Veka-Bilanz
Ein erfreuliches Jahr

Sendenhorst -

Die Veka-Gruppe hat ihren Umsatz im ablaufenden Jahr um vier Prozent auf 1,04 Milliarden Euro ausgebaut. Das Plus des Herstellers von Kunststoffprofilen und -platten beträgt gegenüber dem Vorjahr somit 40 Millionen Euro, teilte Vorstandschef Andreas Hartleif mit. Für Veka sei 2017 trotz des harten Wettbewerbs „ein erfreuliches Jahr“.

Freitag, 22.12.2017, 13:12 Uhr

Am Standort der Veka AG an der Dieselstraße in Sendenhorst entsteht derzeit ein neues „Welcome-Center“ mit Empfangsbereich für Fachbesucher wie Architekten, Kunden und Händler.
Am Standort der Veka AG an der Dieselstraße in Sendenhorst entsteht derzeit ein neues „Welcome-Center“ mit Empfangsbereich für Fachbesucher wie Architekten, Kunden und Händler. Foto: Joef Thesing

„Die Perspektiven für Veka sind weiterhin gut“, sagt Vorstandschef Andreas Hartleif nach einem für das Unternehmen ereignisreichen Jahr. 1,04 Milliarden Euro hat die Gruppe 2017 weltweit umgesetzt – und damit mit seinen 5400 Mitarbeitern rund 40 Millionen Euro mehr als 2016. Damit verzeichnet das familiengeführte Unternehmen „trotz des harten Wettbewerbs“ ein Umsatzplus von vier Prozent, freut sich Hartleif im Gespräch mit den WN. Höchstes Ziel sei weiterhin, Veka mit Bedacht und einem hohen Maß an Sicherheit als Familienunternehmen zu erhalten. Das Besetzen von Innovationsfeldern sei dafür ein wichtiger Pfeiler.

2017 war für Veka „ein erfreuliches Jahr“, sagt Hartleif, sowohl in der Gruppe, in der sich auch Gealan weiter gut entwickele, als auch in der Sendenhorster AG. Die Unternehmensgruppe sei insgesamt „organisch gewachsen“. Die bedeutenden Regionen Europa und Nordamerika hätten eine gute Baukonjunktur, wobei er in Europa insbesondere den deutschen, polnischen, französischen und spanischen Markt hervorhebt.

Auch England ist für Veka seit vielen Jahren ein sehr wichtiger Markt, aber der „Brexit“ führe zu ersten Eintrübungen im Baugewerbe. Darüber hinaus führe das schwache Britische Pfund zu niedrigeren Umsätzen auf Euro-Basis. In Russland und in der Ukraine hingegen stabilisierten sich die Währungen derzeit, was sich bei Veka dort mit einem Plus von 16 Prozent niederschlage – allerdings auf einem wesentlich niedrigeren Niveau als vor der Krise.

Und dann ist da natürlich der nordamerikanische Markt, auf dem die Gruppe in diesem Jahr ein Wachstum von zwölf Prozent erzielte. „Die dortige Konjunktur entwickelt sich weiter gut“, sieht Hartleif voraus – und Veka reagiere darauf. In der Nähe von Charlotte, der größten Stadt in North Carolina, richtet Veka die vierte Produktionsstätte in den USA ein, nachdem dort Grundstück und Werk eines Baumaschinen-Herstellers übernommen worden waren. Produziert werden dort die in den USA beliebten „Outdoor-Living-Products“, wozu zum Beispiel Zäune, Terrassendielen und Geländer gehören. „Das Geschäft in den USA boomt“, sagt Hartleif. Und die Lieferwege würden mit dem neuen Werk jetzt kürzer.

Investiert wird auch in England. Dort habe die Veka-Umwelttechnik in der Nähe von Nottingham ein Grundstück gekauft, auf dem das dritte Recycling-Werk für alte Kunststoff-Fenster errichtet wird. Bisher gibt es solche Anlagen in Behringen in Thüringen und in Frankreich. „Das macht im Sinne des nachhaltigen Wirtschaftens Transporte von England auf das Festland nahezu überflüssig“, sagt Hartleif. Das Recycling-Material sei mittlerweile europaweit „sehr akzeptiert“. Das Konzept stoße auch auf große Zustimmung bei den politischen Gremien der EU, die in der Kreislaufwirtschaft eine zentrale Herausforderung europäischer Wirtschaftspolitik sähen.

In Indien ist Veka – wie berichtet – in diesem Quartal nochmal aktiv geworden und hat die Mehrheit am dortigen Marktführer NCL Wintech übernommen. Erwartet werde ein jährliches Wachstum von 25 bis 30 Prozent. Auf einem etwa 60 000 Quadratmeter großen Grundstück entsteht derzeit in Hyderabad ein neues Extrusionswerk mit bis zu 30 Produktlinien. „Indien ist derzeit einer der dynamischsten und spannendsten Märkte weltweit“, so Hartleif. Demgegenüber sei die Entwicklung in anderen Regionen der vielzitierten BRIC-Staaten deutlich schwieriger. Dies gelte vor allem für Brasilien und China, wo die Erwartungen aktuell nicht erfüllt würden.

„In vielen wichtigen Ländern Europas hingegen wird die Bautätigkeit weiter zunehmen“, so Hartleif. Dies gelte grundsätzlich auch für den deutschen Markt, in dem insbesondere der Bau von Mehrfamilienhäusern steige. Allerdings würden sich die Umsätze der Veka AG im Inland nur auf dem guten Niveau des Vorjahres bewegen. Das habe damit zu tun, dass die Verarbeiter – also die Veka-Kunden – derzeit Kapazitätsgrenzen erreicht hätten, und das vor allem bezogen auf die Montage der gefertigten Fenster. Monteure seien nicht mehr so leicht zu finden. Ein weiterer Faktor für begrenztes Wachstum im Inland seien weiter zunehmende Fensterimporte aus dem Ausland.

Der Export von Profilen aus Sendenhorst sei dagegen um 4,5 Prozent gestiegen. Auch das Geschäft mit den Kunststoffplatten, die nur in Sendenhorst produziert werden, sei um 4,7 Prozent gewachsen. Die Produkte finden viele unterschiedliche Anwendungen, zum Beispiel als Türfüllungen, die sich vor allem in England großer Beliebtheit erfreuen. Darüber hinaus würden sie zunehmend im Fahrzeugbau, etwa in Campingmobilen oder Ambulanzfahrzeugen, eingesetzt, aber auch im Schiffsbau oder in Zügen. „Das Plattengeschäft zeigt eine weiterhin schöne Entwicklung“, sagt Hartleif.

Doch Sendenhorst zeichne sich nicht nur durch Profil- und Plattenproduktion aus, sondern auch durch einen starken Anstieg von Innovationstätigkeiten bei der Entwicklung von Fenstersystemen, Produktionstechnologien und IT-Lösungen. Das Stichwort auch hier: „Digitalisierung“. So werden ab dem kommenden Jahr den Fensterbaukunden mittels einer App, die auf einen Chip im Fenster zugreifen kann, zielgerichtete Serviceleistungen ermöglicht. „Die Digitalisierung erleichtert Prozesse“, erklärt der Vorstandschef. Die Entwicklung eines besonderen Fenstersystems für ganz neue Beschlags- und Glassysteme sei ebenfalls in der Entwicklungspipeline. Diese ziele auf verbesserten Einbruchschutz und innovatives Funktionsdesign.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5376082?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F190%2F
Einbrecher fesseln und erpressen Frau
Im Schlafzimmer: Einbrecher fesseln und erpressen Frau
Nachrichten-Ticker