Kompensationsmaßnahmen
Öko-Konten sollen Druck auf die Fläche verringern

Kreis Warendorf -

Die Versiegelung von Flächen fordert einen ökologischen Ausgleich. So will es das Gesetz: Sobald eine Straße gebaut oder Wohngebiete ausgewiesen werden, muss an anderer Stelle dieser Eingriff in die Natur ausgeglichen werden. Was einfach klingt, wird in der Praxis zäh verhandelt.

Donnerstag, 15.03.2018, 10:03 Uhr

Referenten und Gastgeber der Veranstaltung (v.li.): Baudezernent Carsten Rehers, Hermann-Josef Schulze-Zumloh (WLV-Kreisverbandsvorsitzender, Moritz Hillebrand (WLV-Kreisverband), Klaus Richter (Sparkassen-Vorstand), Wolfgang König (Geschäftsführer Stiftung Westf. Kulturlandschaft), Karl Werring (Präsident Landwirtschaftskammer), Bernd Münstermann (Geschäftsbereichsleiter Sparkasse Münsterland Ost), Landrat Dr. Olaf Gericke und Peter Scholz (Sparkassen-Vorstandsmitglied).

Denn Fläche als kostbares Gut gibt niemand freiwillig her. Umso wichtiger ist die Zusammenarbeit aller Beteiligten. Und so trafen sich auf Einladung des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes und der Sparkasse Münsterland Ost im Sparkassenforum Warendorf Landwirte, Kreisverwaltung, kommunale Vertreter und Wirtschaftsförderer sowie Bauherren und Architekten.

„Wir Landwirte haben in den vergangenen 25 Jahren 1250 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche verloren. Aktuell erwarten wir Eingriffe in unsere Flächen durch die Ertüchtigung der DB-Strecke Münster-Bielefeld und der WLE-Strecke, durch Vorhaben des Bundesverkehrswegeplans sowie neue Bau- und Gewerbegebiete“, machte Hermann-Josef Schulze-Zumloh die Situation der Landwirte deutlich. Der Kreisverbandsvorsitzende kritisierte, dass beim Eingriff in die Fläche vom Gesetzgeber die agrar-strukturellen Belange wenig bis gar nicht berücksichtigt würden. Er forderte dazu auf, zeitgleich mit einer Eingriffsmaßnahme, etwa beim Straßenbau, die Ausgleichsmaßnahmen mit allen Beteiligten verträglich zu planen.

„Bei uns hat sich das Warendorfer Modell bewährt“, so Baudezernent Carsten Rehers. Dabei gibt es Wertzuschläge bei Maßnahmen für Naturschutzgebiete, zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie, bei Artenschutz und Biodiversität sowie zur Entsiegelung. Und: Wer mit Maßnahmen in Vorleistung tritt, kann sie auf Öko-Konten gutschreiben lassen für spätere Maßnahmen. Ausgleichsflächen und Ökokonten werden in einem kreiseigenen Kataster geführt mit dem Ziel, möglichst wenig Landwirtschaftsfläche zu beanspruchen.

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