Mara Thiemann baut Kinderhort auf und stößt beim Kleinen Prinzen auf offene Ohren
Das Philippinen-Projekt

Warendorf -

Mara Thiemann absolviert zurzeit ein Praktikum als Sozialarbeiterin auf den Philippinen. Ihr Projekt, eine Kindertagespflege aufzubauen, wurde von den Menschen im Dorf begrüßt. Unterstützung fand sie bei der Aktion Kleiner Prinz.

Dienstag, 26.12.2017, 14:12 Uhr

Maria Thiemann mit philippinischen Mitarbeitern. Das Housing-Projekt. Das Philippinen-Projekt von Mara Thiemann, unterstützt von der Aktion Kleiner Prinz.
Maria Thiemann mit philippinischen Mitarbeitern. Das Housing-Projekt. Das Philippinen-Projekt von Mara Thiemann, unterstützt von der Aktion Kleiner Prinz.

„Wie ich an die Stelle gekommen bin? Ich wusste bereits ein Jahr vorher, dass ich für mein Auslandssemester auf die Philippinen wollte. Als ich das einem Freund erzählt hatte, stellte dieser für mich den Kontakt zu seinem ehemaligen Lehrer Johannes Koopmann und dessen Frau Teresita her“, erzählt Mara Thiemann , die zur Zeit ein Praktikum als Sozialarbeiterin auf den Philippinen macht.

Die Organisation, für die sie arbeitet, ist das „General Office for Justice, Peace and Integrety of Creation“, kurz JPIC. Das ist eine gemeinnützige Organisation, die aus der Ordensgemeinschaft der Steyler Missionare hervorgegangen ist. Zielsetzung: die Förderung der Entwicklung benachteiligter Bevölkerungsgruppen.

Hier Mara Thiemanns Erlebnisbericht: „Ich bin nach St. Arnold Janssen Village gekommen, einem sogenannten Housing-Projekt, je nach Verkehr anderthalb bis drei Stunden von der Stadt Cebu City entfernt. Hierhin umgesiedelt wurden Menschen, die in Slums, auf Müllkippen oder auf der Straße gelebt hatten. Sie können für wenig Geld ein kleines Haus mieten, das ihnen nach 25 Jahren gehören wird. Ich sollte die Menschen und das Leben hier kennenlernen und beobachten und herausfinden, ob ich eine Aktivität für Kinder beziehungsweise Jugendliche entwickeln könne. Das konnte ich, und seit August biete ich jeden zweiten Samstag ein Projekt für Jugendliche an. Allerdings ist mir dann recht schnell die Decke auf den Kopf gefallen. Ich bin hier, um etwas für die Menschen zu tun, und auch, um selber etwas zu lernen. Also fragte ich die Menschen im Dorf, was sie sich von mir wünschen. Die einhellige Meinung war, dass man etwas für die Kinder tun müsse. Die Menschen hier sind sehr arm. Wenn sie kleine Kinder haben, fällt entweder der mögliche Verdienst der Frauen aus – oder die Kleinen bleiben in der Aufsicht ihrer Geschwister zurück. Diese sind manchmal nur unwesentlich älter und mit dem Kinderhüten völlig überfordert. Viele Kinder leiden zudem nicht nur unter mangelnder Aufsicht, sondern auch unter schlechter Ernährung und mangelnder Hygiene. Da ich gelernte und examinierte Erzieherin bin, war es für mich naheliegend, etwas in dieser Richtung zu entwickeln. Mein Plan, eine Kindertagespflege aufzubauen, wurde von den Menschen im Dorf begrüßt, und auch meine Organisation, das JPIC, stimmte zu.

Nun ist der Aufbau eines Kinderhortes sehr umfangreich. Deshalb benötige ich Geld für den Anfang. Zu Beginn sollen die nötige Grundausstattung, Lehr- und Lernmaterial, Spielzeug, Medikamente etc. gekauft werden. Aber auch regelmäßige Kosten werden anfallen, zum Beispiel für Windeln und andere Hygieneartikel.

Wir haben vereinbart, dass die Eltern, die ihre Kinder zur Kindertagespflege geben, den Kindern täglich ein Mittagessen mitgeben sowie 20 Pesos am Tag für die Unterbringung ihrer Kinder zahlen, so dass die Tagesmütter ein kleines Honorar bekommen können. Allerdings wird das nicht reichen, um sie einigermaßen angemessen für acht Stunden tägliche Arbeit zu entlohnen.

Jetzt kommt die Warendorfer Aktion Kleiner Prinz ins Spiel. Ich habe mich an den Kleinen Prinzen gewandt und meine Ideen vorgestellt. Ich bin auf offene Ohren gestoßen. Die Aktion Kleiner Prinz wird mein Projekt mit sechstausend Euro unterstützen, die wir auf mehrere Jahre verteilen werden.

Einen Grundstock stellt die Aktion Kleiner Prinz sicher. Es wäre aber gut, wenn wir den Kindern eine vollwertige Ernährung mit Milch, Obst und Gemüse und grundlegende Hygiene ermöglichen könnten. Außerdem möchte ich sauberes Trinkwasser im Haus haben, da das Leitungswasser hier aufgrund der Nähe zur Mülldeponie hochgiftig ist. Die Mangelernährung und die vielen Krankheiten hier sind nur schwer zu ertragen. Wenn weitere Mittel zur Verfügung stünden, ließe sich das finanzieren.“

Wer das Projekt unterstützen möchte, kann eine Spende überweisen auf das Konto der Warendorfer Kinderhilfsorganisation Aktion Kleiner Prinz, Stichwort „Mara Thiemanns Kinderhortprojekt“, IBAN: DE 46 4005 0150 0062 0620 62.

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