Krippkesbekieken des Heimatvereins Zurück zu den Anfängen

Freckenhorst -

Zum traditionellen Krippkesbekieken während der „Kuchentage“ hatte der Freckenhorster Heimatverein eingeladen. Diesmal besichtigten 26 Erwachsene und ein Kind vier ganz unterschiedliche Krippen.

Von Joke Brocker
Um zwei dort probende Teilnehmer der Musikertagung nicht über Gebühr zu stören, hielten sich die Besucher an der Krippe in der Kapelle der LVHS  nur kurz auf.
Um zwei dort probende Teilnehmer der Musikertagung nicht über Gebühr zu stören, hielten sich die Besucher an der Krippe in der Kapelle der LVHS  nur kurz auf. Foto: Joke Brocker

Zurück zu den Anfängen hieß es für die treuesten Teilnehmer des traditionell während der „Kuchentage“ zwischen Weihnachten und dem Jahreswechsel vom Heimatverein angebotenen „Krippkesbekieken“. Vor 15 oder 18 Jahren, so ganz genau konnte sich auch Heimatvereinsvorsitzende Wilma Richter nicht mehr erinnern, war der Krippe von Hanni und Bernhard Tünte schon einmal ein Besuch abgestattet worden. Am späten Donnerstagnachmittag nahmen 26 Erwachsene und ein Kind die Krippe der inzwischen verstorbenen Eheleute noch einmal in Augenschein. Noch einmal aufgebaut hatten diese auf einer breiten Fensterbank Karl-Heinz Tünte und seine Schwestern Anja Rose und Ruth Niehoff. „Das Moos auslegen dauerte länger als das Aufbauen der Krippe“, berichtete Karl-Heinz Tünte, während die Gäste bei einem Becher Glühwein die von Willi Höckesfeld geschaffenen und von Hanni Tünte einst prächtig ausgestatteten Figuren in Augenschein nahmen.

Für die Gastfreundschaft revanchierten sich die Besucher – auch das ist Tradition – mit einem Weihnachtslied. Vom Hagen aus ging es zur Warendorfer Straße, wo Claudia Alsmann die Gruppe in ihrem gemütlichen Wohnzimmer bereits erwartete. Höchst ungewöhnliche Krippenfiguren waren hier zu bewundern: Biblische Erzählfiguren, so genannte Eglifiguren, auf dem Esstisch, passend zur Jahreszeit als Heilige Drei Könige gewandet, und – unter dem Weihnachtsbaum – Maria, Josef und das Jesuskind in Playmobil.

Dass die drei Weisen aus dem Morgenland, ebenso aus Plastik wie ihr schwer bepacktes Kamel, nicht in der Krippe, sondern auf einem Schränkchen Platz gefunden haben, hat einen einleuchtenden Grund: Der Weg der Heiligen Drei Könige bis zur Krippe nach Betlehem war schließlich auch weit und beschwerlich.

In Sichtweite dagegen lag das nächste Ziel der Krippen-Interessierten: die Kapelle der Landvolkshochschule. Vorbei am verwaisten Empfang, ging es schnurstracks Richtung Krippe und – Klaviermusik. Rasch stellte sich heraus, dass es sich bei den beiden Musikern, die zwei Klavieren geradezu jazzige Töne entlockten, mitnichten um ein Empfangskomitee handelte. Das Duo gehörte zu den Teilnehmern der Musikertagung in der LVHS und war alles andere als erbaut, als es den „Eindringlingen“ zuliebe eine Zwangspause einlegen musste.

So kehrte die Gruppe, die sich nun ein wenig unbehaglich fühlte, schon nach wenigen Minuten und der ersten Strophe von „Alle Jahre wieder“ – leider ohne Klavierbegleitung gesungen, obwohl das doch irgendwie nahe gelegen hätte – der Krippe und der in ein bläuliches Licht gehüllten Kapelle den Rücken.

Wie gut, dass Gerda Enninghorst gleich zu Beginn des Treffens alle ganz spontan in ihr Haus an der Dechaneistraße eingeladen hatte. In ihrem kuschelig warmen Wohnzimmer präsentierte sie ihren Gästen eine geradezu klassische Krippe mit Figuren aus Oberammergau. Angeschafft hatten Gerda und Clemens Enninghorst die Krippe, zu der auch ein Wasserlauf gehört, im Jahr der Geburt ihres ersten Kindes. Als sie älter wurden, durften sich die Kinder des Paares jedes Jahr am Aufbau beteiligen. Unter anderem waren sie für die naturnahe Gestaltung mit Blättern, Steinchen oder Eicheln zuständig.

Als ihre Enkel geboren wurden, ergänzten die Enninghorsts die Krippe um die Heiligen Drei Könige. Und während Gerda Enninghorst fand, dass es damit nun gut sein müsse, das Werk vollendet sei, waren ihre Besucher der Ansicht, dass die Familie ruhig noch wachsen dürfe. Und mit ihr die Krippe, der zum Beispiel ein Kameltreiber ganz gut zu Gesicht stünde . . .

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