat die Wasseraufbereitungsanlage in Bentiu das Leben vieler Menschen grundlegend verändert und verbessert.

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