Unterwegs auf neuen Wegen Hier wächst was Besonderes

Ostbevern -

Um der Witterung ein Schnippchen zu schlagen, werden gerade Gemüse- und Obstsorten nicht selten in Gewächshäusern gehalten. Wie ein solches Gewächshaus klimaneutral und nachhaltig in Zukunft aussehen könnte, will Roland Rietkötter mit einem so genannten „Sun Light Greenhouse“ in Brock ausprobieren.

Von Sebastian Rohling
Roland Rietkötter weiß,  dass Landwirtschaft immer im Konflikt steht, Mensch und Natur unter betriebs- und volkswirtschaftlichen Aspekten unter einen Hut zu bekommen. Ein Sun Light Greenhouse, wie er es in Ostbevern-Brock bauen will, soll diesen Spagat schaffen,
Roland Rietkötter weiß,  dass Landwirtschaft immer im Konflikt steht, Mensch und Natur unter betriebs- und volkswirtschaftlichen Aspekten unter einen Hut zu bekommen. Ein Sun Light Greenhouse, wie er es in Ostbevern-Brock bauen will, soll diesen Spagat schaffen, Foto: Sebastian Rohling

Sun Light Greenhouse – dahinter verbirgt sich die Idee und das Konzept einer neuen Generation von Gewächshäusern. „Das Markanteste daran ist, dass ein solches Gewächshaus einen geschlossenen Wasserkreislauf hat und die Pflanzen teilweise ohne Erdreich oder Substrat in diesem heranwachsen“, erklärt Projekt-Initiator Roland Rietkötter . Der gelernte Landschaftsgärtner hatte die vergangenen 13 Jahre an dem „spannenden, inspirierenden, aber teilweise auch sehr anstrengenden Projekt in Hembergen, welches nun vom Hollerberg e.V. mit frischen Ideen bereichert und fortgeführt wird“, gearbeitet. Der Schwerpunkt damals: Permakultur mit Umweltbildung. „Da kam auch die Idee für das Sun Light Greenhouse, das von Franz Schreier mit seiner ebf GmbH aus Bensheim entwickelt wurde, mit denen ich eng zusammenarbeite“, so Rietkötter.

Kurz zusammengefasst soll im Brock ein Gewächshaus entstehen, das nahezu autonom und ressourcensparend Gemüse auf kleinstem Raum wachsen lässt. „Es gibt auch vergleichbare Modelle, bei denen eine Fischzucht integriert ist (,Aquaponic Solar Greenhouse‘, Anmerkung der Red). Die Ausscheidungen der Tiere werden dann für die Düngung der Pflanzen genutzt. Mit der Tierhaltung gehen aber sehr viele Regeln und Auflagen einher“, nennt er die Gründe, weshalb er auf andere natürliche Nährstoffe zurückgreifen wird und von den Fischen Abstand nimmt.

Dafür habe er aber mehr Platz im Haus und wolle den unter anderem für Experimente mit hängenden Gärten und andere Dinge nutzen.

Das Konzept sieht vor, das ein solches Gewächshaus durch seine effiziente Produktion auf recht kleinem Raum auch die kältere und lichtärmere Jahreszeit wesentlich besser überbrücken kann. „Dieses System ist ebenfalls für die innerstädtische Produktion geeignet“, ergänzt der Visionär. So sei es denkbar, auch Brachflächen sowie Flachdächer für diese Form der dann sehr lokalen Nahrungsmittelproduktion zu nutzen. „Ein solches Gewächshaus in der Stadt würde die Transportwege sehr stark verringern, was sich wiederum auf die Umwelt und damit auf die Lebensqualität auswirkt“, hofft Rietkötter auf eine Zukunft für diese Form des Gärtnerns.

Für die Fläche im Brock hat sich der Landschaftsgärtner indes etwas Besonderes überlegt: Auf ihr wird es neben dem Gewächshaus eine Streuobstwiese, Permakulturgärten und andere ökologische Formen der Bewirtschaftung geben.

Nicht nur das Gewächshaus, sondern auch das direkte Umfeld sind so unter modernsten ökologischen Standards geplant. „Im September soll es losgehen. Die Zeichen stehen gut“, freut sich Rietkötter. 

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