Konzert im Telgter Bürgerhaus Frischer Wind und viel Spaß

Telgte -

Im Rahmen des Münsterland Festivals mit dem Schwerpunkten Island und Griechenland spielte das Duo „String Deemons“ im Telgter Bürgerhaus.

Von Axel Engels
Als „String Deemons“ sind die Geschwister Lydia und Konstantinos Boudounis in Griechenland bekannt. Im Rahmen des Münsterland Festivals spielten sie im Bürgerhaus auf.
Als „String Deemons“ sind die Geschwister Lydia und Konstantinos Boudounis in Griechenland bekannt. Im Rahmen des Münsterland Festivals spielten sie im Bürgerhaus auf. Foto: Engels

Frischen Wind und unglaublich viel Spaß für das Publikum brachten die Geschwister Lydia und Konstantinos Boudounis aus Athen ins Bürgerhaus. Im Rahmen des Münsterland Festivals mit dem Schwerpunkten Island und Griechenland spielte das Duo vor sehr wenig Zuhörern, nur rund 40 Musikliebhaber wollten den Crossover der Stile der beiden jungen Musiker erleben.

Als „String Deemons“ sind sie in Griechenland bekannt geworden, wurden dort sogar in eine landesweite Talksendung eingeladen. Es ist ja schon einige Jahre her, dass Konstantinos Boudounis mit einer Interpretation von Astor Piazzollas „Libertango“ für Violoncello und zwei Gitarren für Aufsehen sorgte. Seitdem hat er sein „Spektrum“ ständig erweitert, sich eine ganze eigene Spielkultur angeeignet.

Mit seiner Schwester Lydia konzertiert er seit fast drei Jahren. Die beiden Künstler verstehen sich in einem innigen Dialog gleichsam „ohne Worte“. Mit ihrer lebendigen und energiegeladenen Spielweise hatten sie die Sympathien des Publikums schnell erobert. Schließlich kommt es nicht alle Tage vor, dass die Musik von Queen, The Scorpions und Abba gemeinsam mit Händel und Corelli auf einer Bühne erklingt.

Darin mag wohl auch der Reiz des Duos liegen, sie lassen sich nicht von stilistischen Grenzen einengen, wollen einfach ihrer Begeisterung für die Musik einen facettenreichen Ausdruck verleihen. Wenn sie nach einer relativ getragenen sakralen Hymne sich beim Abba-Klassiker „Gimme! Gimme! Gimme!“ austobten, dann bestach Lydia Boudounis mit ihrer wirksam eingesetzten Virtuosität.

Wenn allerdings Konstantinos Boudounis als künstlerischer Kopf des Duos die Führung übernahm, hätte man sich weniger rhythmische Begleitung durch seine Trommeln gewünscht, dafür aber ein differenzierteres Spiel auf dem Violoncello. Denn wenn mit ihm die Begeisterung durchging, kannte er auch klanglich keine Begrenzung mehr, wirkte alles einfach zu laut. „Die Qualität eines Musikers erkennt man in den leisen Passagen“, und die waren im Spiel von Konstantinos Boudounis einfach nur an wenigen Stellen zu spüren. Wenn er sich Songs wie dem legendären „Yesterday“ von Paul McCartney annahm, dann war seine Begleitung der exquisit auf der Violine gespielten Melodie einfach nur ein rhythmisches Mitspielen von Harmonien.

Wie kunstvoll er seinen Part gestalten kann, zeigte er bei der „Sarabande of the Scorpions“. Hier verbanden sich mediterraner Flair der Folia-Variationen von Corelli, Grazie der Sarabande aus der Suite Nr. 4 von Georg Friedrich Händel und die Intensität der deutschen Hard-Rock-Band aus Hannover. Wenn Konstantinos und Lydia Boudounis dann folkloristische Weisen ihrer Heimat in ihre Kompositionen einfließen ließen, wanderte man genussvoll von einem Marktplatz mit all seinem Treiben zwischen Oper und Tanzveranstaltung bis zu den erhabenen Höhen des Olymp. Lady Gaga hätte ihre Freude an dem ihr gewidmeten „Prelude“ gehabt und Freddy Mercury wäre mit dem im Bürgersaal verhalten erklungenen „We will rock you“ auch zufrieden gewesen.

Bei „Tune your Instrument“ hätte man sich gewünscht, dass die beiden elektronischen Instrumente auch danach rein gestimmt gewesen wären. Dem Publikum machte dieser Abend einfach Spaß, da durfte selbst am Ende das „Selfie“ der beiden Musiker mit dem Publikum nicht fehlen.

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