Stimmen der Fraktionsvorsitzenden zum Ergebnis der Bürgerumfrage Ruhe für gute Zusammenarbeit

Ostbevern -

Überraschend deutlich fiel für die CDU- und die FDP-Ratsfraktion das Ergebnis der Bürgerumfrage aus. Freude hingegen bei den Mitglieder von SPD und Grünen. Alle sind sich jedoch einig, dass jetzt der Grundstein für ein Vorankommen in Sachen Rathausneubau gelegt ist. Als nächstes steht der Architektenwettbewerb an.

Von Daniela Allendorf
Das Rathaus ist in die Jahre gekommen. Es soll abgerissen und neu gebaut werden.
Das Rathaus ist in die Jahre gekommen. Es soll abgerissen und neu gebaut werden. Foto: Roettig

„Der Schreck saß schon tief“, sagt Hubertus Hermanns, Fraktionschef der Christdemokraten. Denn mit einer solchen Deutlichkeit – 73 Prozent der Umfrageteilnehmer zum Rathausneubau votierten für die „kleine Lösung“ (WN berichteten) – habe man nicht gerechnet. „Das war doch überraschend.“ Gleichwohl habe man eine entsprechende Vorahnung gehabt. Aus vielen Gesprächen der vergangenen vier Wochen, habe man eine deutliche Skepsis gegenüber der ersten Variante – Neubau mit Geschäfts- und Wohnflächen sowie Tiefgarage – in der Bevölkerung gespürt. Und das sogar bei eingefleischten CDU-Wählern, macht Hermanns keinen Hehl daraus, dass auch innerhalb der Partei die Meinungen zum Neubau gespalten waren und sind.

Ähnlich sieht es der FDP-Fraktionsvorsitzende Sebastian Hollmann . „Es ist schade. Da geht eine große Chance verloren“, sagt er. In den Emotionen der vergangenen Wochen sei immer wieder die Sachlichkeit verloren gegangen. Trotzdem sei es jetzt nicht angezeigt, den Kopf in den Sand zu stecken und beleidigt zu sein. „Ich möchte Ostbevern nicht als ausgestorbene Stadt sehen“, sagt er und gibt die Marschroute vor, dass es jetzt angezeigt sei, andere Chancen und Möglichkeiten für die Wirtschaft im Ort zu schaffen. In Sachen Rathausneubau werde man sicher nicht in eine Blockadepolitik verfallen. Damit sei keinem geholfen. Dennoch werde man die Kosten ganz genau zu prüfen haben.

„Die Kosten müssen natürlich in einem angemessenen Rahmen bleiben“, sagt auch Susanne Steinkat, die Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten. „Aber ich denke, da ist der Rat vernünftig genug, um eine verantwortungsvolle Entscheidung zu treffen“, ist sie immer noch voller Freude und Enthusiasmus vom Ausgang der Bürgerumfrage . „Ich hoffe, dass diese Entscheidung jetzt von allen Seiten so akzeptiert wird“, sagt sie. Denn jetzt sei es an der Zeit zu handeln und den Architektenwettbewerb auf den Weg zu bringen.

Gleiches sagt auch Jochem Neumann , der Fraktionschef der Grünen. „Ich erwarte von allen Fraktionen, dass sie dieses eindeutige Bürgervotum akzeptieren und auch politisch umsetzen“, sagt er im Hinblick auf die Ratssitzung am Donnerstag, 27. Oktober, um 18 Uhr. Was den Architektenwettbewerb betrifft gibt Neumann zu bedenken, dass in diesem Verfahren ein konkretes Bauprogramm mit auf den Weg gegeben werden müsste. Gleiches gelte für die Kostenrahmen. Dieser müsse zeitnah festgelegt werden. Neumann gibt sich optimistisch, dass es von nun an erfolgreich weitergeht: „Wir werden diesen Planungsprozess, auch im Sinne der Bürger, kreativ begleiten.“

Unterstützung sichern auch die anderen Fraktionen zu. „Wir wollen, dass die Mitarbeiter der Verwaltung adäquate Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt bekommen“, sagt Hubertus Hermanns. Ob jetzt ein Café, die Stadtwerke ETO oder das Jobcenter in dem Gebäude mit untergebracht werden könnten, gelte es sorgfältig auf die Wirtschaftlichkeit hin zu prüfen.

So kurz nach der Entscheidung sei es, was das Ergebnis betrifft, schwierig, auf Fehlersuche zu gehen. Ebenso wie Sebastian Hollmann sieht er die hohe Emotionalität. Beide sind sich einig, dass man aufgrund dessen nicht mit sachlichen Argumenten durchgekommen sei. Dennoch bestehe die Hoffnung, dass wieder Ruhe in den Ort einkehrt und man in den kommenden Wochen wieder gut miteinander zusammenarbeiten könne.

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