Prozesse Urteil: Glücksspiel-Telefonate am Arbeitsplatz kosten den Job

Dem Chef fielen 37 Anrufe à 0,50 Euro mit Sondernummer auf. Eine Bürokauffrau räumte zwar ein, dass sie die Hotline angerufen hatte, sie wollte das Geld zurückzahlen. Der Arbeitgeber schickte aber einen blauen Brief. Den Streit beschäftigt jetzt die zweite Instanz.

Von dpa
Vor dem Landesarbeitsgericht wehrt sich die Kauffrau gegen den Rauswurf.
Vor dem Landesarbeitsgericht wehrt sich die Kauffrau gegen den Rauswurf. Foto: Jan-Philipp Strobel

Düsseldorf (dpa) - Zahlreiche Anrufe bei einer Glücksspiel-Hotline haben eine Angestellte am Niederrhein den Job gekostet. Auch wenn der Chef privates Telefonieren am Arbeitsplatz duldet, schließt das Gewinnspiele nicht automatisch ein, befand das Landesarbeitsgericht Düsseldorf am Mittwoch (Az.: 12 Sa 630/15). Im konkreten Fall hatte eine Buchhalterin bis zu 37 Mal am Gewinnspiel eines privaten Radiosenders teilgenommen - von ihrem Büroapparat. Jeder Anruf kostete 50 Cent. Statt des Jackpots kassierte sie die fristlose Kündigung. Die sei zwar zu hart, befand das Gericht. Die ordentliche Kündigung blieb aber bestehen.

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