Heinz Wilhelm Reckhorn ist tot Sein Herz schlug für Milte

Milte -

Heinz Wilhelm Reckhorn ist tot. Der 67-jährige Unternehmer ist nach schwerer Krankheit am späten Montagnachmittag gestorben. Das mehr als 100 Jahre alte Familienunternehmen, das Land- und Heizölhandel, Spedition und Reitsportbedarf unter einem Dach vereint, trägt seine Handschrift.

Von Joke Brocker
So kannten die Milter Heinz Wilhelm Reckhorn, der am Montag gestorben ist. Stilvoll gekleidet und stets strahlend nahm er an der Kutschenprozession in Warendorf teil.
So kannten die Milter Heinz Wilhelm Reckhorn, der am Montag gestorben ist. Stilvoll gekleidet und stets strahlend nahm er an der Kutschenprozession in Warendorf teil. Foto: Thoms Lehmann

Mit Erschütterung haben viele Milter auf die Nachricht vom Tode Heinz Wilhelm Reckhorns reagiert. Der 67-jährige Unternehmer ist nach schwerer Krankheit am späten Montagnachmittag gestorben. Das mehr als 100 Jahre alte Familienunternehmen, das Land- und Heizölhandel, Spedition und Reitsportbedarf unter einem Dach vereint, trägt seine Handschrift.

Anfang der 70er-Jahre war er in den vom Ur-Großvater gegründeten Betrieb eingestiegen und hatte mit Kompetenz und Freundlichkeit dafür gesorgt, dass sich die Firma zu einem der führenden Unternehmen in Sachen Pferdefütterung in Nordrhein-Westfalen entwickelte und die Top-Ställe im Münsterland belieferte. Reckhorns knapp bemessene Freizeit aber gehörte der Familie, die er über alles liebte, und dem Vereinsleben. Es sind vermutlich nur wenige Vereine in denen „Heiwi“, wie viele Wegbegleiter ihn liebevoll nannten, nicht Mitglied war. Als 18-Jähriger war er 1967 in die Ehrengarde eingetreten und hatte so seine Laufbahn im Bürgerschützenverein begonnen. 1973 wurde er Fahnenoffizier, 26 Jahre später Hauptmann. 15 Jahre lang führte er das Schützen-Bataillon, bis er 2014 einen würdigen Nachfolger fand und das Amt in jüngere Hände legen konnte.

Ob Feuerwehr , Ortsunion oder DJK Rot Weiß-Milte, in der er viele Jahre lang aktiv Fußball spielte: Heinz Wilhelm Reckhorn lief nicht einfach mit, sondern war immer auch bereit, Verantwortung zu übernehmen. Wie 1998, als er nach jahrelanger Mitgliedschaft im Reit- und Fahrverein Milte-Sassenberg das Amt des ersten Vorsitzenden von Bernhard Wennemar übernahm. Zwölf Jahre lang leitete er erfolgreich die Geschicke des Vereins, dem er bis zum Schluss als Beisitzer angehörte, und nahm maßgeblich Einfluss auf Gestaltung und Durchführung der Milter Reitertage, die er mit seiner sonoren Mikrofon-Stimme kommentierte, der Westfälischen Fohlenchampionate und des Fettmarktturniers.

Eine Tradition, die es wohl nur in Milte in dieser Form gibt, unterstützte er mit Freude: Beim Lütke Fastabend in der Karnevalszeit bekleidete er viele Jahre lang das Amt des Botthöllers, das inzwischen sein Sohn Ralph inne hat.

Heinz Wilhelm Reckhorn war nicht nur ein allseits geschätzter, gut vernetzter Ratgeber mit brillanten Ideen – sondern auch ein ausgesprochen hilfsbereiter und großzügiger Mensch. Indem er ihm als offizieller oder anonymer Sponsor unter die Arme griff, erleichterte er manchem Verein das Dasein.

Sein Herz schlug allerdings nicht nur für „sein“ Milte, sondern auch für Oldtimer. Und deshalb gönnte der Unternehmer sich vor etwa zehn Jahren einen solchen. Mit ihm fuhr er nach getaner Arbeit abends gerne zu seinen Fahrponys. Er pflegte und putzte sie, Zeit, mit ihnen auszufahren, hatte er allerdings nur selten. Pflichttermine waren für ihn und seine Vierbeiner allerdings die Teilnahme an der Kutschenwallfahrt in Telgte oder der Warendorfer Pferdeprozession. Zu diesen Anlässen saß er – strahlend und selbstverständlich stets stilvoll gekleidet – auf dem Kutschbock.

Heinz-Wilhelm Reckhorn hinterlässt seine Frau Milly, die beiden erwachsenen Kinder und deren Familien sowie seine Mutter.

Beigesetzt wird er am Samstag um 10 Uhr auf dem Milter Friedhof, anschließend beginnt das Seelenamt in der Kirche.

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