Die Gefahren in der digitalen Welt Online sind viele besonders „mutig“

Sassenberg -

Mit dem gemeinsam organisierten Informationsabend scheinen die Schulleiterinnen Maria Erdmann und Stefanie Dill-Kell einen Nerv getroffen zu haben: Viele Eltern der Sassenberger Grundschüler nutzten das Angebot, sich mit dem Thema Mediennutzung auseinander zu setzen.

Von Christopher Irmler
Informierten über Mediennutzung bei Grundschülern (v. l.): Maria Erdmann, Rita Niemerg und Stefanie Dilla-Kell.
Informierten über Mediennutzung bei Grundschülern (v. l.): Maria Erdmann, Rita Niemerg und Stefanie Dilla-Kell. Foto: Christopher Irmler

Als Expertin referierte Rita Niemerg vom Amt für Kinder, Jugendliche und Familie des Kreises Warendorf über die Chancen und Risiken digitaler Medien. „Es hat sich in den letzten Jahrzehnten und Jahren, aber auch innerhalb eines Jahres viel verändert. Die Kinder wachsen damit ganz selbstverständlich auf.“

Smartphones seien einerseits mobile Alleskönner – inklusiver vieler Apps, die von Kindern häufig und gerne genutzt werden. Doch so manches Detail scheint den jungen Nutzern nicht bewusst zu sein.

Niemerg verwies auf die Statusanzeige in „Whatsapp“. Hierbei besteht die Möglichkeit, anderen Nutzern eigene Erlebnisse zu präsentieren und diese mit vielen Bildern zu illustrieren. Eigentlich verschwinde eine solche Statusanzeige nach 24 Stunden, weshalb viele Nutzer allzu naiv mit Fotos und Informationen umgingen. „Es ist nicht garantiert, dass diese Fotos nach 24 Stunden auch tatsächlich weg sind. Es reicht schon, wenn jemand einen Screenshot gemacht hat.“ Problematisch sei zudem der Umstand, dass die Grundeinstellungen vorsehen, die Information mit allen Kontakten zu teilen.

Ferner warnte Niemerg vor Cybermobbing. Während im Klassenraum noch gewisse Hemmungen vorhanden seien, die Konfrontation mit anderen Mitschülern von Angesicht zu Angesicht zu suchen, stelle sich die Situation in Chats anders dar. „In Chatgruppen fängt vielleicht jemand mit einem relativ harmlosen Wort an, doch nach und nach schaukelt es sich hoch.“ Online sei es leichter, besonders „mutig“ und „hart“ zu erscheinen.

Daher sei es wichtig, sich mit den Kindern auseinander zu setzen und mit ihnen über eigentlich selbstverständliche Regeln zu sprechen. Hilfe können Betroffene auf vielfältige Weise erhalten. An weiterführenden Schulen unterstützen Medienscouts die Beteiligten, das Amt für Kinder, Jugendliche und Familie des Kreises startete jüngst ein neues Projekt. Der „Elterntalk“ findet in kleinen Runden zu Hause statt, bei dem zuvor geschulte Moderatoren im kleinen Rahmen nach Lösungen suchen. Zudem bietet der Kreis Warendorf einen Medienschutzparcours in den dritten oder vierten Klassen der Grundschulen an.

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