Politisch-Kulturelle Wochen: Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate Alles andereals trocken

Ahlen/Sendenhorst/Drensteinfurt -

Immer abwechselnd – das ist das Credo der Politisch-Kulturellen Wochen der VHS: mal europäisch, mal außereuropäisch. Nach Spanien 2017 führt das Programm in diesem Jahr weiter weg, nämlich in den Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate. Zahlreiche Veranstaltungen in Ahlen, Sendenhorst und Drensteinfurt beschäftigen sich mit den beiden Ländern.

Von Sabine Tegeler
Wie immer gibt‘s eine Multivision  zum Auftakt der Politisch-Kulturellen Wochen: Am 11. Januar zeigt Hartmut Fiebig in der Stadthalle Ahlen Bilder aus dem Oman und den Emiraten. Ines und Patrick Valentin geben unter dem Titel „Oman: Zwischen vorgestern und übermorgen“ erst am 2. Februar im Haus Siekmann und dann am 3. Februar in der Alten Post Einblicke in ihre Reisen (Bild li.).
Wie immer gibt‘s eine Multivision  zum Auftakt der Politisch-Kulturellen Wochen: Am 11. Januar zeigt Hartmut Fiebig in der Stadthalle Ahlen Bilder aus dem Oman und den Emiraten. Ines und Patrick Valentin geben unter dem Titel „Oman: Zwischen vorgestern und übermorgen“ erst am 2. Februar im Haus Siekmann und dann am 3. Februar in der Alten Post Einblicke in ihre Reisen (Bild li.). Foto: Hartmut Fiebig, Patrick Valentin

Immer abwechselnd – das ist das Credo der Politisch-Kulturellen Wochen der VHS : mal europäisch, mal außereuropäisch. Nach Spanien 2017 führt das Programm in diesem Jahr weiter weg, nämlich in den Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate.

„Ein Grund dafür ist, dass diese beiden Länder einen absoluten Gegensatz darstellen“, erklärte VHS-Leiter Rudolf Blauth gestern bei der Programmvorstellung: Während die Emirate sich mit Großbauten und Megahotels voll dem Tourismus verschrieben hätten, herrsche im Oman ein liberaler Sultan, der sich als „Prinz Charles Arabiens“ sowohl der arabischen Architektur als auch dem Umweltschutz verschrieben habe. Nichtsdestotrotz dienten die Politisch-Kulturellen Wochen aber auch immer dazu, einen kritischen Blick hinter die Kulissen zu werfen.

In den Emiraten, so Blauth, könne man tatsächlich sehr günstig Urlaub machen: „Allerdings bei 50 bis 60 Grad. Da kann man sich nur im Hotel aufhalten.“ So heiß wird‘s glücklicherweise nicht, wenn am Donnerstag, 11. Januar, die mittlerweile 32. Politisch-Kulturellen Wochen in Ahlen starten.

Zusammen mit den Kooperationspartnern stellten Bürgermeister Dr. Alexander Berger und Rudolf Blauth ein Programm vor, das trotz allen Wüstenstaubs alles andere als trocken ist. Und das neben Input fürs Hirn auch wieder einige kulinarische Höhepunkte zu bieten hat. Besonders für diese gelte: „Ganz schnell anmelden“, so Blauth. Denn von den zwei Kochkursen „Arabische Küche“ in der Familienbildungsstätte Ahlen ist einer bereits ausgebucht. Zwei weitere Kochabende stehen in Drensteinfurt (18. Januar, Teamschule) und in Sendenhorst (30. Januar, Realschule St. Martin) auf dem Plan.

Und auch wer am großen orientalischen Büfett zum Abschluss im Restaurant der Stadthalle mitschmausen möchte, muss sich beeilen: „Wir haben 80 Plätze, davon ist die Hälfte schon weg“, freute sich Stadthallen-Geschäftsführer Andreas Bockholt über die ungebrochene Nachfrage. Und darüber, dass die Auftaktveranstaltung wieder in „seinem“ Haus stattfindet: die von den Westfälischen Nachrichten präsentierte Multivision „Oman und Emirate“.

„Hartmut Fiebig ist einer der besten Multivisionäre“, empfahl Alexander Berger den Besuch des Panoramaleinwandspektakels. Ahlens Bürgermeister obliegt es, die Politisch-Kulturellen Wochen an diesem Abend zu eröffnen. Einblicke in die Länder gibt zudem der „special guest“ Alex Moll vom Vorstand der Deutsch-Omanischen Gesellschaft.

Eine weitere, nicht gerade alltägliche Bilderreise bietet die Multivision von Ines und Patrick Valentin im Haus Siekmann in Sendenhorst und in der Alten Post in Drensteinfurt: Das Paar war nämlich mit seinen beiden Jungs, vier und sieben Jahre alt, im Oman unterwegs. Blauth: „Das zeigt, dass man auch mit Kindern dort Urlaub machen kann.“

Ein weiterer Höhepunkt, da waren sich Rudolf Blauth und Alexander Berger einig, sei die Lesung von Michael Schindhelm. „Dubai Speed“ heißt das – mittlerweile vergriffene – Buch, in dem der einstige Kulturdirektor von Dubai aus der Innenperspektive des Hofstaats berichtet. „Er sollte als Pionier dort Kunst und Kultur aufbauen“, erklärt Rudolf Blauth, der schon ein bisschen stolz ist, dass Schindhelm, der heute in der Schweiz lebt, extra für diese eine Lesung nach Deutschland kommt.

Geschmack auf eine weitere Lesung, die sowohl in Ahlen als auch in Sendenhorst (16. Januar, Haus Siekmann) angeboten wird, machte Lars Koe­nig: „Simon Biallowons ist Journalist, der auch schon für den Vatikan gearbeitet hat“, kündigte der Leiter der Familienbildungsstätte an. Als Co-Autor verfasste er mit Paul Hinder das Buch „Als Bischof in Arabien“. Das verspreche einen spannenden Blick auf den Austausch der Christen mit den Muslimen. Und, so fügte Blauth an, zeige auch die kritischen Punkte: „Denn es ist nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen.“ Die Politisch-Kulturellen Wochen zeigten auch: „Das ist dort keine Demokratie, so wie wir sie kennen.“

Nicht leicht sei es übrigens gewesen, so Blauth weiter, Filme aus den Emiraten und dem Oman zu bekommen. Es gebe einen einzigen Spielfilm aus den Emiraten: den Thriller „Rattle The Cage“, den das „Cinema“ zeigt. Der zweite Film, „Das Mädchen Wadja“, komme aus Saudi-Arabien, treffe in seiner Aussage aber durchaus auf die Emirate und den Oman zu.

Gregor Stiefel vom Kulturamt der Stadt Drensteinfurt war sich sicher, dass die Angebote auch in diesem Jahr wieder auf große Resonanz stoßen. Er freute sich über ein besonderes Schmankerl, das es nur in Drensteinfurt gibt: den Schnupperkursus Arabisch (20. Januar, Kulturbahnhof). Der könnte, sollten genug Menschen Interesse bekunden, zu einem festen Bestandteil im VHS-Programm werden.

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