In Krippe werden Krawalle aufgearbeitet
Eine Demonstration des Friedens

Telgte -

Die Kölner Silvesterkrawalle von 2015 hat der Künstler Hans Rothfeld in einer Krippe verarbeitet. Aus dem Aufruhr wird eine Friedensdemonstration.

Sonntag, 31.12.2017, 12:12 Uhr

Die Kölner Silvesterkrawalle waren ideengebend. Der Künstler hat die Szene in eine Demonstration des Friedens verwandelt.
Die Kölner Silvesterkrawalle waren ideengebend. Der Künstler hat die Szene in eine Demonstration des Friedens verwandelt. Foto: Religio

Sind die friedvolle Szenerie einer Krippe und die Gewaltexzesse auf der Kölner Domplatte an Silvester 2015 miteinander in Verbindung zu bringen? Wohl kaum. „Doch“, sagt der Wadersloher Künstler Hans Rothfeld , der den Versuch unternommen hat, die Geschehnisse des 31. Dezember 2015 in eine Krippe einzuarbeiten, die bei der diesjährigen Krippenausstellung im Religio bewundert werden kann. „Glauben und Frieden öffnen Grenzen“ hat der 74-Jährige sein Werk genannt.

Seine Arbeit zeigt den auf seine Grundform reduzierten Dom und die Domplatte, die aus Buchenholz gesägt sind. Vor dem Dom ist eine aus Sperrholz entstandene Menschenmenge zu sehen, in der viele Personen Flaggen tragen, auf denen das Wort „Friede“ in verschiedenen Sprachen zu lesen ist. Die Menschen bewegen sich in Richtung des Gotteshauses, vor dessen Eingang die Heilige Familie in einem kleinen Stall aus Eichenholz zu sehen ist.

Seit 2010 ist Hans Rothfeld mit seinen Krippen bei der Ausstellung in Telgte vertreten. Gleich bei seinem ersten Auftritt wurde er mit seiner Darstellung „Bethlehem ist überall“ mit dem Bischof-Heinrich-Tenhumberg-Preis ausgezeichnet. „Jedes Jahr befasse ich mich im Vorfeld intensiv mit dem Thema der Ausstellung. Ich baue keine Krippen mit Einliegerwohnung. Also keine normalen Stallkrippen“, erläutert Rothfeld. In diesem Jahr habe er überlegt, wie sich das Thema „Friede auf Erden“ umsetzen lasse. Da sei er durch die Silvester-Krawalle angeregt worden, denen er mit seinem Werk ein positives Bild entgegenstellen möchte. „Dieses Geschehen ist von mir in eine friedliche Szene umgesetzt worden, in der alle Völker und Nationen gemeinsam in Frieden dem Jesuskind huldigen. Die Steine des Anstoßes und Hasses sind abgelegt worden.“ Aus der Gewaltszenerie ist eine Friedensdemonstration geworden.

Bis zu seiner Pensionierung war Hans Rothfeld als Qualitätsmanager in der Metallbranche tätig. Seit Jahren arbeitet er gerne mit Holz, weil es „Leben und Wärme“ ausstrahle. 50 bis 60 „handlich-kleine“ Krippen „aus einem Guss“ sind in seiner Werkstatt entstanden. Die weiteste Reise hat eine seiner Geburtsszenen Jesu hinter sich, die ein früherer Arbeitskollege mit nach Südafrika genommen hat.

Rothfeld und seine Ehefrau lieben die Besuche bei der Telgter Krippenausstellung. Immer schon seien sie mit ihren Kindern dorthin gefahren. „Da kann man sich an den Ideen und der Art der Umsetzung anderer erfreuen“, erzählt der Künstler. „Bewundernswert ist, welchen Mut viele haben, etwas zu gestalten. Auch wenn es mir persönlich vielleicht nicht gefällt. Bei meinen Krippen ist das anders. Sie müssen mir gefallen. Sonst stelle ich sie nicht aus.“

► Die 77. Krippenausstellung ist noch bis zum 28. Januar von Dienstag bis Sonntag jeweils von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

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