Zu Besuch bei Hugo Imholt
Schwiegertöchter geben den Impuls

Ostbevern -

Hugo Imholt beschenkt seine Familie und auch Freunde mit Produkten aus seiner Werkstatt. In fünfter Generation lebt der Ostbeverner auf dem Hof von 1846, der lange landwirtschaftlich genutzt wurde. „Das rechnet sich jetzt aber nicht mehr.“ Doch Imholt ist ein Mensch, der sich nicht unterkriegen lässt. Immer wieder erfand er sich neu...

Dienstag, 02.01.2018, 10:01 Uhr

Nicht nur zur Weihnachtszeit hat  Hugo Imholt immer das passende Geschenk parat – aus eigener Hand.
Nicht nur zur Weihnachtszeit hat  Hugo Imholt immer das passende Geschenk parat – aus eigener Hand. Foto: Peter Sauer

Späne fallen in der beschaulichen Bauerschaft Überwasser auch mitten im Winter. Aus Eichenholz. Des Rätsels Lösung: Aus alten Bohlen, Stämmen und Ästen fertigt Hugo Imholt unverwechselbare und nachhaltige Weihnachtsgeschenke aus Naturholz. Angefangen hatte alles beim Kastaniensonntag in Ostbevern. Dort sah er, was so alles an Kunstgewerblichem angeboten wurde. „Und ich brauchte gerade ein paar gute Geschenke für meine beiden Schwiegertöchter und meine Ehefrau Thekla.“ Und selbst gemachte Geschenke sind doch die besten, dachte sich der Ostbeverner, der eifrig in seine Hände spukte.

„Am Anfang ist einiges schiefgegangen. Das Holz war zu weich“, verrät er. Aufpassen musste Imholt zudem, dass es bei manchen Formen beim Sägen nicht ausfranste. Aber Imholt ließ sich nicht unterkriegen. „Neues Stück – neues Glück“, hieß seine Devise. „Denn es hatte mich einfach gepackt, aus altem Holz etwas schönes Neues zu machen.“ Und immer mehr Routine stellte sich ein.

Etwa bei der richtige Führung der Säge. Je mehr seine Hand über dem Sägeblatt liegt, desto präziser und leichter kann der Ostbeverner Kurven und Geraden sägen. Und dann kam noch eine Fügung aus der unmittelbare Nachbarschaft hinzu: Beim Doppelkopfspielen erfuhr er, dass Nachbar Alfons eine Tischkreissäge hatte, die er nicht mehr benötigte. „Meine alte Bandsäge war einfach zu schwach für das Holz, aber mit Alfons‘ Säge klappt die Bearbeitung der Eichenbretter nunmehr sehr gut.“ Seitdem steht das gute Stück bei ihm im Heuschuppen.

Wenn Hugo Imholt anfängt, aus einem Stück Eichenholz etwa Tannenbäume, Hasen oder Kerzenständer in Herzform zu kreieren, startet er zunächst mit Zeichnungen und Formen. Muster seiner Grund-Figuren in Holz und Papier helfen ihm dabei, nicht immer wieder bei Null anzufangen. Ganz gleich ob Engel oder Elche: Zunächst sägt er grob die einzelnen Motive aus, dann folgt der Feinschliff. Im dritten Schritt aktiviert er den Schwingschleifer, um für glatte Flächen zu sorgen, auch damit die Figuren gut in der Hand liegen können.

In fünfter Generation lebt Hugo Imholt auf dem Hof von 1846, der lange landwirtschaftlich genutzt wurde. „Das rechnet sich jetzt aber nicht mehr.“ Doch Imholt ist ein Mensch, der sich nicht unterkriegen lässt. Immer wieder erfand er sich neu. Rund 16 Jahre arbeitete er in der Bäckerei Frye, die es mittlerweile gar nicht mehr gibt. Nach Feierabend war er Landwirt im Nebenerwerb. Nach seiner Tätigkeit bei Frye arbeitete er 35 Jahre lang bei Compo in Handorf im Vertrieb – als Verladungsmeister.

Und jetzt im Ruhestand ist er Holzschnitzer. Eigentlich wollte er erst nur für seine Familie und für Freunde Geschenke aus Eichenholz kreieren. Mittlerweile hat sich seine Kunstfertigkeit aber herumgesprochen. Und an Marktständen, wie zuletzt auf dem Vadruper Weihnachtsmarkt, erfüllt der 67-Jährige auch individuelle Wünsche. „Da wollte ein Mann, dass ich ihm den Kölner Dom in Miniatur in Holz schnitze. Ich lehnte ab: Der ist einfach zu groß!“ Doch das persönliche Holzgeschenk kam doch zustande. „Die Eingangstür des Doms reichte ihm. Und die schnitzte ich ihm gerne.“

Zu seinen besonderen Arbeiten gehört ein mehrstämmiger Kerzenständer aus 80 Jahre alten Eichenbohlen einer Scheune. „Da wurden vorher Kartoffeln drauf getrocknet.“

Für seine Familie baute Hugo Imholt in diesem Jahr unter anderem einen Tisch und eine Sternen-Box mit Lichterketten drin. „Ich verrate aber nicht für wen.“

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